Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 26 (28.11.1919)
- Date
- 1919-11-28
- Page
- Seite 295 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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— aa* - daß ich-auf diese Weife «in Ran, »ach feixe« Herzen werde." Johann Gottfried — der Wanderer — und Adolf, der tollen«, haben nur einen kleinen Teil d« Bibel gesehen. Uiche Episoden und Gestalten, dazu fastdurchweg schief aufgefaßt. mit ihrem begrenzten Blick gesehen, nicht au» d« naiven Zeit verstanden, in d« diese Gebilde geschaffen wurden. Bi» zu jenem erhabenen, welterbauenden Sitten, gut in Propheten. Psalmen. Sprüchen, da» Buch Hiob nicht zu vergessen, find fie nicht vorgedrungen. Sie blieben da stehen, wo die eigentliche Bibel anfängt, vom Tore au», da» fie nicht überschritten,' haben fie di« weite, ungesehene Stadt beurteilt und verurteilt — na ch Wandererart. Dt« Menschen altern schnell für Mitlebende, schnell« noch für Nachfolgende. D« Bibelgehalt wirkt feit Jahrlausen, den als sittlich« Antrieb. Das Bibelbuch wird mit tausend Wahrheiten und tausend Schönheiten vermutlich ewig neu bleiben dem, „der erfaßt und d« begreift". Seume könnte nicht zu ihnen gehören nach dem Geist sein« Zeit, und Adolf Hoffmann wird nicht zu ihnen gehören wegen seine» Geistes, der nur „vnneint". - 9*1 Herm»ß Cd. Köln. Am Montag den 17. dS. Mts. wurde eine Gemetndeeinrichtung in- Leben gerufen, von d« man wünschen und hoffen darf, daß fie «in neu« Markstein in der Entwicklung uns«« Gemeinde sein möge. Im Sitzungssaale dn Synagogengemeinde hatte sich eine Anzahl Hörer versammelt, um der «sten der angekündigten volMümlichen Vorlesungen au» dem Gebiete^ jüdischen Wissen» zu lauschen. Leider kam es infolge Erkrankung des Herrn Rabbiner Dr. Hanovcr nicht zu dies« Vorlesung. D« Vor. stand im B««in mit den beiden Gemeinderabbinern ließen e» fich aber nicht nehmen, diese denkwürdige Stunde zu benutzen. um die Erschienenen zu begrüßen, die getroffene Einrichtung offiziell ihr« schönen Bestimmung zu üb«, geben und die Anwesenden auf das hohe Ziel und den heiligen Zweck d« neuen Lehrstätte Hinzuwelsen. Herr Salomon Linz vergaß nicht, den Eifer und die uneigennützige Bereitwilligkeit unser« Rabbin« annkennend hervorzu- Si, ohne deren Hilfe die Verwirklichung dies« dem L«ner und dem Wissensdurst der Jugend und des Alters aung tragenden Idee nicht gut möglich gewesen wäre. H«r Gemeinderabbiner Or. Rosenthal machte auf die dreifache Zweckbestimmung des in Benutzung genommenen Raumes aufmerksam: als Sitzungssaal, aushilfsweisen Betraum und nunmehr Hörsaal — eine symbolische Hindeutung auf die zur Wirklichkeit gewordene alte jüdische Forderung, daß das Gottenaus sein solle ein Versammlungsort, «in Betraum und ein Lehr- und Lernhaus. He« Gemeindnabbiner Or. Kober gab eine« kurzen geschichtlichen Rückblick auf die Entwicklung der jüdischen Wissenschaft, betont«, wie nach Zunz jüdische Wissenschaft mit dem praktischen Leben nicht nur zu vereinen, sondern daß beide untrennbare Begriffe geworden sind. Er gedachte des ersten Anregers für die volkstümlichen Kurse, »es verstorbenen Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Stadtrat Louis Eliel, und dankte in herzlich-warmen Worten dem rührigen Vertreter dieses Gedankens, dem Vorsitzenden der Schulkommission, Herrn Salomon Linz. Als Mose, so führte He« Or. Rosenthal aus, die steinernen Tafeln am Fuße des Berges zerbrach, blieben nach einer finnigen Midraschstelle die Buchstaben wunderbarerweise ganz und flatterten hinaus in alle Welt und erfüllten den Erdkreis mit Gottes Geist. — Möge auch die neue Pflegestätte beitragen zur Verbreitung und Wertschätzung jüdischen Wissens und jüdischen Geistes, zum Nutzen und Frommen des Judentums und zur Ehre unserer Gemeinde! Köln. Am Mittwoch den 20. Novemb« sprach im ostjüdifchen Jugendverein .Haschachar" He« Rabbin« Or. Lohn-Bonn üb« „Judentum und Christentum". Ausgehend von d« politischen und wirtschaftlichen Lage, wie fie fich seit den Makkabäertaoun in Judäa henmsgedilber gte, zeigte «. wie die Zeinrimmung damals uat« dem genden Druck d« ,Röm«h«rrschaft die Sehnsucht nach » Reiche Davids und dem von den Propheten v«heißenen Ende d« Dinge hervortrieb, die vor allem in d« efsätscheu Gedankenwelt ihrerk Nährboden fand. Er schilderte lebendig das Auftreten zuerst des Täufer» Johanne» und danach d«S Nazareners, den er als streng Nationalen Juden zeichnete, und bewie». daß als eigentlich« Stift« de» Christentums «st Paulus zu betrachten sei» d« die neu« Lehre aus dem Kreise des nationalen Gesetzes hinausführte in dir heidnische Welt. Nachdem dn Redner so die historische Entwicklung gegeben, zeigte er die Wesensunterschiede der Mischen und christlichen Lehr« auf und bewies damit die Kraft und Überlegenheit der jüdisch-religiösen Begriffe von Gott, Mensch,- Leben und Glauben. Ein warm« Appell an die zahlreich versammelte Jugend schloß den mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrag. Düsseldorf. Die nach langjährig« Gepflogenheit für den Id. Novemb« (Buß- und Bettag) vorbereitete Delegintenversammlung des Landesausschusses für Rheinland und Westfalen des Zenttalvereins deutsch« Staatsbürger jüdischen Glauben» mußte wegen dn Einstellung des Nahverkehrs an diesem Feieüage auf einen Wochentag verlegt w«den. Sie fand daher am 20. Novemb« im Oberlichtsaale der städtischen Tonhalle in Düsseldorf statt. Trotz d« Schwierigkeiten der Zeit und der erschwerten Reisemöglichkeiten wies fie eine ansehnliche Teilnahme auf. Die Vereinsleitung hatte den ersten Syndikus, Herrn Rechtsamoalt Or. Holland«, und Herrn Or. Jsmar Freund entsandt. Als besondns erfteulich wurde anerkannt, daß auch einzelne Ortsgruppen aus dem besetzten Gebiet, so auch die Ortsgruppe Bonn, vntteten waren. Es war eine Tagung voll ernster Arbeit und ersprietz- ' sicher Aussprache, die von dem Vorsitzenden des Landesaus- Misses Herrn Rechtsanwalt Abel-Essen eröffnet und getestet wurde. Einen großen Teil d« Verhandlungen füllten die „Vntraulichen Mitteilungen" des Syndikus Or Holländer üb« die Vereinsarbeit aus. Sie «öffneten einen Blick in die geradezu übnmenschlichen ^Arbeitsleistungen des Vereins in dem Kampfe gegen den Antisemitismus, der heute gewaltigere Anforderungen denn je stelle. Wer Gelegenheit hatte, diese Abführungen zu hören, trug die Überzeugung mit sich, daß die hin und da austauchenden Zweifel über die Tätigkeit und das rechtzeitige Eingreifen des Vereins aber auch der geringsten Berechtigung entbehren. Ein ungeheures Maß von Kleinarbeit wird geleistet. Viel tief« greifend aber ist die Tätigkeit in den großen Fragen, in der Wahrnehmung und dem Schutze unsner Rechte und dem Vorgehen gegen Hetze und Angriffe auf dem allgemeinen politischen Gebiet und in d« Stellung zu den Behörden, von den untersten bis zu den obersten. Besonders eingehend erörtert wurde die Aussicht für die nächste Zeit und den bevorstehenden Wahlkampf, d« von der deutsch-nationalen Volkspattei unt« dn verhetzenden -Flagge des Antisemitisnius geführt werden soll, obwohl die besten und vornehmsten Mitglieder dieser Partei ihn ausdrücklich ablehnen. Über „Unsnen Abwehrkanipf im Bezirk des Landesausschusses" berichtete He« Rechtsanwalt Or. Herzfeld- Essen. Er beschäftigte sich u. a. auch mit der antisemitischen Presie im Bezitt. Von besonderem Interesse waren seine Presie im Bezitt. Von besonderem Interesse waren seine Vorschläge üb« die Organisation und dnen Verbesserung innerhalb des Bezittes. In kurzgedrängtn, aber lebendigster und darum wirkungsvollst« Weise zeigte He« Rabbiner. 0r. Eschelbächer- Düsscldors „UnsereGegenwartsaufgabeN" und wies darauf hin, daß der Zentral-Bnein immer die Führung im Kampfe gegen den Antisemitismus behalten müfie. Mit einem starken Bekenntnis der Zugehörigkeit zum deutchen Volke widerlegte er di« gehässigen und unwahren antiemitischen Angttffe. Zum Kampfe dagegen sei es nötig, >ie ungerechten und haltlosen Vorwürfe unser« Gegner zu