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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-10-08 · 19 (8.10.1919) · p. Seite 211

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
19 (8.10.1919)
Date
1919-10-08
Page
Seite 211 (sequence 5)
Language
German
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»11 «bieren uns dringend, für die Flüchtlinge and Auswan. derer zu sorgen. ' , Sie find zu jeder Arbeit bereit und übernehmen auch . die schwerste Beschäftigung in den Bergwerken. Diele find 'geschickte Handwerker.lind dankbar, wenn sie in Fabriken angenommen werden. Cie brauchen keine dauernde Unterstützung durch Geld, wohl aber Hilfe durch Vermittlung von Arbeit und Fürsorge für die ersten Tage ihres Aufenthalts in Deutschland. v Die Ostjuden in Deutschland, die sich in dem Verbände der Ostjuden Deutschlands zusammengeschlofien haben, arbeiten. seit Monaten.mit aller Kraft an dieser großen Aufgabe und haben alles getan, was in ihrer Macht steht. Sie bedürfen dabei über notwendig der»Hilfe ihrer in Teutschland eingeborenen jüdischen Brüder, undsie bedürfen nainentlich der Unterstützung durch die jüdischen Gemeinden. Nur im Bunde mit diesen kann ein leistungsfähiger Arbeitsnachweis eingerichtet, Unterkunft und Verpflegung für die kritischen ersten Tage des Aufenthalts beschafft werden. Die Not schreit zum Himmel und wird täglich größer, deshalb erlauben wir uns die herzliche Bitte, uns bei dem schweren Werke, das wir für unsere östliche Brüder, gewiß aber auch gleichzeitig im Sinne und im Interesse der eingeborenen deutschen Juden unternehmen, zu unterstützen und Hand in Hand mit uns zu arbeiten." Köln. Alle Jnterefientcn für eine auf der Grundlage von Garten- und Pflanzungsbau in Palästina zu gründende Achüsa-Kolonie erfahren näheres durch den zionistischen Gruppcnverband in d.en besetzten^ Gebieten Deutschlands, zu Händen des Herrn Justizrat Nr. Bodenheimre, Köln. Hohenzolkrnring. > Aachen. Verein der männlichen jüdischen Jugend. Zur Eröffnung des neuen Vereinsjahres hatte der Vorsitzende, Herr Rechtsanwalt Karl Lütvenstcin, die Mitglieder für den 16. September zur Hauptversammlung eingeladen. In einem Rückblick auf das verflossene Jahr wies er auf die durch die Besatzung dem Verein entstandenen Schwierigkeiten hin, die eine geregelte Vereinstätigkeit unmöglich machten, daß dann aber schließlich noch eine Reihe sehr guter Vorträge zud Darbietung gelangt sei, daß auch der Turnktub 1906 durch Wiederaufnahme der turnerischen Übungen, des Sportes und der Wanderungen sich, wie ehedem, um die Stählung und körperliche Ausbildung der jüngeren Mitglieder verdient gemacht habe. Leider hätten . die fremdsprachlichen Kurse das nicht gehalten, was sie anfangs versvrochen hätten. In bezug auf das vom Vorstand für den Winter aufgestellte Programm, bemerkte der Vor- » sitzende weiter, sei eine Anzahl bester auswärtiger Redner * gewonnen zur Behandlung der wichtigsten, die Judenheit bewegenden Fragen und Probleme (Jugendgruppen. Ostjuden. Antisemitismus usw.). Dang berichtete Herr Fritz Marx über die am 7. und 8. September d. I. in Köln stattgefundene Tagung des westdeutschen jüdischen Bejirksverbandes. Aus seinesi Ausführungen ging hervor, welche Fülle von Anregungen der Pezirksverbandstag den Delegierten zur Verwertung in ihren Vereinen mitgegeben hat. Me vom Vorsitzenden angeregte Verschmelzung des männlichen mit dem weiblichen Jugendverein fand den ungeteilten Beifall der Versammlung, die dep Vorstand beauftragte, mit der Leitung des weiblichen Jiichendvrreins diesbezügliche Verhandlungen aufzunehmen. ( Bei der darauf erfolgten Neuwahl des Vorstandes wurde auf Vorschlag des Alterspräsidenten, des Herrn S. Saul, der „allezeit rührige bestgeeignete Vorsitzende", Herr Rechtsanwalt Karl Löwenstein,' einstimmig wiedergewählt. Des weiteren wurden wieder- bzw. neugewählt: Tie Herren Stein als 2. Vor- . sitzender, Joseph Tublon als 1. Schriftführer. Walter Moses. 2. Schriftführer. Julius Holländer, Kassenwart und Delegierter des Turnklub 1306, Feidler. Marx und Wertheim Beisitzer.. : Aachen. Nachdem schon, am 1. August in der Wohnung des Herrn S. D u b l o n anläßlich seiner 25jährigen Ortstätigkeit als Lehrer von. seilen des Vorstandes und der Repräsentanz der Synagogengemeinde, des Herrn Rabbiners und der Vereine, denen der Jubilar als Vorstands Mitglied angehört, eine größere Ehrung desselben stattgefunden hatte, ließ es sich der Synagogenchorverein nicht . nehmen, auch seinerseits feine Verehrung für Herrn Dublon als seinen bewährten Dirigenten dadurch $u beweisen, daß er am 14. September eine besondere Feier veranstaltete, die durch Gesangvorträge, Deklamationen und Ansprachen einen erhebenden Verlauf nahm. Welcher Wertschätzung sich der Jubilar in den andersgläubigen Lehrerkreisen erfreut: ging besonderaus den Ansprachen der Vertreter evangelischer und katholischer Schulen hervor. Insbesondere der Rektor der Knabenmittelschule, an der Herr Dublon den^jüdischen Religionsunterricht erteilt, feierte ihn als «inen tüchtigen, treujüdischen. aber doch toleranten Religionslehrer und als einen lieben, selbstlosen Kollegen. deuel Am Rüsttage deS Versöhnung-festes wurde Herr Hermann Herz unter allgemeiner Anteilnahme zu Grabe getragen. Der Verstorbene war seit langen Jahren als Rendant und Repräsentant in der Verwaltung der jü- . bischen Gemeinde tätig, der er stets gerne und freudigst seine Arbeitskraft lieh. Die Armen und Leidenden — und besonders unsere hilfsbedürftigen Brüder im Erez JiSr«l , — verlieren an ihm einen warmherzigen Gönner. In l allen Kreisen der Bevölkerung war er durch die Lauterkeit \ seines Charakters und die Rechtlichkeit seines Handelnbe-! könnt. Herr Lehrer Koschland zeichnete am Grabe in bei wegten Worten daS arbeitsreiche Leben dieses tief reli«! giösen Mannes. Möge er die wohlverdiente Ruhe finden! Siegburg. Nach fünfjähriger Unterbrechung hat der i Jüdische Jugendbund Sicgburg seine Tätigkeit wieder auf« j genommen. Eine am Sonntag, den 29. ds. im Hotel Bierther j abgehnltenc Versammlung brachte dem Verein gleich über | 50 Neuanmeldungen von Mitgliedern. Ter Äaustnann Herr Max Heymann wurde zum I. und Frl. Fanny Abraham zum 2. Vorsitzenden gewählt. Von Seiten der Synagogen-Gcmeinbe wird dem zu neuem Leben erblühten Verein großes Interesse entgegen« gebracht und so ist zu hoffen, daß der Jüdische Jugendbuad Siegburg bald wieder mit an erster Stelle in der Reihe d» Rheinischen Jugendvereine marschiert. Der Bote erzählt: — Der Karfunkel. - , von L'«po» Itomprr«. (II gorrsk-unü-) Der Vorbeter war es, der.zuerst aus diesem traumhaften Sinnen und Brüten erwachte. „Feitvelmann", sagte er, „du hast einmal vor acht Jahren, und es war auch in einer Nacht, ein Wort gesprochen, das ist damals in mich hineingefallen wie in einen tiefen Brunnen;> jetzt kommt es wieder an die Oberfläche. Du hast damals gesagt: Wie groß ist der Mensch . . ." „Das sag ich auch jetzt noch", rief der Baß, „und jetzt mehr als damals, seitdem ich unsere Ella gesehen habe." Ter alte Mann schüttelte den Kopf. „Tein Wort", sagt« er. „hat zwei Seiten, davon ist die eine glänzend und schön, die andere aber ist raub und stachelig. Da hältst dich an die glänzende und schöne Seite, weil du selbst noch jung bist; ich bin gewohnt, die andv »orzuziehen, denn 'ich bin alt und schwach geworden, i meinst, der Mensch ist groß in dem. was er kann; ich oÖr* v

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