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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-10-08 · 19 (8.10.1919) · p. Seite 208

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
19 (8.10.1919)
Date
1919-10-08
Page
Seite 208 (sequence 2)
Language
German
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20« {jQocbeitTcbau. T«t|odjen «ab ßigciaiRc >IsÄ »8SS «iW8.«Äk»!4«SN»LSASS DssaHfeas) Deutschland. Berlin. Der neue jüdische Geryeindeverei» -u Berlin hat am 13. August an den Hernt Minister des Innern ein Gesuch gerichtet, dahin gehend, den Kriegsteilnehmern Pas Wahlrecht zu den jüdischen Gemeindewahlen dadurch zu erhalten, daß er der bisher in den Gemeinden geübten Praxis entgegen anordnet, daß eine Stundung der Steuern durch die Gemeinde möglich sei. Bisher wurde die dreijährige ununterbrochene Steuerleistung verlangt. Wurde sie unterbrochen, so verloren^ , / ' recht. Da durch den Krieg unzählige Kriegsteilnehmer an der fortlaufenden Steuerentrichtung verhindert waren, auch zahlreiche wirtschaftliche Existenzen, so niedergebrochen waren, daß die regelmäßige Steuerzahlung nicht exfolgtc, bedeutet dies für alle davon Betroffenen den Perlust des Wahlrechts. Ter Minister des Innern bar sich der in dem Gesuch des neuen jüdischen Gemeindevereins vorgetragenen Anschauung angeschlossen. Durch den Herrn Polizeipräsidenten von Berlin ist dem Vorsitzenden. Herrn Rechtsantvalt Nr Klee, heme die Mitteilung zugegangen, daß die Gemcindevorstände die Stundung der Beträge vornehmen können und daß alle diejenigen Zenfitcn der jüdischen Gemeinde. denen die Beträge gestundet find, denen gleichgeachtet sind, die während der letzten drei Jahre ihre Steuern regelmäßig bezahlt haben. Dadurch haben die Kriegsteilnehmer das Wahlrecht erhalten. Sache der Vorstände der jüdischen Gemeinde ist es nun. den Intentionen des Ministers entsprechende Maßnahmen zu treffen. Berlin. Die hiesige Freie jüdische VolkHochschule wird ihr drittes VorlesüngSjahr am Montag, den 20. Okt., eröffnen. Den Vorlesungen wird am Sonntag, den 12. Oktober, eine Eröffnungsfeier voraufgehen, in der zwei Dozenten Vorträge, einenaus der Geschichtswissenschaft und einen über einen volkswirtschaftlichen Gegenstand Hallen werden. Berlin. Professor vr. Heinrich Loewe. Bibliothekar an der Berliner Universität, ist zum Direktor der Jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem, um di« er sich von jeher große Verdienste erworben hak. ausersehen worden. Stuttgart. Nachdemdas, Lehrgut Steinhorst der Simonschen Stiftung in Hannover aufgelöst worden ist. hat sich der hiesige Fabrikant Weinlchel bereit erklärt, die Mittel fiir die Errichtung eines großen jüdischen landwirtschaftlichen Lehrgutes zu geben. Hannover. Der Deutsche Kriegerbund schreibt in seinem Organ, der Krieger-Zeitung: „Die Uraelitische Gartenbauschule Ahlem, früher Israelitisch« Erziehungs- Anstalt zu Ahlem, bat sich bereit erklärt, einige'Plätze für die Waisen von Kriegervereinsmitgliedern gegen ein« bestimchle Jahresenlschädigung, zur Verfügung zu stellen. Dadurch sind wir iü di« Lage versetzt, nunmehr auch Kinder jüdischer Konfesiion in unsere Waisenpflege zu übernehmen. was bisher nickt der Fall war. Tie Bedingungen sind dieselben wie bei den evangelischen bzw. katholischen Waisen, insbesondere muß die satzungsgemäße Voraussetzung erfüllt sein, daß der Vater bis zu seinem Tode einem Kriegerverein des Bundes angehört hat bzw. noch angehört, fall» er noch am Leben ist. Hamburg. Der Zemrolverband der Vorbestraften in Hamburg teilt der Neuen Hamburger Zeitung mit: Am -17. September abends erschienen in unserem Sekretariat die Bevollmächtigten des Internationalen Bundes für die Bekämpfung des Judentums. Dr. Spartalowitsch und Dr. Ctilskowsky. angeblich aus Wien, und machten folgende- Angebot: Der obengenannte Bund gegen die Juden sti bereit, uns zunächst 50 000 Mark zu Propaganda zwecken zur freien Verfügung zu stellen, wenn unser Verband sich' in den Dienst dieser Bewegung stellen würde. Selbstverftändlich ist dieses Angebot mit Entrüstung zurückgaviese« sLnsstt. Ar einer Massenversammlung sprach Scheidemann über hie politische Lag«. Zum Fall Reinhardt vermerkte er. daß die Frage nahe liege, ob die Regierung nicht 'die Macht habe-, diese- Mann von seinem Posten, I zuentfernen. In den Kasernen werde nicht nur offen! monarchistische Propaganda getrieben.. es werde auch in Judenhetze gemacht und Pogrom st immung erzeugt. Der Antisemitismus sei allezeit das bequemste Mittel für . reaktionäre Zwecke gewesen. , Dortmund. Der Verband der Synagogengemrinden Westfalens beruft einen Gemeindetag zum 19. Oktober nach Saflendorf riü. Zürich. Hier ist die erste Nummer einer hebräischen ■ Wochenschrift „Haderech" (Der Weg) erschienen. Herausgeber ist das Zentralbüro der „Agudas Jisroel" in Zürich. j Brünn. In Mähren hat sich eine Geheimgesellschaft! unter dem Namen „Blauer Stern" gebildet, welche die Ausrottung der Juden durch Veranstaltung von Mafsenpogromen zum Zwecke hat und ihre Tätigkeit über das . Gebiet der ganzen Tschecho-Slowakei erstreckt.! Tschecho-Slowakie«. Bukowina. Der jüdische VolkSrat'beschloß nach leb- : Hafter Diskussion versuchsweise für ein Jahr für di« unterste! Volksschulklasse hebräisch als offizielle Unterrichtssprache | zu fordern, während iüdisch und deutsch als pädagogische! Hilfsmittel und als freiwilliger Lehrgegenstand bestimmt , wurden. Ungarn. Berlin. Seit dem 23. August wüten in West-Ungarn starke Ausschreitungen gegen di« Juden. An der Spitze der Hetze steht das Organ der magyarischen Partei „Basvar Megye, redigiert von Albin Lingauer. In Kiszczell wurden 8 Juden ermordet; in Janshaca — 5; in Zalacgerszeg — 10; in Szombathay — 10 Juden. In all diesen Crt« schäften wurde daS jüdische Vermögen-geplündert, jüdische Geschäfte demoliert und eine Unmettge Juden verwundet und vertrieben, P^en. Warschau. In Bialystok wurde eine Gemälde- und Skulpturen- Ausstellung jüdischer Künstler eröffnet. Warschau. Die „Hazefira" soll in ein Tageblatt umgewandelt werden, vr. Jakob Klatzkin, bisher in der Schweiz, wird ihr Redakteur werden. Warschau. Nach einer Meldung des „Jüd. Volk" überwies die polnische Liquidationskommission in Paris der hiesigen Regierung einen Fonds zur Vergütung der Schäden, welche das fremde Militär während des Krieges an Gebäuden der jüdischen Gemeinden anrichtete. Warschau.' Die Jahreskonferenz der Zionist. Organisation in Polen faßte eine Erklärung, die die Anteilnahme an den Interessen Polens betont, sich gegen die antisemitische Politik wendet und gemäß dem Friedensvertrag auf Grund eines demokratischen Wahlrechts eine einheitliche Gemeindeorganisatipn mit einem zentralen Hauptorgan an der Spitze für die jüdischen Gemeinden Polens fordert. Posen. Am Sonntag, den 7. August, stattete der amerikanische Senator Morgenthau mit seiner Kommission der Stadt Posen einen Besuch ab. Er wohnte einer Sitzung - des „Jüdischen Volksrates" bei und ließ sich die Mitglieder des engeren.Ausschusses vorstellen. Alsdonn beriet er mit! den maßgebenden Stellen und besuchte einige wohltätige! Anstalten. Ukraine. Ukraine. Die Zentralhilfssektion für Pogromopfer > erhielt folgende statistische Angaben über die Zahl der

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