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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-09-19 · 17 (19.9.1919) · p. Seite 184

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
17 (19.9.1919)
Date
1919-09-19
Page
Seite 184 (sequence 2)
Language
German
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«icht feil ist um alle- Gold und Gut der Erde, sondern nur um Arbeit, Pflicht und ein kleine» bißchen Menschenliebe. Gott segne unser neue» Jahr! Emil Lohn. LSSL» ESZSWMW^rWSZISSWrWL MocbenfcKau. - Tatsachen und Ergebnisse. Teutfchland. Berlin. Die, Konferenz der Funktionäre, Betrieb»» und Arbeiterräte der sozialistischen Parteien Deutschlands beschloß, die als Vorstoß der Gegenrevolution geschickt inszenierte antisemitische Bewegung mit allen Mitteln zu bekämpfen. Berlin. Die Jüdische Gemeinde bewilligte dem Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den deutschen Juden 3000 M. und stellte ihm auf dem Freihof Weißensee 10—12 Morgen für die geplante Gärtnereilehranstalt zur Verfügung. Hamburg. Im Jahre 1918 wurden hier 102 rein jüdische und ^5 jüdisch-christliche Ehen eingegangdn. —! Berlin. In dieser Woche finden in Halbcrstadt Sitzungen der Vorstände und Delegierten der Agudas- Jisroel und der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentunis statt. Hamburg. Das Repräscntanten-Kollegium der Deursch-Jsraelitischen Gemeinde genehmigte in seiner Sitzung den Antrag des Gemcindevorstandes auf Abänderung der Verfassung der Gcineinde. In Zukunft können auch die weiblichen Angehörigen der Gemeinde an den Wahlen teilnehmen. Ein Antrag, den Frauen auch das Passive Wahlrecht zu erteilen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Frankfurt a. M. Von'der Reichswehrbefehlstelle Preußen Unterkunfts-Departement Nr. 8031 9/19. U. 7 (UK.) ging der „Freien Vereinigung" folgende Zuschrift zu: Den russischen Kriegsgefangenen jüdischen Glaubens ist an den bevorstehenden jüdischen Feiertagen 25. und 26. September (Neujahrsfest), 4. Oktober (BersöhnungSfest), 9. und 10. ' Oktober (Laubhüttenfest). 16. und 17. Oktober (Schlußfest). Gelegenheit zur Ausübung ihrer religiösen Gebräuche zu geben. Sie sind an diesen Tagen von jeder Arbeit zu befreien und ist ihnen die Möglichkeit zu geben, an den genannten Festtagen die Synagoge zur Teilnahme an den Gottesdiensten zu besuchen. Diese Zuschrift ist u. a. an die preußischen Generalkommandos. ausschließlich 8.. 14., 15.. 16. Armeekorps, die Reichswehrbefehlstellen Bayern, Sachsen. Württemberg ergangen. Niederlande. Haag. Im Monat Juni haben in allen Städten Hollands Blumentage zugunsten des Jüdischen Nationalfonds stattgefunden. — In Argentinien wurde im Monat Juni eine Palästtnawoche abgehalten, als deren Ergebnis bisher 80 000 F r s. an den I. N. F.abgeführt wurde. Die Veranstaltung war auch insoweit ein starker Erfolg, als sich außer der Zionistischen Organisatton Argentiniens auch die poalezionistischen Arbeiter sowie nichtzionisttsche Vereine und jüdische Gemenden in den Dienst der Sammelarbeit stellten. Die „I ü d i s ch e W e l t" gab «ine reich illusttierte Sondernummer heraus. — Über den Blumentag in Wilna berichten die dortigen Zeitungen, daß er eine der großartigsten Kundgebungen der Wilnoer Judenheit gewesen ist. Besonders gab die Jugend \ ihrer Begeisterung für die Idee des Jüdischen Nationalfonds starken Ausdruck. — Während der Sukkoth-Tage wird in der Tschescho-Slowakischen Republik eine Palästina-Woche stattfinden. - I rjotil Schweiz. Zürich. Dr. Nathan Birnbaum hat sich im Aufträge der Aguda» Jisroel nach Litauen begeben. Zürich. Misrachisttsche Jugendarbeit in der Schwei,. Die im April 1919 gegründete ,.Jung-Misracht"-Schüler' gruppe in Zürich hat sich in der letzten Zeit sehr stark entwickelt. Eine zahlreiche Schar von Knaben und Mädchen im Alter von 12—15 Jahren hat sich angeschlossen, und in viele bisher fernstehende Familien wurde .durch die Kinder der Geist des Misrachi gebracht. Genf. Eine Anzahl französischer Gelehrter und' Schrissteüet, darunter Anatolc France und Ernest Lafitte. erlassen einen Aufruf an alle Parlamente der Welt zu einem Protest gegen die Judenverfolgungen in Osteuropa, die alles überträfen, was zur Zeit des Zarentums in Rußland verübt worden ist. Dänemark. ' Kopenhagen. Dr. Moses Friediger-Oderberg ist zum Oberrabbiner von Kopenhagen gewählt worden. Deutsch-Österreich. Wien. Etwa 90 in Deutsch-Österreich befindliche Palästinenser haben die Erlaubnis zur Rückkehr nach Palästina erhalten. Oberrabbiner Dr. Chajes-hat eine Versammlung von Palästinahilfskomitees einberufen, die die Durchführung der Rcpatriierungskommission dem Palästina-Amt der zionistischen Organisatton übertrug. Mit Hilfe der .jüdisch-palästinensischen Reise- und Transport-Gesellschaft wurden dann die nötigen Vorbereitungen getroffen, auf Grund deren dann am Dienstag, 19. August, die Abreise erfolgte. Die Abfahrenden wurden von. der amerikanischen Mission in Wien durch zur Verfügung gestellte Autos, von der englischen Mission durch Mllch, von der italienischen durch Nachtquartier in Triest unterstützt. (Israelit.) Tschecho-Slowakien. Prag. Hier whd offensichtliche Pogrompropaganda gegen die Deutschen und die Juden getrieben. Auf den verschiedenen Plätzen der Stadt sieht man Jrrcdenteure, die Hetzreden halten. ° ' \ Auch aus Brünn, Lundenberg und anderen Plätzen wird Agitation gegen die Juden gemeldet, die schon mehrfach zu „Taten" führte. Ungarn. - Budapest. Hier wurde zur „kräftigen Abwehr der rüden Judenhctzer" eine Landesorganisation der ungarischen Juden geschaffen, die auf «ine Unterstützung der Rumänen und der Ententemission gegen die Übergriffe der Pogromisten hofft. Galizien. Lemberg. Die Universität erließ eine Verordnung, dergemäß nur jene Studenten inskribiert werden können, die ihrer Dienstpflicht in der polnischen Armee nachgekommen sind. Diese Verordnung ist ausschließlich gegen die > Juden gerichtet, denn bekanntlich wurden die Juden Ost- >. galiziens, die sich zur jüdischen Nationalität bekennen, nicht in die polnische Armee ausgenommen. Berlin. Nach seiner Rückkehr aus Pinsk begab sich Morgenthau mit einigen Mitgliedern seiner Kommission nach Czenstochau und Krakau, von wo die Kommission sich nach Ostgalien begibt. In Krakau empfing Morgenthau die jüdischen Presse-Vertreter zum ersten Male zugleich mit den Vertretern der polnischen Presse. Polen. Berlin. Auf Intervention desPübbiners Halpern wurden in Ciechanow und anderen Orten für den Sabbath bestimmten Stadtratwahlen auf «inen anderen Tag verlegt. Gleichzeitig ersuchte der Minister des Innern den Abgeordneten, in den jüdischen Zeitungen bekannt zu geben, man möge sich, falls irgendwo Wahlen für den Sabbath angeordnet würden, sogleich an den Minister des Innern wenden, der Abhilft schaffen würde.

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