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Jüdischer Bote vom Rhein · 1919-08-29 · 14 (29.8.1919) · p. Seite 148

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Journal
Jüdischer Bote vom Rhein
Volume
1 (1919)
Issue
14 (29.8.1919)
Date
1919-08-29
Page
Seite 148 (sequence 2)
Language
German
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Rünche«. Dir amtlichst BolWufllärung-stelle für BaGmr tritt «it: >rJn der Hetzten Kit wUjchen-LlleraM Fk^blStter kmffestrn Inhalt»'vertM. die -meiner wilbelr Judenhetze aufrei-en sollen. GezeÜhnet sind die Blatt?» von» »ZluSschun für Bolksaufkläruchz E. B.. Berlin NW. 7". Auch in Rordbayern hat sich anscheinend ein Ableger dieser Stelle aufgetan unter dem Namen »Fränkische Zentrale für Volksaufklärung". Was sich die von Liesen Mellen herausgegebenen Flugblätter und Broschüren an Verhetzung leisten, ist so sinnlos und für'die Aurfrechtcrhaltung unserer inneren Ruhe so gefährlich, daß sich jeder objektiv denkende Volksgenosse, mag er sich nun *ur Frage des Judentums stellen wir mir immer, durch die Machenschaften abgestoßen fühlt. Zweck dieser Zeilen ist. das Publiküm vor einer Verwechselung der Unternehmungen mit der amtlichen DolkSaufrlarungsstelle für,Bayern zu Warnen." Treysa. Die Gemeinde Treysa beging am 9. August die Feier deS hundertjährigen Bestehens ihrer Synagoge, die im Jahre 1619 von Abraham Isaak Meyer der Gemeinde geschenkt worden war. Die Festpredigt hielt Herr Provinzialrabbiner vr. Cohn aus Marburg. . Hecke a. d. S. Der Vorstand der hiesigen Synagogengenreinde ist dem Ersuchen, das die Repräsentantenversammlung einmütig an ihn gestellt hat, einstimmig beigetretem .Danach wird ohne Änderung des Gemeindestatuts der Rabbiner zu sämtlichen Vorstandssitzungen mit beratender Stimme zugezogen und zu sämtlichen Repräsentantensitzungeu eingeladen, wo er das Recht erhält, wie ein Vorstandsmitglied jederzeit das Wort zu ergreifen. München. Die 37. Generalversammlung des israeli- > tischen Lehrcrvereins für Bayern fand am Mittwoch den 27. und Donnerstag den 26. August in Würzburg in der Alhambra statt. Berlin. In unserem Bericht über die Beerdigung von Prof. Maybaum in Nr. 12 unseres Blattes find die Namen der beiden auswärtigen Redner verwechselt worden. Für den liberalen Rabbinerverband sprach Rabb. vr. Vogelstein-Königsberg, für den allgemeinen Rabbinerverband in Deutschland Rabb. vr. Rosenthal-Köln, den ein Trauerfall in eigener Familie nach Berlin geführt hatte, in seiner Eigenschaft als Mitglied des geschäftsführenden Vorstands des Rabbinervcrbandes. Berlin. Hier ist es erneut zu schweren Ausschreitungen gegen die Juden gekommen. Trotz der.Lärmszenen mit Prügeleien und schweren Mißhandlungen der Juden sind Polizisten oder andere Ordnungstruppen zum Schutze der Juden nicht aufzutreiben, oder die drohende Haltung der Menge richtet sich auch gegen die Beamten. London. Die Anfragen im englifdjcn Unterhause über die Pogrombcwegung in Polen dauern an. So wurde neuerdings angefragt, warum nur Berichte aus polnischen, dagegen niemals solche aus den jüdischen Nattern gebracht wurden. > Warschau. Paderewskvsoll angeblich zum Schutze der Juden die Errichtung von über 40 Kriegsgerichten verfügt haben, die innerhalb 24 Stunden nach der Verhaftung alle Personen aburteilen sollen, die der Teilnahme an Vergehen gegen die Juden beschuldigt werden.! London. Lord Harmsworth erklärte im Unterhause, die britische Regierung habe beschlossen, eine Kommission nach Polen zu senden, um die Stellung der Juden zu unter- . suchen. \ , > . Lemberg. In Ostgalizien, hauptsächlich in dem von Ukrainern bewohnten Gebiet, wo die Juden bisher im polnisch-ukrainischen Kampfe sich neutral verhielten, haben , die Polen angefangen, Ichden zwangsweise zum Militärdienst« heranzuziehen. Gegenwärtig werden die Jahrgänge > 1894 und 1695 rekrutiert. Da diese Maßnahme eine Ver- ' letzung der jüdischen Neutralität bedeutet, hat die Dele- > gation des ostgalizischen Jüdischen Nationalrates dagegen! den schärfsten Protest erhoben. ., ÄlWchau. L»/GrMec KrMtski fctat dHMM tioMe Meldung, daß imäen HWen der ALiierM das Gerücht verbretttt sei, woVch stre Mi irrtest «N'PHWW^ die Dauer von 25 Jahren die AdmilnstNionAibeMhmen wollen, weil In Polen Uuordnmrg herckche und jade einzelne Provinz auf eigene Faust Politik betreibe. Budapest. Die Judenhetze dauert an. Am 11. d. E erschien eine Deputation der Studierenden der Technischen Hochschtile beim Rektor und forderte die Ausweisung aller jüdischen Studierenden, da sie, wie sie sagte, mit Juden nicht im gleichen Saale sitzen wollen. Der Rektor billigte oiese Forderungen und berfügtc die Ausweisung. Auf diesen empörenden Übergriff antworteten nun sämtliche jüdischen Professoren, der Universität und der Technischen Hochschule mit ver Einstellung ihrer Vorlesungen. Griechenland. Paris. Der Führer der Judenschaft von Saloniki ist hier eingetroffen, um der Friedenskonferenz die Bitte der spanischen Judenschaft zu unterbreiten,'Saloniki zum Frei», Hafen zu erklären. i Rußland. Petersburg. Jsvestija veröffentlicht eine Zusammenstellung der in den letzten Monaten auf ehemals russischem Gebiete vorgekommenen Pogroms und schreibt, daß überall. wo Agenten der Entente am Ruder find, die Judenfragr in Form von schrecklichen Metzeleien wieder aufgetaucht ist. Tie noch unvollständigen Zahlen ergeben allein für das Gouvernement Podolien 3307 eruwrdete Krden. Dazu kommt die Bevölkerung von Petschora, die bis auf den letzten Mann vernichtet wurde. Im Gouvernement Kiew wurden 122 000 unglückliche Juden ausgeplündert. In Podolien haben Petljuras Banden das Gemetzel neuerlich wiederholt. Wo Koltschak und Tenikin herrschen, ist die Ansiedlungszone für die Juden wieder anbefohlen worden neben allen möglichen anderen Beschränkungen. * * Amerika. New Aork. Hier ist vor kurzem ein Verein zur Verteidigung der jüdischen Sprache in Palästina gegründet ivordcn. Zweck dieses Vereines ist, Geld und lüdische Bücher für Palästina zu sammeln und für die Einführung des Jüdischen als einer Verwaltungssprache in Palästina Propaganda zu niachen. Der Verein besitzt bereits ungefähr 25 Ortsgruppen in,den verschiedensten Städten Amerikas. Das Komitee hat beschlossen, seine palästinensischen Mitglieder mit monatlich 100 Dollar zu unterstützen. Die erste Sendung für Mai ist bereits abgesandt; ihre palästinensischen Gesinnungsgenoffen haben mehrere jüdische Arbeiterklubs eröffnet und geben eine Zeitung in jüdischer Sprache heraus. Palästina. Jerusalem. Nach dem Plane des Jerusalemer Stadtingenieurs Mr. Meklan soll die Stadt so ausgebaut werden, daß sie eine Million Einwohner faffen kann. Jerusalem. Der bekannte amerikanische Philanthrop Bankier Nathan Strauß beabsichtigt, sich hier niederzulassen. Er hat telegraphisch Auftrag gegeben, auf einem von ihm gekauften Grundstücke hier ein größeres Haus zum eigenen Bewohnen zu erbauen. Jerusalem. Die Exekutive des Rabbinerverbandes von Palästina richtete an die britische Piilitärverwaltung in Ägypten das Ersuchen, die jüdischen Regimenteram" Sabbath «d an den jüdischen Feiertagen (solveit die Landesverteidigung es zuläht) von jeder Arbeit zu befteien, den religiös gesinnten jüdischen Legionären eine rituelle Verpflegung zu geben (gleich den indischen Soldaten, denen die rituelle Verpflegung garantiert ist) und den jüdischen Soldaten Erleichterungen für den Besuch Jerusalem und der heiligen Orte zu gewähren. * * .

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