Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 12 (15.8.1919)
- Date
- 1919-08-15
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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- 184 — Wocheysch-u. S*WW ffll* Deutschland. » A»f hem Mledyos zu Seite Hermann CqhsnH. Rabbmer< Kaum begraben. Vorher fand inder'Nkue'ä'Systagogtz ^rauerfeier stats, ifl der Rabbiner vr. Hochf«ld die Gedenkrede hielt. Astf dem'Friedhof sprach im' Ram^n der Lehranstalt für die Wissenschaft des Juherftupis PrgftWo» Vr. < G u t t m a n n.' n'amenS»- des Rabbinerverbandes in MV L'^ÄLWKÄ- Rosenthal (Köln). , Berlin. Eist in Mich bestehestdxs Zefljralkomjte; hgt Zusammen mit mehreren Lokalkomüees' in dankenswerter Weise wahrend' der Monate Jüniund'Juli annähernd'75^ Kindern aus Wien ermöglicht, in dr Schweiz Fenenaufenthqft "zu nehmen.'' "Me wir erfahren, 'werden Ende August auch ^300 jüdische Kinder aus De nt sch fand zur Erholung in die Schweiz reisen können. Berlin. Unter dem Titel .Der Freitag" erscheint in Berlin die crstx deutsche Wochenschrift in jüdisch« Spsacke. Hamburg. Wir entnehmen dem letzten'Sitzungsbericht der Deutsch-Israelitischen Gemeinde: Der Vorstand lehnt die von den Repräsentanten beschlossene Bestimmung. wonach in das Repräsentantenkollegium nur wählbar sein soll, wer der Gemeinde mindestens ein Jahr aflgehort hat. ah. Der Vorstand muß sich grundsätzlich gegen jede Karenzzfis hinsichtlich des aktiven und passiven Wahlrechts gflssprxchefl. Düsieldyrs. Der Verein zur Förderung der Handwerke und technischen Berufe unter den Juden (gegrsindes 1882). der durch den Krieg in sejner Arbeit naturgemäß stark gelitten hat. beschloß eine Reorganisation des Vereins. Er bezweckt die Unterbringung auswärtiger Lehrlinge bei tüchtigen Meistern und sorgt für rituelle Verpflegung im Lehrlingsheim. Frankfurt a- M- Das Allgemeine jüdische Krankenhaus Schaare Zedek in Jerusalem (Geschäftsleitung Frankfurt a. M.. Röderbergweg ß3), das sich die größten Verdienste um Tausende von Schwerkranken inunermüdlicher Arbeit auch während des Krieges erworben hat, jst dringend auf Unterstützung zur Fortführung des Betriebes angewiesen. Wix legen unfern Lesern dies« wichtige jüdssche Pflicht besonders ans Herz. > Die Judenhetze in Deutschland. Immer wieder kommen Nachrichten aus allen Teilen des Reiches über den Fortgang der Judenhetze. Natürlich sind es in erster Linie die reaktionären Kreise, überhaupt die Anhängerschaft des alten Regimes, die die Juden für den verlorenen Krieg, für die mangelhafte Ernährung, letzt sogar für den schlechten Kurs der Mark verantwortlich machen! Jedoch sind auch manche der Sozialdemokratie nahestehenden Schichten daran beteiligt. Unter diesen Umständen ist es schon gefährlich, wenn mancherorts Pogromaufruse angeschlagen und verteilt werden. Auch im Heer macht sich die Judenfeindschaft breit. Besonders aber sind die Universitätsstädte, z. B. Göttingen, Marburg, Frankfurt, der Herd dieser Umtriebe. In Marburg und Frankfurt treibt neuerdings der übelberüchtigte antisemitische Profesior Werner sein Wesen. Er hat in Frankfurt allerdings in einer Radauversammlung eine ordentliche Abfuhr erhalten. Berlin. Die deutsche Zeitung veröffentlicht ein Preisausschreiben für die Abfassung eines zur Verwendung geeigneten Flugblattes, das in allgemein verständlicher Weise den unheilvollen Anteil des Judentums am Zusammenbruch Deutschlands unter besonderer Berücksichtigung der Sozialdemokratie beleuchtet. Preise von 500, 300 und 200 Mark sind ausgesetzt. mmei ix (fetUx. Ein Flugblatt deS Ausschr klLuna tischt, das Ammenmärchen pom aufmwvenangtRache und Sühnvng! Dsfstr!,, LmkSaüMärung soll überhaupt zuscmtmett mit pnd 'Berlin. Der .Landesverband Bayer> i» sentralverein deutscherStaatsbürger fie ifchtzn Eslaubefitz* veröffentlicht eine Erklärung in rrschitzdeßerf TaaetzzeiWgen, in d'esäll« imftanbMn Me»-, ^en äufgerufen werden, zusammenzuflehen und dle^udeßx ' jeindlichen, den öffentlichen Frieden bedrohenden der Zeitschrift des Deutschen Umchhängigen Owens der Odd-Fellows,' „DaS BküdeÄvdrt^'Ä- Deutschland.' , Die P«MW. Lopston. .^Tim^s" melden aus Warschau noss liche Einzelheitin^onden ukrainischen Pogramew Sa! ist Fa stow und Perditfchew übxr 2000 Jupest. jn Kasatin über f»QQ Juden ermordet worden. Berlin. Der offiziell« Bericht der Untersuchungskom- Mission der polnischen Regierung bestätigt in seinen FestsftlsnWfl in Gasizien die bisherigen'Ptrsdpugssn leider in allen Einzelheiten. (Die Ableugnungsversuche der polnische» Regierung erweisen sich hiermit wtederum akS'völlsg erlogen.) Warschau. Die amerikanische Kommission zuk Feststellung der Schuldftage an den Pogromen, an deren Spitze bekanntlich der frühere Gesandte Mn r g'e n t h a u steht, ist in Warschau ejngfitroffen und von der jüdischen Bevölkerung lebhpft begrüßt worden. Ungarn. j: MdMft. Nachpefli pie Juhephetze geradezu erschrecken, den Umfang pnaenqmmen hatte, gibt die Regierung bekannt, daß sie energisch gegen all« antisemitischen Ausschreitungen auftreten wird. Den Beamten des LebensmittelamteS — einxr besonders judenfeindlichen Behörde — wurde uahegelegt,' daß sie bei Fortsetzung ihres'Treibens aus hem Amte eiMffen werden'nfüßten. Budapest. Die in Upgarp einsetzfndeu Judenverfolgungen werden unter Dulhum'uflv Unterstützung der rumänischen Besatzungtruppen snszeniert. (Pas war ja auch nscht anders zu erwarten.) Stockholm. Die von den poale-zionistische» Vertretern aus der internationalen Sozialistenkonferenz in Luzern, Chasanowitsch und Kaplänski, sowie von dem französischen Sozialisten Renaudel eingebracht«» Resolutionen, pie schärfste Gegenmaßregeln gegen eine Wiederkehr der Pogrome owie oie Entsendung einer Untersuchungskommission flach Polen verlangen, wurden einstimmig angenommen. Warschau. Die gesamte jüdische Tagespresie (darunter Haint, Moment, Das jüdische Volk) wurde verboten, weil sie den Bericht des englischen Gesandten in Warschau über die blutigen Wilnaer Pogrome als unzutreffend und beschönigend kritisiert hatte. - * » * Polä^tina. Jerusalem. Jn Palästina fand aus Anlaß der schrecklichen polnischen Pogrome ein allgemeiner Trauertag statt. Der provisorische Wäad sandte einen PMest^n^ie Friedenskonferenz. ' Jerusalem. Hier erscheint eine neue hebräische Tageszeitung „Doap hajom", d. h. „Tagespost", lolen. Warschau. Der Landtag bat den Friedensvertrag ratifiziert. Dadurch treten auch di« Bestimmungen über de» Schutz der Minoritäten in Kmft.