Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 9 (25.7.1919)
- Date
- 1919-07-25
- Page
- Seite 92 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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92 ‘ Als nun der Cäsar dem Ungestüm seiner.wie rasend! gewordenen Soldaten nicht mehr zu wehren vermochte und die Mammon immer weiter um sich griffen, betrat er mit' den Offizieren das Allerheiligfte und beschaute, was darin' war. Alles fand er weit erhabener über den Ruf. den es, bei den Fremden genost. und ganz entsprechend der fast prahlerisch hohen Meinung, welche die Einheimischen davon hatten. Da übrigens das Feuer bis in die innersten Räume noch nicht vorgedrungen war. sondern nur erst die an den Ttmpcl anstoßenden Gemächer verzehrte, glaubte er» und zwar mir Recht, das Werk selbst könne noch gerettet, werden. Er sprang also hervor, um nicht nur persönlich die Soldaten zum Löschen anzuhalten, sondern befahl auch dem seiner Leibwache angehörenden Ceiuurio Libcralis, die Widerspenstigen durch Stockschläge zu zwingen. Aber Erbitterung, Judenhaß urrd die allgemcitte Kampfwut ertviesen sich stärker als die Rücksicht auf den Cäsar und die Furcht vor seiner Strafgewalt. Tie meisten freilich feuerte die Aus-, sicht "auf Raub am da sie der festen Überzeugung waren, es müsse, weil sie außen alles von Gold gefertigt sahen, das Innere erst recht.von Schätzen aller Art strotzen. Während nun Cäsar heraussprang, um die Soldaten zurückzuhalten, hatte schon einer von denen, die ins Innere eingedrungen waren, im Durckel Feuer unter die Türangeln gelegt, und da jetzt auch von innen plötzlich die Flamme hervorschoß, zogen sich die Offiziere mit dem Cäsar zurück, und niemand gab sich mehr die Mühe, die außen um das Heiligtum streik senden Soldaten von iveiterer Brandlegung abzuhalten. Auf diese Weise ging der Tempel gegen den Willen des Titus in Flammen'auf. So sehr man nun auch den Untergang eines Werkes beklagen muß, welches von allen, die wir es durch eigene Anschauung oder vom Hörensagen kennen lernten, ebensowohl hinsichtlich seiner Pracht und Größe im allgemeinen, wie inbetrcff der höheren Bedeutung des Allerheiligsten das stauirensiverleste war. so mag man-doch noch reichen Trost finden in dem Gedanken an das Geschick, dem wie nichts Lebendiges, so auch kein Werk von Menschenhand und keine Gegend der Erde entrinnen kann. Merkwürdig ist die Genauigkeit, mit der dasselbe die. Zeitläufte einhielt. Es bestimmte nämlich, wie schon gesagt, zur Zerstörung sogar denselben.Monat und denselben Tag, an Welchem der Tempel einstmals von den Babyloniern in Asche gelegt worden war. Bon seiner ersten Erbauung durch den König Salomon bis zu der in unseren Tagen erfolgten Zerstörung, die in das zweite Negierungsjahr Pespasianus fiel, rechnet man 1120 Jahre. 7 Monate und 15 Tage, und von der zweiten Erbauung, für die im zweiten Jahre der Regierung des Cyrus des Prophet Aggeus seine Stimme erhob, bis zur Zerstörung'unter Bespcrsianus 629 Jahre und 45 Tage. * \ Lern und Tat. -Köln. In der am Sl. ds. MlS. ftuttgehuvte» Sitzung der Repräsentanten ivurde die Etatberatung zu Ende geführt und der aufzubringende Steuerbetrag auf 607 156.26 Mark festgestellt. Köln. Am 16. November d. I. begeht der hiesige israel. Wohltätigkcitsverein Chewro Gemilas Chas o d i m das Fest des 100jährigen Bestehens. Zur Erinnerung an diesen Tag beabsichtigt derselbe, eine größere Stiftung zu mää>en. und zwar zugunsten des israel. Kinderheims» welches durch die Vergrößerung des Säuglingsheims gezwungen ist, ein Nachbarhaus zu erwerben. « Köln. Tie Chewro Ahawas Reim (Verein Nächstenliebe) feierte am 12. ds. Mts. in der Rheinlandloge sein 20jähriges Stiftungsfest, verbunden mit der Begrüßung der aus dem Felde zurückgekehrten Vereinsmitglieder. Anknüpfend an die Ansprache des Vorsitzenden Herrn Philipp Aaron und einen stimmungsvoll^>orgetrugenen Prolog wies Herr Rabbiner vr Rosenthal auf die edlen Ziele des Vereins hin, durch Nächstenliebe die Wunden der schweren Zeit zw heilen. Nach einem schonen künstlerischen PrvMamlN'WMdea«snes,SaM»fstNKl>Mihwi WnÄchrvch-m .KriegsgefanMnen-dorgenämmen ^und.Mgah^-einktzi . ten Betrag.? tibm.i Köln. Hier wurde ein neuer nationaljüdischer Jugendverein H a t i k w a h gegründet, - ^achl^inem am 14. Juli zu diesem Zwecke gehqltenssn.VsrstoL vy.n.Herrn vr. Nathan trat man -am 17» Jul i -jur Gründung zusammen und nahm einstimmige das folgende Progranmr an ) '„Der jüdr.Jugendvevekn Hatikwah'ist,'bestrebt. sÄnd MitälksVxr chü Menschen zu erziehen,, dte ick/Bewüßtsekn itzter tzügjchörMit zum jüdischen Volke an der Wiederaufwhtung des jümschen Gemeinwesens in Palästina und an-der Erhaltung des Judentums in der Diaspora tatkräftig Mitarbeiten. Diesem Zweck dienen wisicnschaftliche und gesellige Veranstaltungen. Remagen. Sonntag den 20. Juli fand sich hier im Howl Anker der jüdische Jugendbund des Ahr-RheintaleS zusammen. Zahlreiche aktive und inaktive, Mitglieder lauschten dem Vortrag» den -Herr, JDr., mcbi. Lob-Ahrweiler über „Nerven^ und Geisteskrankheiten unter den Juden" hielt/ Der Redner erklärte ihre Entstehung und führte die Mittel an. .mit deiiest der 'Laie, sie 'äpsIgreich,, bekämpfen könnte. Viel Bewegung, in freier Luft und-gesunde körperliche Betätigung feien die > Hauptsache, infolge'besten seien auch die jüdischen Türn-'Uiid Sportp^refttr. di< alle die körperliche Regeneration hcs jüdischen Volkes erstrebten, aufs, fteudigste zu begrüßen und zu fördern, ' Reicher Beifall folgte. Herr Lehrer Hirsch dankte namens des Vereins dem Redper. Danach würde eine Tour für. hens3. August beschlossen. Alle aktiven und inaitiven Mitglieder werden freundlichst gebeten, daran teilzunehmen. .. Oberdollendors. ,Herr,R. Dapid aps Ünkel,fe'ter(e.am vorletzten Sabbath sein lOjahriges. 'Jubiläum als Vmb^rer unserer Gemeinde. 'Der Vorstand. Herr^J^.SsPfel,,.hrelt im Gotteshaus eine.kleiyp Ansprache M best Jubilar und überreichte ihm zum Tank.eine Ehrengabe der Gcm^jnp^ Herr Davit? steht im 70. Lebensjahre und' hat noch.ast den vergangenen hohsn Feiertagen sämtliche Gebete. allein verrichtet,.. . ... . :l,li üiij.ilt'ii Rheydt. Am Samstag den 1A. Juli.starb in fast vollendetem 92. Lebensjahre der Älteste unserer Gemeinde»Herr Jakob Struch. Lqnge Jahre hat-er als, Vorstandsmitglied mit Umsicht und-Treue-seines Amtes gewaltet-und späterhin auch seine reichen!,Erfahrungen bereitwilligst,in den Dienst der Allgemeinheit gestellt. - Er wurde mit hohen Ehxen zu Grabe' getragen. - Erkelenz. Am Mittwoch den 4.1 Quli wurde hier der Vorsteher unserer Gemeinde ^Herr Aler'We i nderg 'zttt letzten Ruhe geleitet. Seine Beerdigung gestaltete' sich zu einer beredten Kundgebung der-Verehrung!,und Hochachtung. die der Verewigte bei der gaüztn Bürgerschaft'genoß. Aus asten Kieisen"der Einwohnerschaft chatte man'sich eingefundeni um ihm das letzte Geleite Zu geben. Sein öfftl nes, gerades Wesen iii' Handel 'und' Wandel. seine'HilfSi \ bereikschafl gegen-feder-mannr fein ausgeprägterMeMrürsttM" i erwarben ihm die'Liebe und Achtung aller. Die Aücherier Handelskammer, der tr angehörte, hatte ei ne'Vertretung gesandt. Herr Lehrer Frohmänn' aus Geilenkirchen hielt | eine warme, zu Herzen gehende Grabrede, in der er ei« lebt j Haftes Bild des Verewigten zeichnete.'»Der städtische' G«t! sangverein, dem er meht als üO'Jahre angehört chatte und besten Votsitzender er 10'Jahreläng gewesene > sang ihm'den! Grabgesang. -^Er'wurde neben feinem'Sohn. der als Dpftt des Krieges ihm einigt'Monate voraufgeaangen wär/'bestattet. Sein Andenken wird-'nicht'erlöschen. . -!,>n Geilenkirchen. Die Synatzogengeweinds' trifft > große Vorbereitungen 'zur'Kiew des 50fähkigen Bestehchts'ihreK Gotteshaufes am 23.' August dieses Jahres. 'Hetr Räbbinst vr. Cohn aus Bonn wurde eingelüden.'' die Weihttedt zu halten. "'-l - T.'vi'n- .i-i inthn -1; ' '!l 1-1 i VI. jl ' II „!,i il'-.i i it|,iii| II, ,,, ' ■ •' ■ "i >!- Ii'i-! ', ir-n'li lim III',-» ' .-»VH •' .. - -ilifp'-' > . i’tiir.i";' -,III, k, » .il'ü'iiit ii> . >!>,-! ,117 >1