Jüdischer Bote vom Rhein
- Journal
- Jüdischer Bote vom Rhein
- Volume
- 1 (1919)
- Issue
- 9 (25.7.1919)
- Date
- 1919-07-25
- Page
- Seite 89 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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-jüdische»*iü iP-lm Mfft/ >i«ß die- Erziehungen -wischen Polen '-«MnJuden' j tz««tze>, Alannofität MMvnmren >hchbMidre''-inön besonderen Schutzfürbie Juden notwendig 'MdchL"Y»U'i''Üm/'?-, Vtvi il"; „n . ' uxiIILsnd«»^b AM M Jul t hst'die gesanwe Judenheit des Lükdonrr'Ostends'nicht gearbeitet -und — gefastet.-'Des MortztNS'in^der 'Frühe-"niarde'' in sämtlichen- Synagogen Slichos gebetet und'yeweint.'-i Um iQ Uhr bildete-sich ein 'DtzrtwnstrntionrzNg/ium dev Welk'ßu zeigen, wie eng die 'Judendes>'Londoner- 'Ostends' mitder'-gepeinigten Juden- Mlt'iPokests'-stch 'verbunden^fühtti'i'Doran Soldaten» dann Ächuttttidsv, dickN-did'jüdischen'Atbeiterverbindungem. dann 'dtt"rnvlvse- 'Zlch' vow mindestens vv 660 Menschen., lüber- 'ViM fandett' MüssenversaMmlMgett'lsdatt. Auch die engttschel'AtteitttsuMvi'uahmeine- Protestresolution gegendie "PpWSMt"ttN."Xtil'/.!' kt.ru«: u* I I M! kki-ii ü .1 >« ^'Dtchkhvlm.i Es^Nerliwtet'chier, daß 'dtonzionistischeu -ÄdtschW 'iNbezug 'NÜfPÄästtNa vorder Frtodenskünfe- "itstz Mit gMrz-leichten Abänderungen angenommen worden 'find.' '»üorrg ««iilirncht^ r«o;iM; rtMivn. uni. ,V,5A New'Aoek-! Kvr seiner lAöreisemach Amerika 'erklärte . Wui-"Mmshhll,'"der "Vorfltzende des'Komltees-der jüdi- ''Wtt'Delegätiosten in'Paris, dab"der,mtt Polen abgeschlos- "senr''PtMag'van großer historischer!'Bedeutung sei. Die Juden, hätten das Maximum dessen erreicht,-was sie unter "deck"umstäiiden-' erlangen - konnten.'-'-Die' Juden werden -iimned/tchtÄ' Bütyet PoltztiS sein^ 'Das Komitee der jüdischest' Delegationen Mibe 'in Paris bestehen und werde -dort stW MKMti fortsdtzenl" 'l "',r(-AMch,^m?-Der Gouverneur veröffentlichte eine Kund- -'tzebuNg/ >m der «r-der Bevölkerung ^-zu ruhigen Versamm- - "lÄN'tzeN"MckK Besprechung-des'Mündatssystems di« Erlaubnis gib!,'uber"vor chauvinistischer ^Übe^spamrung der'AutonomiefdidbrüNgeN! warnt.'-" "^''Uesttsä-keNr. Hier^nnirde ein ErziehüngSamt untev-Lei- Wig'^»es''Höchangesehrnen' 'EeNiots der'l palästinensischen 'ÄMer^'MtersteM'will.-' Die allen Schulen gemeinsame "UiMmchtssprache ist-hebräisch.-— Die-bereits als vollzogen gchcheldeteN' Wahlen für die jüdische gesetzgebende Versamm- MNsxMd'biS Oktober"aüfgeschoben >w0redn:-- - 5i0 wyiU// ')i'l Ji'dnti mir,', ji/. .ijooru : o« mH .«vhiTlWii'J -auiuM-ij«if <>r,Vi :Ü! -j;■■ ‘ii'jjid (bf| «iif.iii'n 4ini flriiiu t\’! n;n; _• i. v<t >id .wjt ^MueklSrkn"t"u'^^ liOjS'j :i"j i'.-'jT' Jr'TM'infTV'ijy- .Ji j 'rn*PrS; ^*j?.r '^5-?...,, ^..ÄMar, 'Mst -hatte Wosts Renpsslssohn zu gejÄqssen^d^ mit,ernstem Wldem da^Mtriehe dex Menschheit geblickt idKM-MNli^-Sil.elnem philosophischen Standpunkt ch»M' wie,et-gern vui.Genugtuung.Me p^gWrch MMkoypem. Es,^,eine reinlsche ^MeiMöijL^dt..«lim. Kainps.In^Harunuxien .! m .stspWWett,Gesetzp--stlchteM MenWiher- .gptssichen .Wttochnung; hie. M -der, „Waend" M,M«:M0MlsDyp. Wandel gemissermaßen die Ästhetik ,deS,MNMichqn tzcmdelnß, .sah.,. -Für,diese WqhlgeMigkeit um MkAMNiMsts.!s«?den,WMchmMitpv;nschrn Md „-u.iMW -eigenen,,Augen hgUNdendi^, unruhigen, herßen liftif!» m WMsiM.MK Mt und nicht der,un- .MsW^OrM-gst'.MerMachfe der^JnstlM undMfüble, .>chiihsHch>lyicht.,qüs.,der deixPpnzpn MlteNinhqlt regelnden siiM Msivenhen! ...Bsxmmst'/, chkstetit^i/lckem „T^enn was stWcht,M,p«x,LcWMft,s^Whgt Vernuyft der AWch o'svSskdMiMt.,i>kM .VtJ1 . -. .1) dnfflkglwewiMUlett'!ANtien^hrMMWt,Wunders' quaten Stile hatte Mendelssohn djAs^heqpeme' sseinhürgern^ich^WeliMschMUW, MochtenM-MohsgerrMun dem luistMegMWpMilWapMiWchM seines Lchei's dahin- Ssien. Erst gegen das Ende seiner Tage ahnte er, daß dvOtuiS ÄÄstrStehen>-leiss'«mküMgtu--,-Lessmg war bei äuMn'NttstndWstltchkcht'innerlich von MsndÄssvhn grer,!- chqlt,wundersam ad-ackbgorückt ^). Seitder Wosfenhüttpler Zeit. Unh als Lejfing» Ms rüstigstem Schaffen «chbrrufen ward, da. hutchlitt Mendelssohn die schwerste Zeit seines Lebens —'-er kämpftss um die Weltanschauung des toten Freundes. Es war chm ein. Kampf um, die Ehr« des Freundes. Und doch goch mehr-^ein, Kampf um die eigene erschütterst. tzeeleMphe. Wst können es begreifen, daß die inneren Erregungen, jM das Leben kürzten — er fo'nnte eben nur mit einer wohlgefügten restlos aufklärenden Weltansicht leben. ..Ihre Erschütterung war seine Erschütterung. Di« Ahnung ihrer Überwindung — sein Tod ‘ .... ** ty■, Er war ein geschlossener, einheitlicher Charakter, ^ne große, aber «ine ganze Persönlichkeit, wie sie die Welt Mt oft gesehen. > Das war sein Adel. Sein Wert liegt ggnz sn ihm selbst — nicht aber^in dem, was er anderen bedeusts. Er hat keine Spmen hinterlasien: Schon zu s e i.ner ^est waren seine Hauptwerke vergessen. Uizd es ist eine Berjustdigung an diesem reinen, stillen Mann, wem manihn immer wstder, als den geistigen Führer und, den Erweckex der deutschen Judenheit hinstellt. Er war es nicht. Er konnte Md wollte es nicht sein. Seine vernünftelnde Weise, seil« zufriedene Weisheit konnten uninöglstl) die Riesenkräfte entbinden, dst die Judenmasie aus der Verknechtung zu Bürgern emporzuhebeu verinochstn. Die großen Gejchichtsmächte jener Übergangszeit, die die einstmals dumpfe Volksmasst zu einem nationalen Faktor hinauflrieben, mit allen Einzelfaktoren der Bildung, des Merkantilismus, der l-egmueuden Industrie, haben auch die Juden aus der Enge mit befreit, mit befreien müssen. Dieses geschichilichen-Umwandlungsprvzesses war Mendelssohn lvahrlüj) nicht Er-? reger- und nicht einmal ein individuelles Paradigma. Er ist auf engen, selbstgeschlagenen Pfaden, welche die Mqsie nicht finden konnte, gegangen, bis zu dem Ziele, in höherem Sinne ein Zeitgenosse zu sein. Ihm ist es geglückt» durch die Bildung seiner Zeit, durch eiserne Selbstzucht, die pststs ersticken und erdrücken mußte, sein Wesen auszugleichen und -u glätten und Judentum und Zeitkultur zu einer Einheü höherer Ordnung zu verbinden. Die Blasse der Judenheit aber — und darin liegt die geschichtliche Tragik Mendelssohns -— zerschellte gerade an dem Beispiel dieses seltenen Menschen. Machtvoller umbrauste das Ge- , schichtsleben das Ghetto, drang in die jüdischen Häuser, ein. Nur in dem Widerstreit der Zeitbildung mit der älstn Judentumsform wurden sie — gerade mit Mendelssohns Gedanken als Programm, mit seiner geläuterten Einheitlichstit als Bmbisd und Ziel — chaltlos und zerrissen. Schon zu Mendelssohns Zeilen verbanden darum die Alten mit der Bezeichnung Mendelssohnianer den Rebeubegriff der i moralisch > verkommenen, zerklüfteten Menschen -). Waren über, diese, zumeist aus 'dem Osten zugeiyanderten .JMglinge nur Einzelfälle und darum um so deutlicher auffallende Erscheinungen, so stellen sie wenige Jahrzehnte - später schon den allgemeinen Typus dar. Freilich geht die Entwicklungüber eine grüße Reihe interessanter -Zwischenstufe^ wobei die rein Örtlichen, dst sozlalen und wirtschaftkichen Mrhältnisse und die Zeitumstände bestimmende Merkmale Mben. In den Großstädten fallen die meisten 'und die'ersten Opfer.!)latürlich l Tann werden die Kinder der Reichen in den kleineren Gemeinden von der Strömung -sortgerissen und „aufgeklärt". Immer neue Schichten werden an die Oderfläche getrieben und von den: kulturelsen Oxydationsprozeß dngegriffen. Dieser Waikdel vollzieht sich noch'bis tief-in tnis 19. Jahrhundert hinein, und es hdt sein eigenes Interesse, zu verfolgen, welch sonderbare Blütenformen die späte „Aufllärung" unter der Einwirkung -der so wesentlich vonrärtsgebtachten Zeit treibt; "im Grunde indes doch nur Variationen des Tnpus Aufgeklärtest von der Wenoe des 18. und 19. Jahrhunderts. : So erklärt es sich, daß wir durch viele Jahrzehnte das alte , Klpgelied über die zunehmende Entjudung hören. David Friedländer jammert .Es haben sich lürtugenden Mter 1j Erich Schmidt. LesiMa. 1,268. 2 GE Bd. XI. 49. 3) Ö. «etgtt, Grsch. d. Jude« in Brrlin. 18^. «d I,-Il«.