Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 477 (sequence 53)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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/ J. L. Pertz; der Typus. 477 Stil einer persönlichen Aussprache in nichtsdestoweniger gestalteten Symbolismen, 'kann er selbst sprechen, ja* in die Schilderung hinein Deutung geben, Das ist also nicht Willkür und Zufall. Wie Wasser^ spiegelürig unfaßbar, gesehen und doch zerrinnend, sind die Gesichter von Perez7 Gestalten gleichsam ^doppelt, und eins gehört dem Autor, der uns lächelnd zuwinkt? bedeutet, phantastisch oder nachdenklich, abschweift, sich erbarmt und in Wehmut verliert. Dieser Stil erlaubt, oder besser: er ist eine seltsame Mischung von Gefühlsvorstellungen und Gedanken — Gedanken, die nicht zu demonstrierendes Ziel, sondern künstlerisches Mittel darstellen / die älle, auf welchem Umwege auch immer, Gefühls^ bedeutung und Gefühlswirkung erhalten. Es ist eben eine Mischung, die nicht zufällig, die künstlerischer Stil ist. „ 'Diese Art ist also eine, wo der Dichter nicht hinter seinen Figuren versteckt ist. Und man versteht leicht/ daß nur ein Mann, der persönlich reich ist 7-* an Bewegtheit und Leidenschaft-" des Herzens wie des Gedankens r-rnur einer, der aus seiner menschlichen Fülle mit beiden Händen, ausstreuen kann, in diesem subjektiven Stif Lebendiges, Zwingendes schaffen wird. Nur eine Persönlichkeit. Und Perez ist immerhin so viel Sieghaftes gelungen, daß man in ihm einen solchen Mann erkennen ~muß. In Perez7 Werken spricht eine Persönlichkeit. Wer — offenbar aiis einem Begriff von " Kunst, der nur der objektiven Art, der Aschs, entspricht — wer, sage ich, bei Perez Kunst und Persönlichkeit trennt und die Werke künstlerisch unvollkommen findet; sich aber tröstet, daß ein paar gute Novellen mehr öder weniger nicht so sehr notturi, als endlich einmal eine Persönlichkeit, wer so scheidet, der hat wohl Perez und die Kunst mißverstanden. * Die "Kunst : weil eine Dichtung nicht gut ist, die jtiicht nottut. Und Perez: weil seine Kunst nur möglich ist auf Grund der Persönlichkeit. *Diese ist nicht großer als jene. Man muß seinen subjektiven Stil erkennen. Oft kann man hören —- und gerade in Nekrologen; die Per et als große Persönlichkeit feierten, wurde es wiederholt —* daß Asch der größere Künstler sei. Das scheint mir grundfalsch. Man betrachte Asch, dessen Dichtertum ich nicht verkenne, einmal dort, wo er Perez Ähnliches versucht. Ich erinnere etwa an seine dramatische Szene »Der Sündiger«. Die Leiche des Sünders, den die Erde nicht aufnehmen will/ die Reden des -chassidischen Publikums, die Gebete des Rabbi, die knieende, in Schwarz gehüllte Frau — mystische Vedute i$t das alles/ nicht mystisches-'Schauen. Gibt eine* Szene trockenen Aberglaubens. Wider den, Willea des Dichters das ist das Schlimme. Asch gibt sachlich wieder und macht geheimnisvolle Gebärden dazu und merkt nicht/ daß er trivial ist. Die Kunst ist recht klein hier. Gerade auf; dem Gebiet, wo Perez große Kunst zeugt. Wo bei ihm jede Zeile-— nicht wiedergibt, sondern zielt, weiß/ daß sie will/ und* so wahrhaft Mystik Ersteht/ symbolisches Schauen, Dort, wo Perez eben kraft seiner Persönlichkeit zur Kunst gelangt. , Abraham Suhl, * . '' '4* * " 34*