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Jerubbaal · 1919-03-01 · 12 (3.1919) · p. Seite 475

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
12 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 475 (sequence 51)
Language
German
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J. L. Perez,- der Typus. 475 Stube leben und haben die Stimmung, und unter ihnen auch der Mensch, Nicht wesentlich anders als Natur, Gäßchen und Stube. Denn auch er ist Erscheinung. Denn auch ihn sehen wir, hören wir nur mehr als dritten, von außen, in den verschiedenen Beleuchtungen. t Er wächst nicht etwa groß heraus,- ganz in seinen natürlichen Proportionen ordnet er sich der Welt ein. Und alles, was Asch schildert, lebt wie von selbst. Den Dichter spürt man nur insofern, als der Gesichtswinkel unter dem wir schauen, das heitere, tiefe Lebensgefühl, der Pantheismus möchte ich .sagen, von Äsdr ist, der all dies so gar nicht.Besondere, ganz Einfache, unwillkürlich mit einem tieferen symbolischen Duft durchdringt. Jedes Wort, das über das Gegenständliche bewußt hinausginge, etwa gar jeine Deutung, würde den Zauber seiner Darstellung zerstören, aus deni Stil seiner Dichtung völlig herausfallen. Nehmen wirirgend ein Beispiel, wie es mir gerade unter die Hände kommt Asch schildert eine schwere Regenstimmung. Er fährt im offenen Wägen: »Ich beobachte, wie das Wagenrad durch* den Schmutz hinrollt. Bald kommt die eine Hälfte des Rades in die Höhe und drückt die andere Hälfte in den Schmutz hinein und bald ist es die andere Hälfte, die oben ist und die erste in den Schmutz zwingt.« Bei der ganzen trostlosen'Stimmung, die Asch vorher sehr intensiv erzeugt hat, wirken diese Worte unwillkürlich wie ein Bild aufs Leben. Asch setzt aber nichts hinzu. Mit Recht. Es würde bei ihm trivial wirken. Er bleibt durchaus objektiv und sinnlich. Gleich an diesem Punkt'. können wir einsetzen und uns erinnern, wie Perez darin ganz anders ist. Er symbolisiert oft direkt, Jedenfalls scheut m •er,sich gar nicht, selbst .zu sprechen.: Und das ist nicht einfach Willkür. Perez darf es sich erlauben. Er ist auch in den anderen Punkten von Asch verschieden. Bei ihm wird die Dichtung durch das Symbolisieren nicht verstört. Er ist ein ganz anderer Dichtertypus. ' Es sind nicht eigentlich deutliche Bilder äußerer Erscheinung, die seine Schilderung in uns bewirkt. Wenigstens liegt bei ihm nicht der Akzent auf dem plastischen Sinneseindruck. Und wo er einmal Natur, Gasse, Stube, schildert, so nicht um ihretwillen. Nicht das ganz einfache, ruhige Leben, das Urwüchsige ist es, was ihn reizt/ nicht der Mensch als ein kleines lebendiges Ding unter den unendlich vielen lebendigen Dingen der Welt wie er ja den Sinnen erscheint/ nicht ein Baum unter Bäumen, ein Gras unter Gräsern, wie der Mensch , bei Asch. Für Perez existiert eigentlich nur der Mensch. Und dieser Mensch hat nichts Animalisches. 'Er ist vor allem das fühlende, denkende, wollende Wesen. Fast nur das. Er hat sozusagen keinen Körper. Wir nahen ihm nicht von außen. Wir sitzen in seinem Gehirn, - in seinem Herzen. Wir verfolgen seine Gedanken, seine Wünsche/ seine Träume, seine Ängste. Er spricht. Und wir erfahren sein geistiges Antlitz. Der*Mensch hat alles eingeschlungen. -Die ganze Welt. Er hat keine Umgebung. Wo Perez am reifsten ist, schildert er keine Gegenstände mehr. Wir erfahren von der Umwelt nur,# insofern sie Innenwelt ist, sich in der Seele spiegelt. Perez läßt" die Menschen nur noch vor uns denken oder reden. Das ist der eigentliche Grund, daß er schließlich zur dramatischen Form kam, dehn wirkliche "**'-" / * "" . " 34r

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