Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 474 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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.474 Abraham Suhl: ..Tod vor ihr ins Nichts versinken, schattenhaft^ und unwirklich werden> daß nidits wirklich i s t, außer der Kunst.. * Die Kunst ist des Geistes wahrste, reinste Sprache. Überall/ wo sich Geist sonst manifestiert, wird„ er so leicht zu praktischen Zwecken erniedrigt und mißbraucht. Jedes Ergebnis der Wissenschaft nutzen Tech* nik und Wirtschaft zu ihrem Vorteil. * Die Kunst allein ist vollkommen zwecklos. Sie dient nicht dem Menschen ,• ihr einziges Ziel ist ihre Vollendung in sidi selbst. Wie alle Ziele, ^ird auchdieses nie ganz erreicht werden. Jedes Symbol ist unzulänglich. So groß und -vollkommen wie sich die Idee der - Kunst jdem Schaffenden offenbart, wird sie niemals gestaltet werden" können. Und das Ällerwertvollste an der Idee : *das Ringen mit ihr, wird dem Zuschauer nie ganz klar zum Bewußtsein kommen. Dieses letzte Geheimnis kennt allein der Künstler. Das Band, das alle Schaffenden verbindet; der gleiche Wille zur Kunst, ist stärker als alle Baride gleicher JRasse,. gleichen Blutes, Aus seinem Volk und aus dessen Kultur wächst der Künstler hervor,- in. seinefn Symbol für die "große Idee der Kunst spiegelt* sich,, oft ungewollt und unbewußt, sein Volk und seine Zeit. Aber er" steht über seinem Volk und seiner Zeit, grenzenlos allein, im Kampf mit seiner höchsten Idee. Die Einzigen, zu -denen er gehört, sind jene, die, <— vielleicht durch Jahr* hunderte von ihm geschieden, durch Länder und Meere von. ihm gefrennt, *r* vom gleichen Willen beseelt waren wie er,-jene, die hinter der Welt dieselben Geheimnisse ahnten, denen dieselben Farben klangen, dieselben Worte dufteten wie ihm. Was kümmert ihn aber das Volk? Oder die Menschheit? Sie besteht janur aus Menschen. Und was sind Menschen? *: Marianne L e i s ch i n%g. J. L. Perez,; der Typus. Perez hat viel geschrieben. Dabei war seine Entwicklung bedeutend, pnd es gibt eine Reihe verschiedenartiger Perioden in meinem Schaffen. Seine Versuche sind sehr mannigfaltig. Er begann mit der lyrischen Form und endete mit der dramatischen. Überdies ist in seinen Aufsätzen und Feuilletons ebensoviel Poesie, als in manchen seiner Poesien Tendenz und Gedanke. Man sieht leicht: ein vollkommenes Bild von diesem überaus vielseitigen Manne wird nicht auf einen Zug gestellt sein können. Es wird vielmehr seinen Wandlungen, Schwankungen, Widersprüchen, nachgehen müssen und viele Striche zu einem Porträt vereinen. Döch werden gewisse markante Züge darin dominieren. Ein gewisser Typus wird festgehalten werden müssen. Von diesem Typischen an Perez möchte ich versuchen, einiges anzudeuten. / Es gibt, zwei verschiedene Arten von Dichtercharakteren. Die eine vertritt in der jüdisdien Literatur markant Schalom Asch. Was dieser Dichter schildert, das haben wir bildhaft, sinnlich vor uns. Auch seine Menschen. Sie sind, ein Stück in ihrer Umgebung, Die Natur, das Gäßchen, die