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Jerubbaal · 1919-03-01 · 12 (3.1919) · p. Seite 473

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
12 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 473 (sequence 49)
Language
German
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Marianne Leischlng: Über Kunst, 478 leisten/ den Bruch , "ff* "ohne Zweifel für > 1 erklären, also nicht „ ' Institutionen Anarchist sein, sondern freie Schulgemeinden gründen. Und schließlich: Immer wissen daß das Leben letztef Wert sei und sich selber Rechtfertigung genug,- <noch? ein Zitat hellenischen .Geistes aus Aristoteles: *Atito to Eflv aya-ftov Kai f]öu>, daß man es aber nur dann ganz hat> wenn man es hie .und da vielleicht*ein bißchen riskiert/ nie Geist .der Schwere zulassen"weder in Form von Märtyrertum, noch in Form von" Vorsicht. Unausgesetzt um die gaya szienza wissen und darum, daß ich. und nur ich selbst mein Schicksal bestimme. Nietzsche, den Gott, verstehn. Vergangenheit nur durch Zukunft wieder gut machen —* was vorbei ist, ist nicht änderbar — nicht »Gerechtigkeit«, sondern . Intefessenschutz. Manchmal sich Oberflächen gönnen und Feind sein allen »Tiefen um jeden Preis«. Und lachen können in der Sicherheit des auf sich selbst beruhenden Menschen — über die Welt und über sich selbst. Wie sagt doch Zarathustra? »Was liegt daran!« Und eines unausrottbar im Herzen haben: Es kommt auf das eigene Lustmaximum an. Wer-anders lehrt, ist ein Esel. . Und die letzte Geheimlehre: Man soll anständig sein. Wirklich Ein^ geweihte werden das verstehn. Otto F e n i c h e 1. Über Kunst. . " Jedes Geschehen ist nur ein Symbol des Gedankens, der hinter ihm steht. So ist auch jedes. Kunstwerk nur ein Gleichnisdenn hinter ihm steht die. große, abstrakte und ewig unerreichbare Idee : die Kunst an und für sich. Jeder wahre Künstler ist gezwungen, sich mit ihr in ernstem, aufreibendem Kampf auseinanderzusetzen. Der sichtbare Ausdruck dieser Auseinandersetzung, ist das, was wir ein Kunstwerk nennen. Es wird umsomehr von Schönheit und innerer Lebendigkeit erfüllt sein, je gewaltige» der Künstler mit der Idee gerungen hat. - Nicht getreue^Wiedergabe der äußeren Formen der Natur soll vom Kunstwerk gefordert »werden, so wenig als man von einer musikalischen Komposition verlangen darf, daß man in ihr die Stimmen der Vögel, das Plätschern des Baches, das Heulen des Windes vernehme. Wie die Musik, will auch die bildende Kunst in dem Rhythmus ihrer Linien, in der Harmonie ihrer Farben, frei von dem phptographischen Kleben am Gegenständlichen nur Stimmungen und Gefühle auslösen. Und wenn das Werk wirklich Symbol und Gleichnis der wahren Kunst ist, so wird eine Ahnung von dieser wahren Kunst auch den Beschauer erfüllen und ih ihm ein großes Glücksgefühl wecken. Denn stärker als jedes andre Ding kann die Kunst glücklich und elend machen. Aber das weiß nur der Mensch, der, wenigstens einmal im Leben vor brassenden Farbakkorden empfunden hat, daß die Kunst wichtiger, notwendiger und heiliger ist, als alle sozialen Fragen und —- Phrasen der Welt, — der gefühlt hat,' daß Hunger und Krankheit und

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