Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 471 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Esoterik. 471 und stellen die Tafel; Tvoodi crscturov üfier uns. Das ist das Schwerste uhd Notwendigste, Es gibt nichts Heiliges mehr'! Ihr alle nehmt eure Affekte noch zu ernst. . . Fluch der Unredlichkeit, die Widersprüche duldet zwischen "Wort und Tat! Fluch der Ünredlidikeit, die sich selbst verleugnet und Vogel Strauß spielt <Nur ein Vogel Strauß ist erlaubt: Die Weisheit Kohelets, des Predigers, der letzten Klippe des Positivismus> dem Tode, gegenüber). Etwas Seiendes ist deshalb noch nicht nicht, weil ich nicht davon rede. Es mag urtbequem sein, Sexualität und Nationalismus in sich zu haben, jeder hat sie doch. Bejahung seiner selbst heißt Bejahung seiner Sexualität und seiner- Nation. Beides Gebiete, in denen der Affekt durch Totschwei^etaktik herrscht, wo aber der Verstand am nötigsten wäre, nicht als Schadenverhüter, sondern als Nutzenstifter. Aufhören mit Schwindeln vor sich selbst! Selbstbeobachtung, Sefbstwertung, Selbständerung! Speziell die Sexualität ist ein* Gebiet, wo von Unbedingtheit, Geist, Bewußt^ heit noch keine Rede ist, und von wo gerade die Mittel zur Weltänderung herauszuholen -wären. Und Nationalismus, wird heilte zum Chau^ Vrnismus oder —. glatt verleugnet. Wir denken immer und unausgesetzt an das n-dimensionale Schema. A B 1 : Ai Bi 2 Az. Bz . i Äi hat mit Az A, mit Bi i gemeinsam. Je nachdem, welches Merkmal man zum unterscheidenden macht gehört man der einen oder der arideren* Gruppe an. Geschlossen ist nur das Ich. Kein inhaltliches Programm kann uns binden <es sei denn, wir hätten es selbst geschrieben). Umsomehr gelten uns formale: Geist, jugendkultur, Nationalismus. Ein Geistiger kann in einem Bund sein. Nie aber in einer Partei. Denn nie kann er wegen gewisser ^Übereinstimmungen einer Majorität gegenüber' an bestimmten Stellen mit dem Denken halt machen. Und er kann es auch aüs einem anderen Grunde nicht Er kann es nicht, weil er von Polarität weiß. Weil dem tief Blickenden — das ver^ stehh nur Eigeweihte — der Gegner immer auch Recht hat. Weil nicht Liebe und Haß Gegensätze sind, sondern beide auf der einen Seite, der Gleichgültigkeit auf der anderen entgegengesetzt sind. »Ein Schtift, wer Unpolares äußert« <Kurt Hiller). Fluch der Unredlichkeit, die Widersprüche duldet zwischen Wort und Tat :• Jedes Wollen werde' ^ur Tat Aber zur Tat gehört weder Kanonen^ und Maschinengewehrfeuer, noch ebenso lärmendes schweigendes Märtyrertum. Fluch allen Märtyrern! <Es gibt kein Navigare.) Die Tat ist nicht »unbedingt«, d. h. losgelöst von den Dingen, sondern muß in nüchtern^ ster Wirklichkeit vollbrächt werden. »Arbeit« ist nicht <nur> Erschießender Feinde, sondern <auch)~Ädressenschreiben. Aber 99% aller sogenannten »Arbeit« ist. Beruf oder Davonlaufen vor dem Ich. Am gefährlichsten