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Jerubbaal · 1919-03-01 · 12 (3.1919) · p. Seite 470

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
12 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 470 (sequence 46)
Language
German
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470 f Otto, Feni cht!: die einzige Überwindung der Sinnlosigkeit des Gegebenen. Unser Wille., sei der Magnet, dem kein Ausweichen gilt. Wenn wir* Eüdaimpnisten, Sozialisten,, Frauenbewfcgler sind, müssen wir 30 Budäinronisten, Sözia* listen, Frauenbewegler sein, wie wir jung oder männlichen <bezw. weib* liehen) Geschlechts sind. Ob wir dran denken oder nicht, ob wir uns drum scheren oder nicht. Dispositionell. * Beileibe nicht derselbe sein in Schule <H6rsaal>, Sprechsaal/ Fachverein. Aber doch ein EJtwas hsben, das überall ist und immer, ein Kontinuum über Raum und Zeit, über Glück und Unglück, ein unverrückbar Festes, ein höheres Ich/ Richtung, Halt, Sinn, Joga. Es gibt zweierlei Selbstliebe. Der eine liebt sein Heute, der andere seift. Morgen. Der eine ist mit sich zufrieden so wie er ist, der andere nur mit sich, so wie er werden will. Der eine will nur sich erhöht sehen, Bindrud* machen, er geht auf den Schein. Der andere gibt nichts auf die^ Bewertung anderer, sondern nur auf die eigene — er geht auf das Sein. Bs* gibt auch zweierlei Freude am Qedemütigtwerden. Der eine liebt, geschlagen zu werden, der andere die Distanz zu sehen, -die ihft von seinem Ideal trennt. Dem einen wird die Freude am eigenen Unwert Verlockung, im Unwert , zu bleiben, sogär ihn aufzusuchen. Dein anderen Ansporn, doppelt so stark zum Wert zu streben. Bs gibt auch zweierlei Liebe zum Unerreichbaren. Der eine liebt gerade die Unerreichbarkeit, er schafft Grenzeft und. Begriffe wie »Frevel« und 'Yßptc;. <Jeder Mensch darf Gott anbeten, aber selbst ein Christus wird gekreuzigt, wenn er behauptet, selbst Gott zu sein.) Den anderen lockt die Unerfüllbarkeit der Aufgabe, Unmögliches zu leisten, ihm wird jede Unendlichkeit ein »Ich lasse Dich nicht, Du segnest mich denn«. Nur die Zweiten sind' etwas wert. Die ersten mögen dahinfahren. So sei fest und sicher das Bild <die Imago) letzten Werts in jedes Seele. In jedes Seele! »Den Weg, den gibt es nicht«. Der sich liebt nach der ersten Weise,, ist noch abhängiger von den anderen als der, der sich gar nicht, nur andere liebt/ denn er braucht yon ihnen ^Bewunderung. Der Zweite aber ruht in sich. Ihm kann nichts geschehen, er ist gegen alles Äußere gefeit nichts als seine /eigene Kritik kann ihm sein Wollen rauben, ihm , seinen Geist rauben, — hart und, unbeirrt und zaräthustrahaft - mitleidsfeind kann* er seinen Weg gehn. Joga. Die Differenz <Ich-Ideal Ich-Heute> ändert ihre Größe um nichts, wenn blöde Leute blöd,.oder gescheite gescheit sind. * Er gehe seinen Weg mit Redlichkeit. Sich selber keinen Dunst vor* * machen. Nicht der ist »innerlich wahrhaftig«, der nie lügt, sondern der,, "der sich (sich selbst gegenüber) zu sich selbst bekennt. Kann man anders »sich gestalten« als, indem man von sich "weiß? Laßt Euch nicht von den »Jungen« warnen, denen die »Reflexion« der Inbegriff efer Schreckens ist, der Verlust der »Unmittelbarkeit der Sinnlichkeit« und somit der »Jugend* lichkeit«. Freudigen-Herzens verzichten wir auf eine~ Jugendlichkeit, die die Beleuchtung mit Verstand nicht verträgt. Wer nicht mitwill, braucht nicht mitzutun. Aber wir werden nie* begreifen, daß der Verlust einejr Unmittelbarkeit ein logisches, Argument sei. Wir riskieren das'Irrenhaus

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