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Jerubbaal · 1919-03-01 · 12 (3.1919) · p. Seite 464

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
12 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 464 (sequence 40)
Language
German
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464: Masche Häfcoheri: Lebens . steht. Es g6ht heute nur um Bedürfnis und Befriedigung, um Produktion, nur um Produktion. Der Mensch wird im besten iFalle zür Intellektualmasdiinc* Sein ganzes Sein ist ausgefüllt Von Arbeit, von" Arbeit, derefr Sinn darin li£gtA daß sie befriedigt;'Während der Sinn der Tat darin liegt, daß sie schafft. Es ist auch ohne weiteres ein* leuchtend, daß ein Rückwärtsschäuen za dem Sinn (denn -der Sirin liegt vor dem Beginn-der Handlung) derti Arbeitenden gar nicht mehr möglich ist, weil er Vorwärtsschauen muß und unablässig das Ergebnis betrachten, das Mehrprodukt werten muß. ., Was der Erfolg ist, weiß ein jeder. Nur zwei Beziehungen seien mir gestattet hier anzudeuten: der Europäismus ertötet alles Religiöse ünt alles -Ethische. Das Religiöse ist das Bewußtsein der Verbundenheit mit dem Sinn. Die kläre Erkenntnis, daß es einen Sinn an sich gibt und der Glaube an die Wahrhaftigkeit d^s Sinns. . * Der wahre Zionismus steht und fällt mit diesem religiösen Moment. Wie es fundamental heißt : »Seid heilig, dgnn Ich fein" heilig, euer Gott«. Dieser unbedingte Glaube an das Vorhandensein einer Heiligkeit, das ist der Kernpunkt eines religiösen Menschenr Der Europäismus jedoch kann hur Begriffe anerkennen, die innerhalb seiner Entwicklungskette liegen. Die Frage nadi dem Silin und dem Leben ist für ihn gar nicht mehr vorhanden.. Denn sie wird ersetzt durch die Begriffe des Glückes und des Auslebens, die ieide zugleich ein und dasselbe Streben bezeichnen. Denn Glück heißt schon Ausleben. Die freieste Aüslebung, Wirkendmachung aller Tendenzen der menschlichen Psyche <und seien es auch die schändlichsten) das nennt der Euro* päismus Freiheit, Unbedingtheit/ und negiert schon dadurch die Realität dieser als Forderung vorhandenen Begriffe.^Eine Verbundenheit muß er leugnen: weil er die Verkettung hat,- d. Ii.: eine freie Hingabe dem Höchsten wird zur Unmöglichkeit gemacht durch die gezwungene Hingabe zum Notwendigen. Zwang ist -überhaupt einer seiner Fixpunkte, Eine erzwungene Religiosität aber ist eine eontfadictio jn adiecto. Ganz analog liegt es bei der Ethik. Ethisch zu handeln ist nur möglich bei der Anerkennung seiner Heiligkeit an sich. Die »monistische Ethik«, die völlig auf dem Prinzip der Wiedervergeltung aufgebaut ist, verdient nicht den ^Tarnen eines Sittengesetzes und keiner ist gezwungen, sie innerlich anzuerkennen. Allerdings/ die Heiligkeit ist weder beweisbar> noch definierbar. Wie jedes »ethische Gesetz« eigentlich eine Unmöglich* keit ist, weil-es sich nicht beweisen .läßt und weil Ethik nicht" erzwungen werden kann. An Stelle der zutiefst notwendigen Handlungsweise des ethischen Menschen setzt der Europäismus die -Moral, die jedoch der« artig schwach ist, daß sie heute nur für Dirnen und'Zuhälter zu existieren scheint/Moral ist eine-mehr oder minder gewollte Übereinkunftvon Gesellschaftsklassen, - um die Administration zu ermöglichen. Mehr ist sie nie gewesen,- denn so gegen die wesentlichsten Tendenzen des menschlichen Lebens verstößt lediglich die Polizeiadministration. Was Moraf in Wahrheit besagt ist zur Genüge bekannt und auf ihre Auswüchse

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