Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 452 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3776398-6437699-6437825--509-3776895- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
452 Abraham Schwadron: mir daher, Ihnen den ganzen Aufsatz zu übersenden, aüs dessen Geist Sie erkennen werden, daß mir für den Geschmack der Welt und gar schon für den Modegeschmack von 1920 leider jedes Verständnis grünet* liehst fehlt So weiß ich auch, daß der Geschmack der überwiegenden Mehrheit der Westjuden wie auch mancher »höheren« Schichten im Ost* Judentum heute nicht nur im Punkte Namen ganz und/gar unjüdiscK ist, und dochfalft £s mir nicht im entferntesten bei, dieser^ Gegdimack zu respektieren. Übrigens: Modesache und Modewechsel — muß dieser Wechsel »aus*' gerechnet« in den verschiedenen Typen von deut s chen, p ö 1 n is cheri u. dgl. arischen Namen vor sich gehen? Dr. Teilhaber hat seinerzeit in einem Auszüge aus der Berliner Matrikel dreier Generationen gezeigt/ wie dort bei Beginn der Assimilationsepoche anfangs des -19, Jahrhunderts die Israeliten ihren Kindern allgemein eine gewisse Kategorie von deuj> sehen Nameri beigelegt haben, dann, als diese Namen/ weil verjudet, von den Christen gemieden waren, sie auch von den Israeliten der nächsten*Kindergeneration nicht mehr gegeben wurden, sondern andere nichtjüdische Namen, die wieder hei der nächsten Generation als jüdisch* abgebraucht zugunsten frischer arischer Namen weggeworfen -worden sind. Diese Erscheinung kann jeder überall, adeh im Osten/ in verschiedenen Variationen, aber immer im gleichen typischen. Verlauf beobachten.- Es fragf sich demnach : Muß dieser Mode* und Geschmäckswechsel just etwa die Linie Ignatz ~* James — Heinz oder RosaSabine Sieglinde, könnte er nicht die Reihe Isak — jVhöjjada Esrä .oder Rachel — Ru ch ama ^jaidena. <ein neuer palästinensischer Name) durchlaufen? # Nein,, verehrter Herr Dozent, es ist sündhaft, dies auf die Unverfäng* lichkeit eines Geschmackswechsels zurückzuführen, .denn das ist in den letzten Generationen ein hundsgemein anderes. ' " , Daß, wie Sie sagen, mein -Kämpf um die Namen eine Kraftyergeu* dung sein wird, ist im allgemeinen, auf »Klal Israel« bezogen, sogar mehr als wahrscheinlich. Gerade eben wieü er nicht gegen eilten Modegeschmack geht, sondern gegen das eingestandene und uneingestandene Untertauchst interesse, -den Vermummungsdräng aller Israeliten sowie all derjenigen, die sich Zionisten nennen, aber Israeliten geblieben sind. Ich habe mich darum a priori an diese, beiden Kategorien von »Nachkommender Erz* väter Abraham, - Isak und Jakob« mit meinem Aufruf nicht-gewendet, sondern ausdrücklich an di e Jungen unter den Zionisten^ von denen ich eine Verjüdischüng/ eine grüridtiefey radikale Hebraisierung des Zionismus ersehne. Ich tireiß nicht, Vielleicht siüict es zwei, vielleicht 2ehn, vielleicht gar hundert. Auf dieses Besondere, auf diese enge Sphäre bezögen, ist eben mein Kampf Vielleicht nicht ganz eine Kraftvergeudung. Der Deduktion aus der Bibel, aus unserer Geschichte überhaupt, die gegen meine Forderurig*zu sprechen scheint, habe ich hier bereits im Abschnitt I zu begegnen versucht. * Zum Schlüsse; Wie kommen Sie, sfehr geehrter Herr Dozent, auf »aufzwingen«, qut »gewaltsam«? Wo habe ich das verlängt? Aller*