Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 450 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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450 i Abraham S c h w a d r o n: X 4 ist er an den erhaltenen Namengebunden/ Die Kinder allerdings müssen . jüdische Namen bekommen. Nun, als Sie dies, geehrte Frau Doktor, schrieben, hatten Sie nur den Abschnitt I* meihes Aufrufes vor Augen. In dem, was ich hier , seither veröffentlicht 'habe, haben Sie w'ohl indirekte Entgegnungen — der Pltiralis bezieht sich auf dip verschiedenen Seiten, von denen ich dieses Problem zu "beleuchten versucht »habe —- gefunden. Sowohl was den inner-eigenen Beziehungswert der hebräischen Namen als auch ihren . Ostentativwert nach außen betrifft. Es sei mir daher gestattet, mich kurz zu fassen, indem ich Ihnen säge: Ist es die Schande der Eltern, den Kindern nichtjüdische Namen gegeben zu haben, so bleibt es die Schande der Kinder, daß sie, erwachsen/-bewußt jüdisch und die Bedeutung' der Namen verstehend, sie - tragen,- daß sie durch das Führen des volksfremden Namens zumindest mit einem Fuße sei es auch unbewußt, der unbequemen, sittlichnationalen Mitverantwortlichkeit für ihre Gemeinschaft nach innen und außen entzogen sind. Ich sagte : »Der Eltern Schande«. Das allerdings nur, wenn sie Zionisten waren. Sind sie es nicht gewesen, bekannten sie sich also nicht zur Notwendigkeit eines frei^offenen jüdischen Lebens; so haben sie schon recht getan wenn auch, vön unserem Standpunkt, nicht im höheren Sinne recht gehabt — ihren Kindern nichtjüdische Namen zu geben. Man kann darin, nicht besonders von der Schande der Namen sprechen, sondern vom Schimpf »der ganzen Lebensführung, vom Helotentum sich frei wähnender, sich wohl freiheitlich nennender Menschen,- wobei allerdings die Namen eine gute Illustration dazu bieten. Allenfalls, da Sie nach Ihrer Erklärung meine Forderungen unbedingt billigen, kann ich es nicht begreifen, wie Sie gegen diese Unbedingtheit ein Opfer bringen zu müssen vermeinen, indem Sie als ehrlicher Mensch an d,em verwerflichen Namen, der ihnen auferlegt wurde, festhalten wollen. Ith bestreite es aufs heftigste, daß dieses Opfer irgend eine Spur einer' moralischen Grundlage habe, daß Sie damit* irgendwelcher ethischen Tendenz dienen. Am Eingang dieses .Aufrufes habe ich vorausgeschickt, daß ich in praktischen Forderungen jeder Art ein entschiedener Relativist bin. Mir sind Ehrlichkeit und Öpfer wahrhaftig keine Werte, wenn mir . das kein Wert ist, zu dessen Zwecke ich ehrlich sein und' Opfer bringen soll. Und gar schon für einen Zweck, den Sie bedingungslos mißbilligen! Ehrlichkeit gegen seine Leidensgenossen und ihr Ansehen sowie Opfer dafür könnte einer eventuell vom 'Mayer Getzel Blumenduft verlangen, .auf daß er diesen seinen Namen nidit ändere. Weil er damit die Fahne, der unverdient mit Verachtung Gezeichneten verläßt. — Aber für einen nichtjüdischen Namen? Bedenken Sie,* daß wir analog die gewisse verdächtige, weil lukrative, Ehrlichkeit ablehnen^ die viele , von der älteren Generation vorschützen, um ihr unjüdisches - Leben weiter führen zu können. Die sagen: Es wäre unehrlich, wenn wir, nach Erziehung und Gewohnheit und Alltagsselbstverständlichkeit Deutsche,. Polen oder - dergleichen, plötzlich ein jüdisch gerichtetes-Leben beginnen wollten. Wir aber sind der Überzeugung: Wider eine ethisch notwendige