Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 448 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Abraham Schwadron; Namen Vall y und Charles! —- Ist das nicht lustig? Ich habe allerdings seinerzeit darüber tiefen Ärger empfunden. Eigentlich ohne Grund. Jetzt nämlich weiß-ich, was ich damäfe nicht gewußt habe> daß Egon, Vall y und C h a r 1 e s ^heute doch sicherer jüdische Namen sind als Elia s, Sara und Samuel. Als einmal behauptet worden ist, ein bekannter ^ungarischer General mit dem Vornamen Samuel sei als Jude \ geboren, da beschwor idi das Gegenteil, obgleich ich übet seine Herkunft eigeritlidi nichts /wußte. Aber das wußte ich : Ein ungarischer Jude heißt Ärp ad, Imre/Aladar, Ist van,- er kann Samuel nicht heißen. Der größte aller Naturforscher, Newton> durfte Isalt heißen, Lessing Ephraim, Grimm und Bürckhard Jakob, Werner Zacharias, in Skandinavien dürfen sehr viele Rebekka, D i fr a, E s t h e r "iidgE sich nennen, aber * wirklich moderne Juden und Jüdinnen?!« ^»Ich bin,« sagt mein Freund weiters, »ein gemäßigter Israelit, und vq> lange nicht den Heroismus der Namen Fei wel, .Nuchem, Sso/ßie und Beile.. Aber die Fülle wirklich schöner hebräischer Namen, die für uiis alle, schwache Seelenden Vorteil haben, weniger als* jüdisch erkannt zu werden dann Jacques, Harry, Babette und Marion, sollte doch gerade vom praktischen Standpunkt in Gebrauch kommen. Natürlich werden die Nichtjüden, sobald wir die neuen Namen gebrauchen/ sie nach einer Generation als spezifisch jüdisch erkennen. Aber wir mußten doch in den letzten Dezennien audv die echt arischen Moriz, Hermann, Rosa, Else üdgl. wechseln, aufgeben, weil sie bereits als echt jüdisch angesehen wurden,- so können wir denn schon lieber nach einigen Jahrzehnten die' neuen hebräischen Namen auf frische, von den Ariern noch' Tinerkannte hebräische umtauschen. <~* Wäre das nicht lustig? . . ,« »Ichwohnte,« schließt mein Freund, »in der kleinen Schiffgasse und hörte, oft einen <~* wie für diese Gässe natürlich: anständigen, d. i. ufrjüdischen ' Namen, etwa Hilda, Gerta, Broncia/ Hugo, Arnold recht laut von der Straße in ein Fenster hinaufrufen. So oft ich aber das Ponem erblickte, das rief und das, welches darauf erschien, habe ich midi als Unbeteiligter peinlichst geschämt und mußte wahrlich, bei aller krampfhaften infreren Neutralität sagen, daß es viel weniger barbarisch^stillos gewesen wäre, wenn Feige, Jente, Srtil, öder Itzig. heraiifgerufen worden wäre«. ' \.. ' , * _ IX. Die ihr zionistische Eftern habet Ihr jungen Juden mit unjüdischen Namen, die ihr Zionisten zu Eltern habt, tretet vor sie hin und sprechet zu ihnen so : Ihr . habt uns ifrl Geiste einer Epoche/ feiner Art des Zionismus erzogen, die* wir überwinden müssen. Der Epoche, wö Ziönist oder Zionistin sein, hieß : Dem zionistischen Programm zustimmen. Mehr ..brauchte man nicht. Wir aber müssen die" Epoche inaugurieren, wo, Zionist sein, heißen soll: Sich auf die Seite, zu der mair sich entscheidet* ganz stellen. Wo Zionismus heißen soll: Auf sich etfräs nehniert, etwas .riskieren* Just. Ihr Eltern zionlstelt, ihr habet Bedenken,