Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 446 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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446 Abraham. S chwadron: hebräischen Sprache, des hebräischen Landes.« Ahders^ts mögen die Namen bei anderen Völkern zum Teil ein vom nationalen Gesichtspunkt Wertneutrales sein, bei uns sind sie es entschieden nicht. Unsere nichts jüdischen Namen sind zu uns nicht iii Neutralität gekommen, nicht in Gedankenlosigkeit übernommen worden oder in Eigeneritwicklung geworden. Wir haben sie-in voller Überlegung der Bequemlichkeit und* Einträglich^ keit der Mimikry unrechtmäßig als Fremdes . zur Deckmaske requiriert. Die Epoche der Assimilation, für welche dieses Herübereskamötieren gruhdcharakteristisch war, wollt ihr, Junge, doch überwinden, wollt als Aufständische, als Erneuerer jüdischer Eigenart an die Spitze einer neuen . Ära treten und könnt dennoch »gegen eure innere freie Wandlung die äußerlich erkennbarste, die vorderste antijüdische Mimikry, . die des Namens, beibehalten?« Ihr seid Radikal-Revolutionäre und wollt die rote Kokarde nicht? Wollt die Embleme der.Potentaten denen ihr zu tiefst feind seid, weiterführen? - . Daß der Name überhaupt in der- Welt, wenn man will, letzten Grundes nur eine Unterscheidungsnummer ist oder' sein müßte, tut zu unserer Sache nichts. Ich glaube auch manchmal soll ich sagen: ich hoffe/ oder: ich fürchte? — daß bei der fortschreitenden. Mechanisierung, Automatisierung der Welt einmal die Zeit kommt, wo die Menschen nur mit Nummern bezeichnet werden. Wo der einstige Seinwel K i n e 1 e s etwa Zwölfhundertachtundzwanzig römisch, siebzehn heißen wird. Ob das eine schönere, 'bessere Zeit sein wird, ist, wie gesagt, eine andere Frage. Allenfalls aber, bis dies allgemein geschieht, muß er. - bedingungslos durchgepeitscht und angespuckt werdeh> sobald er sich als Vorschuß auf jene Zukunft inzwischen auf Jeröme Kinele umriamset. Daraus ergibt sich auch die Antwort auf den zweiten Einwand: Es müßte in der Umgebung komisch aussehen, wenn-einer oder eine sich, erwachsen, den Namen ändern sollte, ohne eigentlich den Grund hiefür angeben zu können. — Da möchte ich zuvörderst, daß so viele Juden und Jüdinnen sich *-* ein Sühnäquivalent der Komik aussetzen, als sich Mauschel, unzählig, ihr preisgegeben haben, die ihre Vor- und Familiennamen veränderten, verhunzten. Und ist das wirklich in beiden Fällen Komik? Jene taten es in Lumpigkeit zu eigenem Nutz, um sich von den Schwachen, von der allweltlich mißachteten Gemeinschaft, zu den Starken, den Gelten- . den, wegzuschleichen. Ihr aber werdet durch die Namensänderung, c^urem Einzelinteresse _ entgegen, das pflichtgebotene Bekenntnis zur Fahne der Schwachen, zur Eigenehre eures Volkes ablegen, werdet es. stündlich, bei jeder Namensnennung manifestieren, und das ist wahrlich nicht, komisch!; <■ Abgesehen* also von den eigen^inneren Beziehungswerten, auf die ich im Früheren hingewiesen habe, ist da auch der Östentativwert ein sehr großer, Ein Fanatiker könnte sogar,: wär%e der letztere Gesichtspunkt allein maßjgebend; beinahe nur Namen, wie H-ersch Leib fördern. So immer mit hochgehobener, .allseits angefeindeter Fahne herumzugehen. Ein anderer mag anderer Ansicht seih, mag nur wohlklingende und »gemäßigte« tarnen propagieren. Für. jeden Fall; Wenn, die' Umgebung