Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 444 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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444 Abraham Schwadron: gibt, ist jede klassenmäßige Verbrüderung eine Gefahr. Sie verwischt die Untersdiiede und täuscht eine Lösung vor, die doch erst auf einer prinzipiell, anderen Basis, der sozialistischen, nicht aber durch viele Teilverbindungen durchgeführt werden kann. Der. k o 11 e k t i v e Übergang der bürgerlichen Jugend aber zum Proletariat wäre eine solche sozial* politische Teilverbesserung der Gesellschaft. Sie würde vortauschen einen politischen Zustand der Befriedigung und Lösung, der doch in Wahrheit nicht besteht, ja, nicht innerhalb der Jugendinteressen besteht: Denn jene bürgerlichen Jugendlichen, die als Gruppe sich mit den Proletariern verbrüdern wollen, mögen sich doch klar werden> daß sie gar nicht das Recht haben, als Mittelschülejrschaft etc. aufzutreten: Gibt es nicht eine überwiegende Zahl von Bürgern jugendlichen Alters, die durchaus nicht auf das Klassenpnvilegium zu verzichten gedenken? Wie dürfte man da~ von Vereinigung der bürgerlichen uncLproletarisdien Jugend reden, so lange es einfache oder grundlegende Unterschiede der Klassenlage zwischen Menschen gibt, diese Ungleichheit nodr prinzipiell ermöglicht wird durch die Gesellschaftsordnung? — Und dann muß betont werden; ProJetarisierung darf nur durch einzelne — eventuell durch sehr viele einzelne ~* in aller Bescheidenheit, nur imr eigenen Namen geschehen. Frida Schiff. Von der Schande. eurer Namen*. VI. »Name ist Sdiatt und Rauch«? (Aus einer Aussprache in einern^ bürgerlidi-zionistisdieh Vereine.) A: »Wird da nicht, die Richtigkeit aller. Argumente zugegeben, einegn Nebensächlichen unangemessene Wichtigkeit beigelegt? Welche /Bedeutung hat denn der Vorname und welche Auswirkung nach innen, in die eigene Gemeinschaft* herein und nach außen, in die andersnationale Umgebung?« Idi: Im Sinne eines marktgängigen Wertes, der allen vor Äugen liegt und um den sich das Interesse der »mit beiden Füßen im Leben Stehenden« dreht, hat der Vorname freilich Jteine Bedeutung ,• er ist zur Börse des Lebens nidit zugelassen. Aber im Sinne eines unter der Ober^ fläche Wirkenden, eines unsichtbar und urihörbar> Bestimmenden, einer Kleinigkeit, an die man fortwährend anstößt,, auch wenn davon nicht gesprocheh wird —* in diesem Sinne ist seine Bedeutung eine sehr tiefe. Unzähligemal des Tages wird im Hause xind im vertrauten Kreise der Vorname genannt und" bei vielen offiziellen sowie inoffiziellen Gelegen* heiten auch im staatlichen und gesellschaftlichen Leben dokumentiert Es ist demnach von Wichtigkeit,, ob da ein jüdischer Klang gehört wird oder ein unjüdischef oder gar weder ein jüdischer noch ein arischer/ sondern ein stammlos häßlicher. Ja, durch die fortwährende Einwirkung seiner Resonanz in der Außenwelt auf s&nen Träger hat der Name sogar eine* richtende, den Geist und' Charakter mitfprmende Macht auf * Fortsetzung von Heft 7 und' 10—11. * - ~" *