Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 12 (3.1919)
- Date
- 1919-03-01
- Page
- Seite 442 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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442 Frida Schiff: Dabei betrachtet sich diese bürgerliche Jugend hier nicht als bestimmter Teil der Jugend, sondern so als wäre sie schon die gesamte. Da dies aber in Wirklichkeit nicht der Fäll ist, so verschärft 4iese Ignoranz wie jede andere bürgerliche Kurzsichtigkeit die Gefahr der übrigen Menschen mit gleichen Bedürfnissen, also" jiier : der jungen Menschen, einfach über* gangen zu werden bei ihren Lebensfragen und verstärkt darum deren Abwehr — kurz, sie verstärkt die Spännung des Klassenkampfes und baut doch zugleich einem Zustande klassenfreier Jugendfculttir vor. r Der zweite Weg beinhaltet denselben radikalen Bruch mit den Bedingungen, die den Jugendlichen bisher umgeben haben, bedeuten aber zugleich den Weg zur direkten Teilnahme an dem Klassenkampf teils, indem man dem Genossen die intellektuellen Hilfsmittel tind Waffen Jeiht, vielmehr aber noch durch den solidarischen Eintritt in den wirtschaftlichen Produktionsprozeß: also ein Aufgeben der individuellen Unterdrückung in der Famile um den Preis der gesellschaftlichen Knechtschaft, denn konkre| gesprochen, streiken kann zum Beispiel nur wer arbeitet. Bei den Einstellungen aber; der antizipierenden wie der proletarischen, ist gemeinsam die eine negative Tendenz, nämlich -das Übergehen aller klassenmäßigen Sonderinteressen, auch der reformerischen oder agressiven/ (Also zürn Beispiel vor allem Fallen lassen der Mittelschulkämpfe und ^Umgestaltungen und grundsätzliche Negierung der heutigen Mittelschule als Klassensdhule überhaupt.) f~ . III. , ' * Ich habe nun die Lage der Jugend innerhalb der kapitalistischen Klassen* Schichtung beschrieben und ihre möglichen folgerichtigen Einstellungen dazu aufgezeigt/ Ich fcörjnte nun versuchen, die tatsächliche Haltung verschiedener Typen von Jügendgftippen und jugendlichen mit diesen theoretischen* Ergebnissen zu vergleichen. Da ein solches Eingehen auf konkrete Verhältnisse aber niemals erschöpfend wäre/ will ich lieber noch einiges Prinzipielle zur Ergänzung hinzufügen. Vielleicht-kann es den Leser anregen, selbst alle ihn angehendeft und interessierenden Einzelfälle den hier aufgezeigten Grundsätzen gemäß zu überdenken* Ich möchte nämlich noch kurz auf die verschiedenen psychologischen Einstellungen einsehen, die sich mit den drei aufgezeigten äußeren politischen verbinden können und die doch, wie ich glaube/ nicht afle in gleicher Weise auf jenes Ziel hinwirken, an.den* ich diese Ausführungen orientiert habe, nämlich das Ziel der Jugendkultur in einer sozialistischen Gesellschaftsordnung: Beim jugendlichen Arbeiter ist das Problern attfh hier eines, das er mit allen Arbeitern gemeinsam hat Vermag \ef wirklich eingedenk zu bleiben seiner Mission, indem er sich befreit zugleich die Menschheit für immer von Klassenherrschaft und »kämpfen zu befreien, bringt er die wahre revolutionäre und darum im Grunde jugendliche Gesinnung auf im eigenen Kampf nicht die Eigene Sache, sondern das allgemeine Prinzip zu vertreten f Kein Zweifel, nur .wenn ger^gend schöpferische Kräfte vorhanden sind, wird der gegenwärtige Gesellschaftszustarid nicht nur eine Reaktion, sondern eine grundsätzliche Auflösung uqd Neugestaltung erfahren. Und kdn Zweifel auch; Nur