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Jerubbaal · 1919-03-01 · 12 (3.1919) · p. Seite 440

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
12 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 440 (sequence 16)
Language
German
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440 Frida Schiff: der bürgerlichen Jugend; aber verliert an physischer'Lehensgefäfiriidikeit durch .eirte schwammige Schicht bürgerlicher Zivilisation, die j.zVar die Abgründie der .Unzulänglichkeit verdeckt, aber keineswegs die Anforderungen kultureller Ziele erfüllt. * . " . , . iL •:; :* Ebenso leicht wie die Lage der jugendlichen Arbeiter* läßt sich ihre Einstellung verstehen: So wahr der jugendliche Arbeiter das Schicksal der gesamten Arbeiterschaft teilt, so währ ihr Leiden seines ist, so Fahr muß es auch sein, daß es für ihn kein getrenntes Jugendleid ünd Schicksal und somit auch keinen eigenen Jugendkampf geben kann. Sein Kampf fällt notwendig zusammen mit dem Klassenkampf des gesamten Proletariats. Und doch: Liegt nicht eben in diesem Zwange zum Schicksal des Erwachsenen, der auch ihm die Waffen des Erwachsenen in die Hand drückt, eine besondere Verletzung der Jugend im jungen Arbeiter? Ist es nicht doppelt bitter und unzulänglich für ihn, statt jedenT persönlichen Streben, jeaer persönlichen, selbstverantwortlichen Vervollkommnung nur nach Klassenkampf/ politischer Entwicklung orientiert zu seih? Gewiß, gerade seine Jahre sollten auch Eigenwert haben dürfen statt aufgebaut auf völliger persönlicher Resignation^ bestenfalls nur ein winziges Stück Fortschrift im ganzen Klassenkampfe zu umschließen. Aber dies, vermag nur die Intensität des Kampfes gegfcn das Hindernis einer menschen* würdigen und somit —* seinem Alter nach jügendwürdigen Lebens* führung zu verstärken, nicht ihn einzustellen, und das Ziel dieses Kampfes zu äadern. * $ . - „ - - ■ . ** , Schwieriger läßt sich" die notwendige Haltung einer Bewegung bürger* lieber junger Menschen aus ihrer Klassenlage heraus ableiten. Und zwar liegt die Schwierigkeit darin, daß einerseits, wie wir. gesehen haben, die gesellschaftliche Upsache der. Unzulänglichkeit ihres Lebens die gleiche istwie jene,* die die Proletarier um ihre Jugend betrügt : Nämlich der Kapitalismus* daß aber andererseits es nicht angeht, die Klasse der jungen Menschen laufend als Teil der proletarischen schlechthin aufzufassen*. Es . stimmen jä< nur die negativen, formalen Gegebenheiten überein: Jugend und Arbeiterschaft sind durch die kapitalistische Gesellschaftsordnung entrechtet, ihr * direkt oder indirekt — dienstbar gemacht, aber die inhaltlichen Tatsachen ihres Lebens sind doch sehr verschieden: In einemmaläußert sich, der Zwang physisch >— brutal, materiell im anderen Falle , übertragen, differenziert in allen möglichen geistigen und /sozialen Einrichtungen. Diese aber sind, wie alle bürgerlichen Institutionen von eigene artigem Doppelcharakter; Sie tragen zugleich den Keim zu ihrer Perpetuierung und zu ihrer Vernichtung in sich. Die bürgerliche Erziehung ist so* geartet, daß sie nicht mehr den jungen Menschen einfach* völlig zu einem nachahmenden Anwärter auf die Erwachsenheit macht/ wie es * frühere Zeiten taten und, aus ökonomischen Gründen, tun. mußten., Die bürgere * Siehe ßauenneister: Vom Klassenkampf der Jugend, ' '" *; .

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