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Jerubbaal · 1919-03-01 · 12 (3.1919) · p. Seite 433

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
12 (3.1919)
Date
1919-03-01
Page
Seite 433 (sequence 9)
Language
German
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Aus einer anderen Jugendbewegung. •433 iind einem Asyl vor diesen Qualen suchten und sich aus eigener Kraft beides in ifiren Vereinen schufen. * . . . . :* ... IL .'.'-* ■• ■ Die Vereine, die von den jugendlichen Arbeitern geschaffen wurden, standen vor der „schweren Aufgabe, der Jugend all das werden zu müssen, wonach sich diese in ihrer-Not sehjite. In den verschiedenen Städten, von einander unabhängig begründet, waren .sie überall Bildungsvereinie. Als -Solche sollten sie Ersatz für die nicht besuchte Schule werden und ihren Mitgliedern die primitivsten Kenntnisse des Lesens, Schreibens und Rech^ nens beibringen. Sie sollten aber auch ein Ersatz für das freudlose zu Hause sein, das eigentliche schöne zu Hause werden,- sie mußten für alle Bedürfnisse der jungen Menschen, die sich in ihnen sammelten,^Befriedigung bieten. Programm und Arbeit dieser eigenartigen Jugendbewegung waren in den ersten Jahren lückenhaft und unsystematisch. Mit der Zeit jedoch, als Eltern, Meister und . Behörden anfingen in ihnen Gefahr -zu wittern und in üblichem Unverstand gegen sie ankämpften, da regte < si(h der jugendliche Trptz und schmiedete die einzelnen Vereine zu einem Verband zusammen. Die natürlichen Helfer der jugendlichen Arbeiter in ihrem Kampfe waren die Vereine der älteren Arbeiter, die immerhin über gewisse Geldmittel und andere materielle Möglichkeiten verfügten. Für das Wollen und. Wesen der Jugend jedoch hatten auch sie, die nicht viel älter W;aren, nur wenig Verständnis und versuchten es daher, die Mitglieder der jugendlichen Vereine zu gewissen Arbeiten,, die sie im Intern esse ihreff' eigenen Vereine für notwendig erachteten, zu veranlassen. Die jugendlichen Arbeiter nun, auf die Hilfe der Arbeitervereine ange^ wiesen, vielfach mit ihnen das Vereinsheim teilend, führten einen hart^ näckigen Kämpf um ihre Selbständigkeit und Unabhängigkeit. Ein Teil dieses Kampfes spiegelt sich in der Diskussion auf dem HL Parteitag der österreichischen »Poale Zion« im Jahre 1906 wieder. Dieser Kampf führte schließlich zur Gründung des selbständigen Verbandes der jugendlichen 'Ärbeitervereifie »Jugend« und zu der Herausgabe eines eigenen Organ es »Die jüdische Arbeiterjugend«. Das Programm des Verbandes paßte sich im wesentlichen dem des sozialdemokratischen Verbandes jugendlicher Arbeiter in Wien an, nahm jedqch Bedächt auf die speziellen jüdischen Verhältnisse, war sozialistisch wie jener^, mit Betonung der Unabhängigkeit und Pärteilpsigkeit der Jugend. In den fünf Jugendkonferenzen, die der Verband in den Jahren 1908—1914 abhielt, wurde sein Programm wesentlich ausgebaut und prä^ zisierf. Über diese - Konferenzen näher zu berichten> würde zu weit führen,- sie waren in ihrer Art überaus interessant und werden aHen, die das .Glück hatten, an ihnen teilzunehmen, lange Jahre im Gedächtnis bleiben. . Von besonderer Bedeutung jedoch war die IV. Konferenz, die im Mai 1912 in Lemberg abgehalten, wurde und der Bewegung ein wohl-* durchdachtes Bildungs* und Erziehungsprogramm. gab, sowie genaue Richtlinien für den Kampf m um die Reform der Gewerbeschule und des Lehrlingsschutzes. *;

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