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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 424

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 424 (sequence 70)
Language
German
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' . . ,-.' /;' 424 . Max Bf od :!l '. »Nichts Elenderes, nichts Unseligeres, als äuf einer falschen Entscheidung zu stehen. *~* Wer in ihr verbfeiht, i$t wahrhaft in der Verdammnis, Keine Rettung gibt es für ihn. Er muß sündigen, er muß, und sei sein Wille noch so rein. Denn entweder gibt er seinem Trieb nach und das kannf> *sd Jfange er in seiner falschen. Stellung verharrt/. nur gewaltsam, nur durch Verbrechen geschehen. Oder er tut alles, um einer aufrichtig gewollten Tugend -zuliebe diesen- Trieb zu verkrüppeln, dann wird , er aus Aufrichtigkeit zum, Heuchler, aus Männlichkeitzum Hämling, *~ ein Lügnet vor läuter Selbstlosigkeit. Denn was vfermag denn Selbst* - losigkeit, wenn das Selbst vorher nicht i'n siqh selbst geläutert war? Man wirft''einen Kranken ad? dem Haus, statt ihn zu kurieren.;« v ( Warum nicht Jügeri? Warum sich an die Von außen gegebene einfache Wahrheit i^ten? :^st.' -tittc;-. £ifi^ nicht ein Eeichen von Kraft, Mut>. KJxdtur^ Elastizität des Geistes, Sdiönhdt,, Erfindung? ~t Ja doch] Aber Lüge ist . und bleibt eng;! Eine Sackgasse indes Wahrheit /in Qottes unendliche. I - Welt, hinausführt,, 'daher zum Schluß sogar an Abwechslungsreiäitum, also; in det iiel>ensächlid(>sten Nebeheigenschäft, die Lüge überstrahle — Man mag"1 die Sackgasse Lüge noch so sehr mit Kulissen, Kuriositäten, Kram vollstopfen, man mag sie mit allerkldnsten behutsamsten Schiittcheri durch* . sichreiten; nichts zu machen, — jeder Schritt bringt meine Nase um einen Schritt der Wand näher. Nur die Wahrheit geht ins Grenzenlose. Die Sünde der Lüge aber heißt: Endlichkeit. _ . »Wer erzieht nün eine Jugend, die wahrhaft inihrer ersten Wahl ist, wahr*- Saftig in der Liebe und aus dieser guten Wiirzel heraus unendlich in' jedem Gefühl? Alles andere wird dann von selbst nachfolgen. Denn eijie solche ^, Jugend hat die Gnade.?JDie Gnade, das ist: wahrhaftig sein dürfen und dabei aus dem Herzen hefvpr gut sein. »Wo bisher. Hoffnung auf Gnade war, dorthin stellte ij^Ru^i^vHöffr . nung auf eine neue Jugend, Rüths Hoffnung auf die größen Führer der - Jugend und auf den größten Führer, - auf den Messias, detr kommen wird . . . . , '; ■.. _ *-• 'ß\ . (, . ■* % \ \ ■■ »Welches Ist das Zeichen auf der Stirn des, Messias?^ Daß er , sich unbeirrbar richtig entscheidet. Am Geruch erkennt er das Böse und das Gute: so sagen die alten Schriften; f '% . >tlnd weldies die Lehre, die. vorausgesandte Bötschaft des^ Messias? —' Unaufhörlich erklingen <so lehrt *r> Taute Rufe in jeder Menschenseele. Man folgt eijtiem von ihnen, glaubt, die innerste Stimme befragt zu haben, — und es war doch nur falscher Appell! Kommt dann nachträglich der Richtige, so strahlt einem, zwar der Unterschied. zwischen ihm und den Lockungen Jörmlidl wie eine Stichflamme ins »Gesicht, aber dann hilft es einem nichts (mehr, e£ ist zu spät. . . Dies nun ist notwendig: in jungen Menschen eine angespannte Erwartung, eine ungeheure ^Vorstellung des richtigen Rufes wedken, die gar nicht streng genug, gar nicht leuchtend gejiug Sem kann. El wird ein Wunder kommen, muff man ihnen sagen, ein unbezweifelbares Wunder, eine fiberdeutliche Helligkeit, die. sich von allem Mittlern und 0feichgültigen eures Lebens hoch abhebt, Vergeuder euch nicht auf halbe Arideüturigen hin, wartet auf das Wunder :

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