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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 422

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 422 (sequence 68)
Language
German
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. ' : 1 . " . , Max B r od; bin ich fast der entgegengesetzten Ansicht, bin wirr von all den Fragen.' Kannst» du mir helfen/ v - Der Akt der offiziellen Trauung ist mir nicht besonders sympatisch und habe ich immer das Empfinden, als wenn sich da viele fremde Mensdieij in eine Angelegenheit mischten,, die sie ganz und gar nichts angeht. . .". .-. V;Nun stellt sich mir immer hier vön selbst eine Qpj>0sition. Was ist Treue? Ich meine, sie folgt^i^mmer erst der Liebe und fcomqit nicht mit ihr, Einmal verurteile ich sie als Fessel, dann aber anerkenne ich sie als herrliches Band, das Menschen oft lebenslang zusammenhält; Weiß^Du mehr? r »Das große Wagnis« " <Wir bringen'hier eine Probe aus dem letzten Kapitel des gleichnamigen, eben erschienenen Romans/ der eine Dichtung Vom Äufbnjch i>^di Palästina und von der Hoffnung auf die Jugend ist, ~* Der Roman spielt in einer* unterirdischen Höhlensiedlung, namens »Liberia«, in der eirie öruppe von Deserteuren und Kriegsfeinden ein* auf bloße Vernunft gegründetes Staats* wesen eingerichtet haben, In furchtbaren Katastrophen zerfällt dieser Versuch,, mit dem »reinen Geist«, ohne Instinkte auszukommen. Übrig.bleibt "nür der Schreiber des Romantagebuches und seine irneii/d*« liehe r e I n e L i e b :e zu ,s e in er Fr e undin ~Ru th^Die folgenden Seiten stehen schön nach Schilderung der Katastrophe> in der £üch Ruth selbst ums Leben gekommen ist. —- Die Redaktton).1 .-, Lange nachher weckte mich eine furchtbare Entladung. Der Liberiaberg hat sich wie ein Wulkan geöffnet. Auf Polstern von Rauch und Feyer schwankt er empor, schwebt ein Teilchen förmlich von Luft getragen xdahin, breitet sich aus wie ein blutendes Herz, dann schleudert er mit erneutem scharfem Knall die eine f^älfte seines Felsen* massivs iti den Himmel empor, die andere 'stößt er in den Qrküs der aufklaffenden Erdkugel. . - Ohne mich zu beachten ziehen Soldaten^Bataillone im dumpfen Eilschritt an mir vorbei, die Geschütze rasseln auf der Straße, in der Luft knattern die Motore der Flugmaschinen, . . . alles im Anmarsch gegen che Siedlung. Das Zelt qualmt nicht mehr. (BtwaS Holzasche glimmt zwischen Mieder* gelegten Leinwandflädien. - * * . v,-" Dicht neben mir, in". Stücke zerfetzt, Ruths Spielzeug »däsv große Wagnis« . . . Nur die papierne Gasse i$t unversehrt. Id* feg^ mimvein wenig. Da rollt mit leisem Köllerri dte kleine Schicfcsälskügel herab. - f Und Ruth? Wo ist Bfuth? ' , V " Ich stelle riiich äüf die Füße, laufe den nächsten Birken;zu. Eben komme ich noch zurecht, um zu sehen, wie sie in einem, aufwehenden -Regenschauer golden über die Bäumgipfelhin emporgehoben wird; ztt : strahlen beginnt und ruhig dahinschwebt.. 1 " 1 Ich eile ihr nach /. . Ö Ruth k^nn mir nie verlorengehen, Glüdklicher/ kraftvoller als je eile ich ihr nach- . ." . Da ist die^Landstraße, da ist Berg - '. ' '. '■' . ■■' . •/ ', ■ " '

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