Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 60)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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414 Briefwechsel über einen Purimball. einen Wall von Liebe finden, der"sie schützt, gegen-alles* das ihre stille Betrachtung, ihr Verwandtsein mit den Dingen stören könnte, und jüdische Kinder brauchten das mehr als alle anderen, da ihre so oft .überreizte Intelligenz ohnedies schon leicht die bewegungslose Unbewußtheit der Kindheit stört. Kinder wollen ihre primitiven Gefühle einfach gsebeo, sie wollen, so gerne _jhre" ganze große zärtliche Liebebedürftigkeit an ihre Umgebung hängen, allein sie können das nicht, wenn sie auf lauter unwahre, für alles Frische, Lebendige undurchdringliche Mache stoßen. Daß sie nicht anders können, als die um sich Stehenden verachten, ist für Sie selber das Schmerzhafteste. , Daß die Stellung jüdischer Kinder in der Schule eine so-traurige ist, beruht auch nicht nur auf dem Antisemitismus. Denn wäre das Kind von Haus aus gefestigter, mehr gewohnt, wahren Wert zü-erketinen und zu verteidigen, so könnte es sidi auf innere Kraft .stützen im Kampf gegen^äußere Angriffe. So aber ist es in allen inneren wahren^ Empfin^ düngen gehemmt, nur auf Äußeres, eingestellt und fühlt leicht so, als wäre in seinen christlichen Kameraden wirklich etwas Wertvolleres, etwas, das einiger in sich selbst, offenherziger und wahrer wäre. Und da entsteht so leicht der Zwiespalt zwischen Kampf zur Verteidigung und Sehnsucht nach der Art des Bedrängers. Beinahe immer findet man in den -Schulen, daß die Judenkinder gegeneinander eine leise Verachtung^ liegen, die übrigens manchmal recht laut wird. Sie haben durch das Falsche, Unwahre ihrer Erziehung gelernt, erst sjch der Familie zu schämen und'sie zu verachten, und dann geht das auf die Rasse über. Und es ist nur zu bedenken, wie wenig das wirklich Kinder sein können, die mit Gefühlen von Verachtung und Skepsis schon gut vertraut sind, In jedem Falle" beinahe muß ja die Schule, hauptsächlich die öffentliche, einen schweren Schatten auf 4ie Seele des jüdischen Kindes werfen, in den nach" den bisherig* verfolgten Tendenzen erzogenen Kindern tut sie ungefähr das letzte, um ihnen allen Halt und Glauben an sich selbst zu rauben/ Briefwechsel, über* einen Purimball. Wohlhonoriger ... verein! Die unterzeichneten legitimierten Vertreter der jüd. . . akad. Vereine . . . usw. erlauben sich hiermit den wöhlhonorigen , . . verein einzuladen/ an der Ende März ,d. stattfindenden Pürlmfeief* aktiven Anteil zu nehmen und entsprecheild legitimierte Vertreter ins Vorbereitungskomitee zu entsenden. Ausgaben und das eventuelle Reinerträgnis. wird unter , den jüd, . . . akad. Vereinen zu gleichen Teilen aufgeteilt werden. <Es folgen neun Unterschriften.) t Liehe Kollegen! Wir danken Euch sehr für Eure Einladung, an der Veranstaltung tines von den jüdischer? . . . akad. Vereinen, beabsichtigten Festes teilzunehmen.