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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 405

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 405 (sequence 51)
Language
German
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Über das'jüdisdie Berufsproblem. 405 sichten etCiinformiert-werden will. <Eigentliche Schulbahnberatung.,- sie erfüllt: gleichzeitig die Aufgäbe der Kontrolle der Berufswahl und wird hei genügender Frequenz ein genaueres Bild von Strebungen und Bedürfe nissen der jüdischen Jugend in Deutschösterreich ergeben.) Solche, bei denen defÄnfrager im Ungewissen ist, ob die Vorstellung, die er von »seinem« Beruf hat, richtig sei, ob er alle Nebenumstände genügend ins Kalkül gezogen habe etc. Hier ist es notwendig, möglichst genauen und detail^ Herten Aufschluß zu geben und anzuleiten* zur gründlichen Beschäftigung mit allen Fragen des erwählten Berufes. Das soll durch eine reichhaltige Bibliothek unterstützt werden, in der der Jugendliche mit dem Wesen, und den Anforderungen der einzelnen Berufe vertraut wird. Die dritte Art sind diejenigen Jugendlichen, die fragen, »was soll ich werden?« Hier positive Antwort zu geben, isLjunser Berufsamt dermalen noch nicht imstande und -wird es vielleicht auch in Zukunft nicht sein. Hier ist nur der folgende Weg gangbar :Mer Jugendliche wird von Zeit zu Zeit vorgeladen und der Berater sucht durch ausgedehnte freundschaftliche Gespräche ein Bild des jungen Menschen zu bekommen, »Schwierige« Fälle werden wohl auch unter dfe besondere Obhut eines bestimmten Mitarbeiters gestellt werden müssen. Im Verlaufe der Zeit ist es nun möglidi, durdh Eliminierung von Berufs^ typen, zu denen offensichtlich weder Begabung noch Liebe vorhanden ist, den zur Wahl offenstehenden -Kreis zu verkleinern. Die Grenzen, bis zu denen dies geschehen kann, hängen natürlich von der Individualität des Jugendlichen und vom Geschick des Beraters ab. Zu dieser Eliminierung glauben wir uns auch bei stattgehabter Wahl berechtigt, sofern sie auf unnütze oder gar gemeingefährliche Berufe gefallen ist, sofern auch ohne tiefere Kenntnis der jüdischen Wirtschaft klar zutage liegt, daß ein Zufluß in dem gewählten Berufszweig die jüdische Gesamtheit schädigt, schließlich sofern eine offensichtliche Diskrepanz zwischen Begabung und gewähltem Beruf besteht. " r Der Arbeitsnachweis ist auf Vermittlung von landwirtschaftlichen und gewerblichen Stellen beschränkt und hat, urii einem gegenwärtig, dringlichen Bedürfnis Genüge^zu leisten, die Vermittlung für jüdisches Lehrpersonale und jüdische Kinderpflege iriit übernommen. Er benützt die gebräuchlichen Methoden der öffentlichen Arbeitsnachweise, mit denen er in Ausgleich treten wird und denen er die außerhalb sejnes Arbeitsfeldes liegenden Ansuchen übermittelt. _ \ "wir treffen ferner Vorbereitungen für die Enquete über die.psychologische Charakteristik einzelner für uns besonders wichtiger Berufstypen, für die eine solche noch nicht besteht, und beraten den Entwurf eines psychologischen Beobachtungsbogens, der in den verschiedenen Jugendgruppen versuchsweise eingeführt werden soll. Damit parallel soll ein Lehrkursus für berjjfspsydbolpgische Beobachtung gehen, an dem Hörer des judischen Pädagögiuifis, Fuhrer und Leiter von Jugendgruppen teilnehmen werden. Schließlich ist die Anlage * einer umfassenden und planmäßigen Wirtschaffsstatistik in Aussicht genommen,; Schon Jetzt aberist die »Ausbeute« des geringen vorhandenen Tat^ sachenfnaterials so fruchtbringend, die Fülle cler Anregungen, die sich im

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