Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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406 Erwin Kohn: Verlaufe der Tätigkeit ergeben, .so groß, daß für die Zukunft die aller* günstigsten Aussichten bestehen. , VII. Aus dem bisher Vernommenen wird zur Genüge klar, geworden sein, wie ein jüdisches Berufsamt für eine bestimmte Gemeinde oder für einen bestimmten Landstrich aussehen muß, Unschwer ist es nun, sich die Zu* sammenfassüng gleicher Ämter im Lande zu einem System mit einer Zentralbehörde an der Spitze vorzustellen. Aus zwei Gründen ist eine solche Zusammenfassung schon in der nächsten Zeit erforderlich. Der erste ist der im Wesen einer jeden Zentralisation gelegene Vorteil,- erst sie erfüllt vollständig die Forderungender Planmäßigkeit und Einheitlichkeit und erst sie1 ist das Organ, dem sich alle bisnun auf Losung des Berufsproblems unternommenen Versuche und schließlich auch die maßgebenden Körperschaften unterordnen werden. Von weit höherer Warte wird hier die Lage und die Veränderung der jüdischen Wirtschaft überblick!, werden die notwendigen Dispositionen erkannt und angeordnet, wird der jüdische Arbeitsmarkt kontrolliert. Mit weit stärkeren Mächt* mittein können von hier aus die Bedürfnisse der jüdischen Berufsumschich* tung befriedigt, die Forderungen der Jüdischen Jugend proklamiert, die Arbeitsbedingungen der beruflich Tätigen geregelt werden. Und daß zur exakten Durchführung aller wissenschaftlichen Aufgaben der Berufsforschüng eine solche Zentrale unumgänglich nötwendig ist, ,liegt ja klar* zu Tage. Das alles sind Dinge, die für die Zentralisation einer solchen Institution bei allen Völkern sprechen würden, die aber für das jüdische Volk 'be~ sonders schwer wiegen, weil es infolge seiner beispiellosen Zerrissenheit ihrer noch viel mehr bedarf. - Diese Zerrissenheit angesichts der Aufgabe, in Erez Israel iri kurzer Zeit ein gesundes, von allen Teilen der Judenheit genährtes, wie wir* hoffen, in seiner sozialen Konzeption beispielloses Gemeinwesen aufzubauen, bildet den zweiten ~Grund, der für schleunigste Zusammenfassung unter eine Zentralbehörde spricht. Dieser Grund, lokalisiert die Behörde auch, nämlich dort, wo sie in unmittelbarstem Kontakt mit der zentralen Behörde für Immigration und Besiedlung Erez Israels steht. Von dieser empfängt sie Weisung darüber, was Erez Israel innerhalb gewisser Zeiträume an Menschen braucht, welche Berufskategorien, welche Altersklassen, welche Fähigkeiten. An ihr liegt es nun, diese Anforderungen an die einzelnen Zweigstellen zu verteilen und so für rascheste und beste Befriedigung des Landes Sorge zu tragen. Die Zweigstellen fyäben genauen Überblick über die Kapazität des Landes und seiner einzelnen Berufs* Massen, sie haben die Möglichkeit, den Zufluß in. bestimmte Berufskategorien zu verstärken, in andere abzuschwächen. - Und dabei, eben wird kraß in Erscheinung treten, was die eigentliche Schwierigkeit der jüdischen Berufsumschichtung ausmacht/ was das Fluch* würdige vergangener Jahrhunderte bedeutet. Die jüdis<h<en Jugendlichen werden zum großen Teil nicht die Berufe ergreifen k'önnen> für die sie Begabung üiid selbst Neigung prädestiniert. Das Amt, das sich "als Ziel die Auslese der Begabten gesetzt hat, wird vielen, vielen dieser Begabten