Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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404 Erwin Röhn: zu Zeit veranstaltet werden, überprüfen die Richtigkeit der Eintragungen. Dem jungen Menschen an Hand dieser langjährigen Beobachtungen ge* nauesten Aufschluß über seine Fähigkeiten geben zu können, wird ein leichtes sein,. * . „ N Auf der anderen Seite ist es notwendig, entsprechende psychologische Charakteristiken -aller Berufe zu besitzen. "Das jüdische Berüfsamt wird _sich diese auf dem gebräuchlichen Wege der .Ejiquete mittels Frage* bogen verschaffen. Außerdem stehen ihm natürlich alle auf diesem Gebiete bisher erzielten Resultate der Berufspsycholögie zu Gebote. Die zweite große Aufgabe dieses jüdischen' Berufsamtes; jst die Durch* führung der Beratung selbst, die Einflußnahme auf die Berufswahl der Jugendlichen, die Verteilungen des Kräftezüflüsses auf die Gebiete jüdischer Wirtschaft, die ihn benötigen. Und Hier erweist sich die Forderung realisierbar, die jeine Konsequenz der eingangs gegen die Berufsbestim** mung in der Familie vorgebrachten Bedenken ist: die Verlegung der Berufsberatung aus der Familie weg in eine Institution, die nur dem Einflüsse der Gesamtheit untersteht und deren Leitung nur -unter dem Gesichtspunkt des Wohls der Gesamtheit mit größter Rücksichtnahme auf dasjdes einzelnen erfolgt, eben in das erwähnte Berufsamt /und unter: eben diese Leitung, die die vorerwähnten Studien durchgeführt hat und weiter durchführt. Es ist aber weit mehr nötig, alsrdie bloße Realtster^ barkeit *de;r Forderung,- der, Berufs Vorbereitung und Berufsberatung, wie sie durch dieses Amt erfolgt, muß vielmehr eine möglichst jjroße Machtvollkommenheit zuteil werden> die, ihm ein Übergewicht^ verleiht /. da. sich gesetzliche Vollmachten, welche das Richtigste wären, kaum „ werden erteilen lassen, wird man zu einer Art »Meistbegünstigung« * greifen müssen,-man wird also etwa den unter der Kontrolle desBerufs* amtes Stehenden oder von ihm Berateneif ^rleichterje Ausbildungsmqglich*. keiten, Unterstützungen eta gewähren, "man wird bei Stellenbedarf in erster Linie auf die vom Berufeamt Empfohlerien Rücksicht-nehmen und anderes mehr. X VL; . Es scheint mir notwendig, diese ^rqrterung über das Theoretische, hinaus so zu gestalten, daß jeder, der sie vernimmt, wisse, was aügenblick*; lieh im Gange ist und welcher Grad vöh^Durchführungswahrscheinlichkeit jeder einzelnen Förderung eignet. Nun, dies alles ist Pfeil des jüdische» Berufsamtes in Wien/ von diesem Plan ist einstweilendas Balgende Wirklichkeit geworden oder wird es im Verlaufe der nächsten Zeit werden. In der Erkenntnis, daß zwar augenblickliches Hancfela not tut, daß aber das meiste^ soll es nicht klägliqhes Dilettieren sein und bleiben, gründlicher Vorbereitung und einer großen und" geschulten Schar vön Mitarbeitern Bedarf begnügten wir uns damit, eine Schülberatungsstelle -und einen Arbeisnachweis fän ^gewisse Arbeitskategonen zu errichten. Die Schulberatüngsstelle, die an einer umfangreichen und exakten Schul* Statistik arbeitet, führt, drei-Arten von Beratungen durch: solcfüe, bei denen der Anfrag^r im allgemeinen zu irgend einem Beruf, -z. B. zur Land* Wirtschaft, entschlossen ist und nün über Schulen, Lernzdt, Konten, Aus*