Mannheim
Compact Memory

Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 403

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 403 (sequence 49)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3776398-6437699-6437823--455-3776842
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Über das jüdische Berufsproblem. 40 Art und Weise, in der sie sich entwickelt*/ die statistische Erfassung der gesamten der Volksschule entwachsenen Jugend, sei sie nun im Erwerbe tätig.öder in.einer höheren Schule, ihr-Anteil an den einzelnen Erwerbs- und Bildüngszweigen,- ihre Befähigung für gewisse Speziell, die Frequenz gewisser^ Schulkategörfen,- schließlich eine lückenlose Kontrolle der Berufswahl der Jugend selbst. »Diese Dinge fallen zum Teil in den Bereich der Wirtschaftspolitik und'Wirtschaftspsychologie, zum Teil,in den der Statistik. Beide müssen daher in diesem jüdischen Berufsamt vertreten sein und es ist überflüssig zu sagen, daß die Leitung dieser für die jüdischen Ver^ hältnisse besonders schwierigen Aufgaben nur Fachleuten von bester Art übertragen sein kann. Die Tätigkeit dieser beiden Abteilungen ist die Grundlage, auf der die gesamte übrige Forschung baut. Wir wissen aber, daß. bei der Berufswahl einerseits in hervorragender Weise psychische Momente wirksam sind und daß anderseits die > einzelnen Berufe ganz bestimmte psychische uri3 physische Voraussetzungen haben. Die Verbindung «dieser beiden Tatsachen hat die Berufsberatung hervorgerufen. Ihr Studium ist die weitere * höchst wichtige Aufgabe des Berüfsamtes. Bei ihrer Durchführung ergibt sich die Schwierigkeit,, daß Psychologie der Berüfsvorbereitung und Berufswahl .vielleicht die jüngsten Wissenszweige auf dem Kontinente §ind und ihre praktische Durchführung in Deutschland beispielsweise sich auf sehr wenige Fälle beschränkt. Dort wird sie nur b^ einigen »Berufseignungsprüfungen«, vorwiegend der »mittleren« Bexufe, und bei der »Auswahl der Begabten« angewendet. Das jüdische Berufsamt hat sich mit al{ diesen Versuchen aufs ernsteste zu befassen, es hat aber auch insbesondere die amerikanischen Methoden *der »Berufs'eignung« i2u prüfen, die sich dort in Konsecfuenz des Taylor^ Systems ergaben und zu einer erheblichen besseren Qualifizierung gefuhrt haben. Man glaube ja nicht, daß därch diese Versuche eine »Mechanisierung« der Berufswahl hervorgerufen wird, sie sind —' wobei wir vorläufig von ihrer autoritativen Geltung ganz absehen wollen -7 die einzige jGewähr für Begabtenauslesfc und Wahl der geeigneten Berufe, durch sie allein wird aber auch die Berufsumschichtung der Juden so gestaltet, daß sie so wenig als möglich Schiftbrüchige, Enttäuschte, Unfähige im Gefolge hat und daß die Juden möglichst rasch in den neuen Gebieten, denen sie sich zuwenden; zu Erfolg* gelangen. . Von besonderer Bedeutung wird sie beim Aufbau des jüdischen Schulwerks .und bei der Ausbildung seiner Lehrkräfte. Die Gelegenheit, die sich hier dem Judentum bietet, muß voll ausgenützt werden,- sie bringt nicht nur ihm> sondern der -ganzen Menschheit Nutzen. Von vornherein müssen also unsere Lehrer ihr Augenmerk auf die Eigenart de? kindlichen Psyehelichten. Esmuß ihnen bei entsprechender psychologischer Ausbildung —*• deren Voraussetzungen ja heute bereits bestehen t* gelingen, aufs genaueste die Eigenschaften und die Begabung jedes einzelnen ihrer Schuler kennen zu fernen. Üie »berufspsychologtschen Beobachtungsbogen«, die sie über ihre Schüler^ führen" und die wahrlich höheren Wert als die bisnun gebrauchlichen Zeugnisse haben -werden, begleiten den Schüler bis zu seinem Schulentlassung. Besondere »Test««, die von Zeit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.