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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 402

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 402 (sequence 48)
Language
German
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402 Erwin Kohnl nämlich der Eingriff im Gäluth völlig verschieden ist voh dem in Erez Israel. _ * Alle Veranstaltungen zur Lösung de^ Berufsproblems im Gallith kranken an drei organischen Fehlern: an der Ungewißheit über das Tempo und die Art des Aufbaues des^ palästinensischen Gemeinwesens, an der Un* Übersichtlichkeit und an den ununterbrochenen Veränderungen der jüdischen Wirtschaft im Galuth, diedie Aufstellung einheitlicher Grundsätze fast unmöglich machen und an der Nebelhaftigkeit der Vorstellung, die" der Begriff »jüdische Wirtschaft im Gallith«' überall ""Erweckt, an dem—eiii* gebürgerten Vorurteil, daß es eine allgemeine jüdische Galuthwktschaft und daher eine einheitliche Regelung ihrer Erfordernisse nicht g^ben könne. Theoretische Argumentation ist hier völlig überflüssig, diese drei Tatsachen bestehen, und wer daran geht, das jüdische Berufsprqbfem im Galuth zu lösen, muß mit ihnen als * gegebene Faktoren rechnen. Diesen Haupt- Schwierigkeiten steht aber auch ein großer Vorteil gegenüber, päriilich der, daß hier ein durch keinerlei Parteikämpfe zerstörtes Arbeitsfeld ist und daß dieses von * Anfang an nach den besten und neuesten Erfahrungen bebaut werden kann. Damit dieser Vorteil wirksam werde, tut nur » eins not: die allgemeine Erkenntnis, daß es gewisse Aufgaben gibt, die4 dem Judentum in aller * Welt, unbeschadet der besonderen staatlichen Zu* gehörigkeit seiner Teile, zufallen und einvernehmljch von ihm gelöst werden müssen. Wie der Aufbau des palästinensischen Gemeinwesens, aus * einer Parteizu einer Volksangelegenheit geworden ist, so muß es auch mit, der Lösung des Berufsproblems geschehen. Den Zionisten fällt auch hier wieder die Pflicht des wegmachers zu und mit vollem Recht, denn s i e haben an einer Berufsumschichtung dasunmittelbarste Interesse^ J ■ — ' V. , . : Es ist meine Überzeugung, daß es nur eines erfolgreich inaugurierten Teilversuches bedarf, um Nachahmung hervorzurufen, wo nur überhaupt Juden gemeindeweise beisammen leben. Das Bild eines solchen Teilver* suches wollen wir nun vorerst betrachten, um nachher zu finden, was für die Zusammenfassung zu einem System gültig Ist. Ein solcher'Teilversuch liegt in dem Plane zu einem jüdischen Berufsamt in Wien vor, das seine Wirksamkeit vprläufig über Deutschösterreich erstreckt und_ das Bestrebt ist, ähnliche Institutionen auch, in den übrigen Teilen des ehemaligen Österreich^Ungarn ins Leben zu rufen, weil die judenheit dieser Länder noch eine so innige Verknüpfung wirtschaftlicher, ethnischer und ethischer Art aufweist, daß der Versuch, auf Deutschösterreich „beschränkt, von vornherein zu wenig lebensfähig* wäre. % Zweierlei Aufgaben hat dieses jüdische Berufsämf. Zur ersten zählen : das Studium aller Vorgänge im jüdischen Wirtschaftsleben, welche die Bildung von Berufen bestimmen/ dazu.gehört die genaue, auf statistische Erhebungen-gestü/zte Kenntnis der Bei^fsglfedermrg der Juden in jedem Orte, yro sie gemeindeweise leben, ihre Erwerbsbedingungen, deren Prosperität, ihre sozfele^Stelltfng/jine ebenso genaue^Kenntnis der Wirt* schaft und des Wirfölandes, sowie insbesondere ein Überblick über' die

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