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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 401

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 401 (sequence 47)
Language
German
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Über das judisdie Berufsproblem. 401 Und stünde; die Sachenoch viel günstiger, bestünde tatsächlich volle Freiheit der Wahl, ja selbst teilweise Freiheit in der Wahl der Vorbereitung, wo in aller Welt .gibt es ^eine Institution, die dem jüdischen jugendlichen -Rät schien Itonffle/ihm die Größe des Gebietes zeigte, das ihm offen steht, ihn "zur Erkenntnis seiner Begabung brächte, deren un* bestechlicher Richter sie ist? Und das alles nicht nur, wie es bei andern Völkern möglich ist, M der selbstverständlichen Erwartung, daß die Volkse Wirtschaft allein und ohne 2utun die Berufsbildung regle, sondern so, daß eine jüdische Wirtschaft aufgebaut werde, aus dem Chaos des Para^ sitentums, däis jetzt fälschlich diesen Namen führt? E(ie Folgen der Bertffsbestimmung durch die Familie mit oder ohne Wollen des- Beteiligten sind eine unübersehbare Verkettung von ^Widrigkeiten. JDie Berufswahl wird vorerst ihres Charakters als Entscheidung entkleidet, dadurch, ^aß der Entscheid sich auf lächerliche Geringfügigkeiten erstreckt. Dem jungen; Menschen wird möglichst wenig zum Bewußtseingebracfct> daß sie von der höchsten Bedeutung für sein Leben ist und daher seiner^ ausschließlichen Selbstbestitftmung unterworfen sein müßte! Pas durchaus richtige Bild; das sich der Jugendliche von seinem Berufe als etwas, was des. ganzen Einsatzes des Lebens würdig ist,' macht, wird zur Farce des Erwerbs, nach dessen »Mühen« man ^Vergnügungen« aufsuchen muß. Dadurch, daß fast ^irgendwo die so wünschenswerte innige Verbindung von beruflich Tätigen, und? zwar von guten Vertretern -des Berufszweiges mit deiv Heranwächsenden, die in ihn eintreten sollen, besteht/ werden ganz falsche Vorstellungen über das Wesen des Berufes henrorgerufen,/ wie viele gibt es, die so Tag für Tag dem Fallstrick von Blendern erliegen. Der Mangel an Selbstbestimmung erschwert die Berufsfreüdigkeit, und das so sehr, daß sie heutigentags zu den größten Selten- 'freiterf, besonders in den »mittleren« Berufen, zählt, daß das Gefühl von Schaffensfreude, das Gewerbe und Handwerk in früherer Zeit zu den unübertrefflichen Leistungen befähigte,^ heute völlig verschwunden ist. Die Tatsache, daß das Beamtentum, der Beruf, cter sich durch größte Unselbständigkeit, festeste Normen^ langweiligste Eintönigkeit auszeichnet, heute einer der.vielbegehrtesten ist, kennzeichnet ihren Verfall. Liebhaberei, Dilettantenkunst, Sport und Pöeterei sollen Ersatz bieten für das graue Einerlei des ungeliebten Erwerbes, herausreißen aus "dem Strom rastloser Betriebsamkeit, nervenpeitschende ^Vergnügungen« sollen Ersatz -bieten für das ruhige Freudegefühl, das den wahrhaft schaffenden Menschen erfüllt.; -• ' IV.- .." ■ Andeutungsweise ist uns jetzt klar, ~wie sich - der Akt der Berufsvorbereitung und Berufswahl beim jüdischen Jugendlicheil vollzieht, klar auch, daß er den Eingriff der Gesamtheit zur Steuerung der größten Übelstände hervorruft. An diesen stellen wir nun nochmals die Forderung der- Plan- /m^i^kei^jEindeutigkelit und Unterordnung. Wie tst sie zu erfüllen? Von vornherein ist klar, daß es sich um zwei prinzipiell gleiche, aber in der Art der Ausführung erheblich verschiedene Dinge handelt, daß

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