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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 398

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 398 (sequence 44)
Language
German
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398 Erwin Kphn: verzichten und produktive Berufe aufsuchen, die jüdischen Gebräuche unter dem Schutt der Tradition hervprziehen, die vergessenen jüdischen Namen mit der Liebe dc<r Heiinfindenden stammeln, vollzieht es sich: Umkehr. . x^, T - — - Für uns gibt es aber beim Anblick dieser Versuche nur einen Ge*" danken;- wie die Berufsumschich-tun'g unter" diesem Namen pflegt man die Fülle aller Einzelvorgänge, die zu einer Veränderung in der beruflichen Gliederung führen sollen, zusammenzufassen vor sich gehen muß, damit sie vom größten Nutzen für das Wohl der Gesamt* heit* wie für das des Einzelnen sei. Welche Institutionen, Ämter/ Schulen, Fonds nötig sein werden, um sie so zu gestalten, dajß sie ohne Schaden an der jüdischen Wirtschaft verlaufe, Icelne wertvolle Position verloren* gebe, daß sie aber zugleich eine Berufsgliederung schaffe, in der jeder den seiner Begabung entsprechenden Platz finde und die durch Geldes** macht, erkauften Vorteile der Stellung in der Gesellschaft—zu nichte werden; Eine so ungeheuere Aufgabe ist das, daß bis nun noch nicht einmal an ihre theoretische Konzeption geschritten wurde und alles in dieser Richtung Unternommene unbemerkt, dem ordnenden Eingriff der Organisation entzogen, durch allerhand Zufälle und Willkürlichkeiten bestimmt, verlief. Es möchte freilich noch vor kurzem als Abenteuer* lichkeit erscheinen, Planmäßigkeit, Einheitlichkeit und Unterordnung zu fordern, in Dingen, die als »unveräußerliche Menschenrechte« »heilig« und »jedem Eingriff« &er Gesellschaft entzogen galten,- heute, da es keines dieser »unveräußerlichen Menschenrechte« mehr gibt,. das nicht unzählige Male mit Füßen getreten worden wäre, heute,. da es aber auch klar und offensichtlich geworden ist, wohin individuelle Freiheit in Wirtschaftsfragen fülfrt, heute schließlich, da es das jüdische Volk als vornehmste Pflicht" empfinden muß, alles zür Verwirklichung seines v o 11 e n völkischen Lebeils daranzusetzen, heute ist dieser Einwand null und nichtig. Einheitliche Leitung der Berufswahl muß uns zumindest ein ebensolches völkisches Axiom werden, wie einheitlicher Kolonisation»* plan oder Gemeineigentum an Grund und Boden für Erez Israel. Es ist die unumgängliche Prämisse dieser beiden, es schafft aber darüber hinaus im Galuth und in Erez Israel Konsequenzen noch gewaltigerer Art. III. V * . , '> - , Wie werden wir den Forderungen Planmäßigkeit,' Einheitlichkeit und Unterordnung gerecht? Bevor wir an ihre Auslegung herangehen, müssen wir uns darüber klar werden, in welcher Weise die Berufswahl des. Jugend* liehen sich zu vollziehen pflegt, welche Faktoren bei ihr mitspielen/ wie sich das Bild von der »Berufung«, das den Jugendlichen bei der Berufswahl erfüllt, sofern er edlen Sinnes ist, sich zum Bilde der »Erwerbsmöglich* keit« verschiebt, was die Ursache dessen sei, daß di£ Zahl derer, die einen »richtigen« - Beruf ergreifen, und denen schwere i Enttäuschungen erspart bleiben, gar so gering ist,- ob und wie ein Eingriff Her Gesajfit* heit in diesen Komplex von höchstpersönlichen Fragen, Wünschen^ Er^ wägungen, in diesp Schicksalsbestimmung des-einzelnen erfolgen kann.

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