Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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f Jüdische Mädchen. 895 : sie sind und Sucht nach Betäubung, das sind die Gjcundzüge im Wesen vieler Mädchen, die sich ehrlich zu ringen mühten. Und das sind ungefähr die Mädchen, oder vielmehr die für Besseres Fähjgen von Jenen, welche die gewöhnliche und bessere Gesellschaft mit . so viel verspielter, bis zur rasenden Ausgefassenheit gesteigerter Wdbchenhaftigkeit erfüllen. Und hier lernt der Mann die Frau-verachten als immer bereites Spielzeug und die Frau den Mann als den, der sie hätte -retten können und es nicht tat. Die'Familie, aber hat das Spiel gewonnen, hat das Mädchen zu dem gebracht/ das sie haben wollte: zuni Abbild ihrer eigenen Ver^ seüchtheit. / ' Eine andere Erziehungsrichtung bildet die, welche das Mädchen zur guten Hausfrau nach vorgefaßtem Bilde führen will. Sie ist so viel zu finden in sogenannten guten Häusern und stellt in Strenge und Schärfe ein ganz altes .System dar. Es ist absolute, alleinige Heranzucht der Frau für Mann und Kinder. Die Art der Behandlung trägt in sich: Machtbewußtsein, Unduldsamkeit und unbedingte Autorität. Das Mädchen wird als für sein Leben lang abhängig und untergeordnet betrachtet, es hat erst den Eltern zu folgen, dann dem Mann. Und wo sie Auflehnung wagi, muß sie damit rechnen? als sonderliches, egoistisches, schlechtes Geschöpf ganz ausgestoßen und doch nicht freigelassen zu werden. In gewissem Sinne ist aber doch eine Befreiung hier leichter möglich, da die Mädchen-.an eine strengere Zucht gewöhnt sind, die ihnen in allen Lebensverhältnissen -zu Gute kommt, jedoch führt hier Persönlichkeitswille; wo er ja einmal auftritt, beinahe immer^ zu unbedingtem Bruch. Es ist beinahe, vals hätte sichhier etwas von dem jüdischen Fanatismus der Famiiienautorität bewahrt. Manchmal geschieht es, daß so erzogene Mädchen, die in der freudlosen, strengen Lebensweisenirgends einen lichtem Blick zu finden vermögen, psychisch schwerer geschädigt werden und in eine Verneinung ^alles Lebendigen gelängen, die sie immer nur fragen läßt: wozu? wozu? Wo die Frage stark wird, endigt sie in Selbstvernichtung, wo sie nur iixit schwächerem Ton in allen Gefühlen mitschwingt, bildet sie lebens^ unfähige, unglückliche, verbitterte Frauen. — Und äußerlich erreicht auch hier, die Umgebung ihr Ziel, gelingt es ihr auch hier, alles Ringen zu zersplittern und alles Aufstrebende zu zerstören. Im Bereich der hier geschilderten Lebensarten bewegt sich ein -sehr großer Teil des Lebens jüdischer Mädcheti. , Das sind die Atmosphären, in denen alles nach freiem, gesunden Lebensatem Dürstende erstickt wird. Alles weiblich und jüdisch Wertvolle wird entweder nicht beachtet oder möglichst bekämpft^ wenn es sich nicht in das vorgefaßte Schema einfügt. Und doch wäre, es sp^notwendig, daß aus den heutigen besten weiblichen Individualitäten, die, nachdem sie in dem altjüdischen Fraüentypus keine Lebensmöglichkeit mehr sehen,, sehr oft eigentlich nichts anderes anstreben, als eine Gleichstellung mit allem Männlichen, die basiertin einer Aufnebung des Weiblichen, sich ein neuer, wirklich weiblicher Fraüentypus! bildet. Wenn wir überhaupt an eine weibliche Individualität glauben, und nach den naturgegebenen Grundlägen - muß ja das Weib eine; andere