Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 392 (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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392 Marie Pop p c r: Sie sind aufsteigend von einer aüs dem Ghetto^Icomjnenden, doch mit ihm gebrochenen und sich ihm streng verschließenden Art bis z\i% aitf europäischer Kultur und Txadition beruhenden, sozusagen gut Jüdischen. oder getauften Familie. Alle diese, Grundlagen oder eigentlich Familien* arten stehen sich feindlich gegenüber, die einen neidend> die andejrn ver* achtend, die dritten mit aller Gewalt versuchend, zu brechen. lind was sie im "ganzen darstellen, ist\lie jüdische bürgerliche Gesell* schält, die mehr oder minder träge, verlogen,_alfer„ wahren Kultür mangelnd ist, die alle wertlosen, jüdischen Scheineigenschäften bis zum Ekel Verleugnen will und doch im höchsten Maße besitzt und in jdlef ein^wajirer, um ein wertvolles Judentum wissender Jude kaum zu finden ist..* **: . Die Tendenz dieser Gesellschaft in der Mädchenerliehung ist : Heranzucht vonJö^eibchennärüren für gufe, reiche-Partien oder häusliche, gebildete, musikalische junge Damen - für solide, geschäftstüchtige Männer. s Von Heranbildung zu tieferen, wertvolleren Frauennaturen dürfte ifian selten etwas finden. Es sei hier nicht gesagt, daß die'Mädchenerziehung in .den ariälogen arischen Schichten besser ist, es soll nur hier versucht,werden, Grundlagen jüdischer Tendenzen zur Klarheit zu bringen .und im wesentlichen ist viel* leicht auch wirklich hier der Fall eingetreten, der so oft in jüdisch assimilierter Gesellschaftzu finden ist, nämlich, , daß das -tinwahr und fehlhäft Jüdische bleibt und* die Fehler der anderen noch gesteigert hinzukommen. „So wird das Gesellsaftliche konventioneller als Konvention, die »Erziehung« uiii1 natürlicher als die wirklichkeitsfremden, ärisch^größstädtischen Vorbilder. Oberflächlich betrachtet, ist vön den typischen »Judenmädeln« leicht der Eindruck zu erhalten, daß an ihnen wehig zu verlieren ist, daß. nicht viel daran liegt, wenn, ihnen von Haus aus nichts Wertvolles gebotenwird. Es scheint beinahe alles, was an ihnen zu beobachten ist,/ oberflächlich, spielerisch, genüßsüchtig und aus momentanen Läünen entspringend. Doch in diesen jungen Mädchen ist etwas Tieferes, irgendwo in i^rer Seele liegen vergessene und verlassene Werte, flie nur üt ganz seltenen Stunden erkannt werden und diev dann diese Stunden voll verzweifelter Äbscheü vor dem verdorbenen Selbst erfüllen./ Was heute an deiiMädchen so stark «ins Äuge fällt, ist etwas Gewordenes, sie Und eiriTPrödufct des Milieus, dem sie' nicht zu 'widerstehen vermochten. Und Klarheit mqß darüber herrschen, w i e v i e 1 hier verloren gegangen ßt> systematisch ver* dorben wird und wie wenig zu hoffen ist, daß in dieser Art jemals ein gesunder;' edler, einfacher und füdjsch wertvoller Frauentypus entsteht. Also dies wäre in den wesentlichen Zügen jüdische' Kindheit«Völlstän* dige Inanspruchnahme des Beschäftigungsvermögens yon Seiten der Er* wachseneri, Unterdrückung der infantilen Eigenart, Erzögen *Werden*äuf absolut Äußerliches. Erziehung von Knaben und Mädchen dürfte sich in der Kindheit so ziemlich gleichen, außer daß die Mädchen vielleicht noch mehr »erzogen« werden. _ " > Das Mädchen tritt so \n die Zeit der Pqbertat mit möglichst ungün* stigen Vorbedingungen. Bs ist gewohnt, Maschine zusein/ein Mechänis^ mus, den andere iiP Bewegung setzen, lind es fällt beinahe schwer, zu