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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 391

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 391 (sequence 37)
Language
German
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Marie Popper: Jüdische Mädchen. 391 -Freilich, das ändert nichts daran: Solange man nur fladi will, selbst wenn man tief wollen flach will, will man eben doch nicht tief, * Da gibt es nur einen Weg: zu »Jaden«. Der Funke kann eben nicht direkt erzielt werden/ sondern nur, wenn man die Materie lädt. Solange, man also tief wollen will und doch nicht tief will, bleibt nur übrig, flach ru* wollen, mit dem festen Glauben, daß ein jeder Freiheit und Kraft hat, tief zu wollen, —' akr mit dem nieder^ drückenden Gefühl der Sündhaftigkeit, mit" dem verzweifelten Bewußtsein, daß man verdammt ist und daß da.S bloße flache Wollen nicht zu erlösen verftiag. Diese Verbindung von unermüdlichem Willensansatz wenn auch des flachen Willens mit bohrender Verzweiflung heißt: sein Leben laden,- hieraus springt,— nein, auch diese Hilfe gibt es nicht, <— hieraus kann der Funke springen. - Peitscnt also die träge Materie,- sie ~wird sich vielleicht doch auf- .bäumen! Ladet euren matten Stoff, füllt die Leere, spannt die schlaffe Oberfläche — und der .Funke kann plötzlich gewolh>ungewollt da sein. Organisiert also weiter mit letzter Verzweiflung über die Verflucht^ heit aller Organisation, debattiert, ihr Jünglinge und Mädchen mit erhitzten Köpfen, spürt in hilflosem Streit und quälendem Mißverstehen eure reine ringende Seele durch alle Trübungen hindurch und-entsetzt euch immer frisch' darüber,, daß ihr nur geredet habt. Ihr habt doch »geladen«! Wer aber glaubt, daß das schon ein Weg oder gar ein sicherer Weg ist, oder gar, daß es genügt, der hat mich mißverstanden. . * . % ■ Felix W-eltsc.h. Jüdische Mädchen. - * Essoll versucht werden, ein Bild von ihrem Leben zu geben, von der Atmosphäre, die sie umgibt, von den inneren Anlagen, mit denen sie diese Atmosphäre zu verarbeiten trachten oder durch die sie noch stärker ihren Einflüssen anheimgegeben, werden. Es soll eine Darstellungvon jener großen Masse jüdischer Mädchen sein, die, unbewußt ihrer fraulichen und jüdischen Eigenart) in ihrer Umgebung stehen, vereinzelt mit ihr ringen, jedoch meistens restlos in ihr aufgehen. Wir wollen klar werden über die Ursachen, aus denen sich die Grundzüge jüdischer Mädchen entwickeln, seien sie nun nach außen assimiliert, gut jüdisch oder auch zionistisch. Das, was hier gegeben wird, soll aber nicht mehr als ,ein Bild der Masse, der jüdischen Mädchen sein, es kann nicht eine vertiefte Betrachtung der einzeln Dastehenden, ganz stark individuell Begabten sein, die als eine Auslese voi* sehr vielen-ebenso in Parteien und Bewegungen -als aüch im bürgerlichen Leben zu finden sinji Wie sind di'e verschiedenen Grundlagen der Familien, in denen die Mädchen aufwachsen?

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