Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 387 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3776398-6437699-6437823--439-3776826- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- - I Volk und Jugend. 387 Dieses ewige Gesetz sollen eben diese nicht vergessen, die zum Glauben neigen, die Jährhunderte des Golus kann man aus dem Leben unseres Volkes ausmerzen iind an deren Stelle eine »tabula rasa« setzen» ^Wir sind ein altes Volk und haben -so manches vergessen/aber diese zooö Jahre werden ewig in unserem Gedächtnisse bleiben. Die Bnt>* Wicklung, die wir in, den Ländern der Diaspora durchmachten, mit all ihrer guten und schlechten Seite ist auch für den Bau unserer Zukunft von großer Bedeutung, tind wir dürfen ja nicht glauben, wie viele unter uns es tun, man könne an der Stelle anknüpfen, wo unsere Ahnen in Brez Israel, während ihrer Freiheit aufgehört haben und die Entwicklung des ~ hebräischen Menschen wird schon kommen. Wie dies auch zu wünschen wäre,^ so wissen " wir aucji genau, daß die 20 Jahrhunderte nicht ohne Spuren; ^vorübergehen* werden, und es wird einer langen Entwicklung bedürfen, bis alles, immer an das Alte anknüpfend, in neue Bahneii geleitet werden wird. \ 1. -; - : Wir sahen oben, daß diese Bewegung auf Erfolg und insbesondere auf Verbreitung im eigenen Volke rechnen kann, die der historischen Qber^ lieferung gemäß handelt, d. h. ein Produkt der Entwicklung des Volkes ist. Darum - wird der jüdiseh^nationale Gedanke immer mehr verbreitet. iybertäusende scharen sich um sein Banner, dehn er ist ein Ausfluß des Jahrhunderte andauernden Leidens, die konsequente Etappe in der Wandlung, die unser Volk durchzumachen hatte. Seit Geschlechtern war alles im Leben unseres Volkes darauf gerichtet, diese Idee in der Form, wie wir sie heute haben, ins Leben zu rufen. Wie ein kalter Sommer die Reifender Früchts oft verzögert, so waren auch hier die äußeren Umstände die im Wege standen. Es war eben noch zu kalt. Aus denselben- Gründen der historischen Kontinuität gelang es einer Reihe von Unternehmungen im Judentume nicht, weil die Hauptbedingung, die 'x Reife, fehlte.; ~ Aber nicht nur die Idee muß tief in der Seele des Volkes festen Fuß fassen, sondern-äueh die Träger/ dfe Repräsentanten des* Gedankens, müsseh mit dem Volke verbunden sein, wenn sie ihr Bestreben durchsetzen wolle»? Damit sind wir zum Kernpunkte unserer Erörterungen angelangt, Es erscheint uns 'von besonderer Wichtigkeit, daß das Volk und die Träger der Idee im steten Kontakt stehet!, ja, es-ist vielleicht wichtiger, äfe. alles aridere. Gewiß,.wir wollen in der Bewegung nur solche Leute haben, die innerlich überzeugt sind, denn nur solche sind in der Lage, die großen Opfer zu bringen, di€ unser Volk von ihnen in diesen schweren Zeiten tu verfangen das Rsdit hat. , Wir wissen aber auch andrerseits, daß nicht alle Menschen imstande sind, die Idee über alles zu stellen und so bleiben sie uns, durch die Führer der Bewegung abgestoßen, sehr oft fern. Die Brfahrurig hat uns gelehrt, daßjviele von solchen Leuten, nachdem sie sich in die Bewegung hineinleben, zu ihten Pionieren werden. Überdies habgn wir kein Recht/ nur einen einzigen Juden von uns durch unser . Benehriien fernzuhalten.- Und wir wissen genau : das Volk betrachtet die Jugend als die Trägerin des nationalen Gedankens. Mit vollem Rechte. Denn die Jugend war es, die in den Änfangstagen der Bewegung einen