Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3776398-6437699-6437823--432-3776819- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
380 Franz* $a*jps ': <j£sprädi vorder Heimkehr. Gideon; Aber ich will midi nidit »fiigen«, nicht einsinken in betrieb* und geruhsämes~£)asein, fair liegt an solcher Gemeinschaft nichts, denn nicht sie' ist das Ziel, jsondern Gott. Ihr nehmt das Mittet zum Selbst* zweck. O Eitelkeit, wenn es eure größte Seligkeit ist, die Geschidits* vbüdier späterer Generationen um dies Mosaikstück »jüdische Kultur« zu bereichern! * ~~ Martin: Haben.T wir nicht das Recht dazu wie alle anderen? Ist es nicht unsere Pflicht, dem Geiste zu dienen, indem wir aüs uns Kultürwerte schaffen? v * Gideon: Trptzredit von Kindern! Und woher weißt du, daß der Geist sich nach unserer jüdischen Kulturnuance sehnt? Eines weiß ich jntur : Ich sehne mich,- idi suche den Weg; jene uralten Fragen nach Gut und Böse, der Drang nach Erkenntnis, Schauer und Schauder drängen und "ringen nach einer Erlösung. Und das soll"palästinensische Jüdenkultur uns geben? - _ Märtin: Untreuer, du verkennst die Gemeinschaft und die Bedeutung . des Volklichen. Gott läßt sich nicht absolut finden^.itttf auf dem Weg durch das Volk. Lebe mit Juden, spüre im Einklang des täglichen Wirkens die religiösen Kräfte strömen, dann bist du in Heimat geborgen. Wir sind doch das Volk der Religion! Gide oh: So wahr wir die Rasse der religiösen Menschen sind;, so wahr niemals Volk! Die jüdische Treue heißt: Zu Gott hin!, heißt nicht: zu Juden! Man muß Gott selber suchen, es gibt keine,Priester bei-uns und keine Synagogen,- <Zü$aipmenkommen!> erspart dem Einzelnen eigenes Gebet ~* und Gott muß man wollen, nicht ruhige Buchten vorweg gefangener Gemeinden, * \ ' " \. Märt in: Was aber befiehlt diese Stimme, die dich zur Heimat treibt, die Stimme aus Ahasvers Seele, des ewig^wandernden Juden? Gideon: Liebe! Ströme dich hin zu Menschen, hilf und Kämpfe für die - Ideen des Herzens: Gerechtigkeit, Freiheit und Brüdertum, Liebe!! Aber es^steht nicht geschrieben : liebe querst Juden. Gott ist absolut. Martin: Deine Ströme werden abprallen^ deine Sprache wird menschliche Ohren nicht erreichen/ deine Hähde .werden von fremden Volkern zurückgestoßen, uiid wieder stehst du,^ jüdischer Wanderer, vor den Türen, draußen. " r Gideon: Eine Gruppe nur nimmt dich auf, hört dich und wird für 'dich lebendig? ' - 5 Martin : Deine Juden und ihre Gemeinschaft. Hier ist die Wirklichkeit, der Mutterboden, auf den jeder Mensch gestellt ist.^ Du aber schwebst iii \ der Luft. * ' ~ - . Gideon: Hat ein Mensch, der Gott fühlte, dies Ungeheure, Ganzseiende, Ganzfordernde denn noch Boden der »wirklichen« Welt unter den Füßen?! . Gibt es vor deinem Äuge noch unverrückbare Dinge? Suche ich < dieses nicht gerade: das Einstehen atif dem Mutterboden, den^Stand* . punkt.im riesigen Räume Gottes und seiner Unendlichkeit. Clnd du nennst mir als Standpunkt ein-Land oder eine menschliche Gruppe?