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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 375

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 375 (sequence 21)
Language
German
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Vbn det Stande eurer Namen. iL 375 hie und da vorkommen sollte, daß ihr ein offizielles Dokument vorzeigt, wo ihr statt Rächet Äwital, Tirza, Atara, Bilha, Silpa oder -wär ihr euch wählen werdet, richtig Fridl Li Ii heißet, so macht das nichts: Ihr habt euch den Namen nicht helotischerweise verunjüdischt, sondern in, Stolz. hehräisäefL $i u n d e r 11 a u s e n d e von Jüdinnen und Juden nennen" sich jetzt in feiger Mimikri anders als sie inllen Dokumenten wirklich heißen: Char s/ Cäsar, Konrad, die Chaim oder Ch anina sind, die Tintschi, Tiddy, Thekla, welche als Trane oder Es th er eingetragen sind oder gar der Ritter des päpstlichen Ordens vom heiligen Grabe Guigue de C h ampoa.ns, welcher einst der ehrliche Gabriel J£aphuhn war warum sollte aus löblichen Motiven eine Korrektur auch ins Hebräische nicht statthaft *sein? Vorauf ich aber besonders aufmerksam machen möchte: Viel Schuld aii mancher Seite unserer Namens-Misere hat die — wie ein Blick in die Eibe! belehrt — ursprünglich g a r n i c41 jüdische Sitte, das -Kind nach der Großmutter, dem Großvater, oder einem anderen verstorbenen; Verwandten zu benennen. Und dä die Großmütter Chaje geheißen hat, die Enkelin; aber »so nicht heißen kann«, so nennt man sie Klara oder Räjä oder Gaby usw., wobei irgendein Anklang in den Vokalen oder Konsonanten an die Chaje beibehalten wird.; Wozu? Tauschen Sie ruhig Br a in dl^Fr i dl auf Kar m el a, Rebekka, Zipora, Necfiama.a dgl. um! Zum Schlüsse betone ich, daß Sie sich, wertes Fräulein, wegen meiner Belästigung nicht zu entschuldigen haben,- im Gegenteil, es muß mich selbstverständlich sehr freiien, * zu sehen,' dal? meine Najnenssache eine junge Jüdin zufm Nachdenken darüber veranlaßt hat. ~ Ich werde inir auch gestatten^ diesen unseren Briefwechsel im »Jerubbaal« zu veröffentlichen, damit auch andere unserem Fragen und Antwortgang nachgehen. . ' Wien, 8., Februar 1919. - „ Ä, Sch. P. S. Jetzt, nach Schluß, * will ich Ihnen noch »inoffiziell« — beinahe: per Diskretion sagen : ~ - T Ich persönlich vermag Ihre Frage: »Ist Braindl Melier nicht zum Schreien mißtönend?«, nichts wie Sie erwarten, m|t einem apodiktischen ^Natüriidf!« zu beantworten* Viele <nicht alle) jiddischen Namen erscheinen, glaube ich, nur darum häßlich, weil sie jiddisch-jüdisch sind. Wir sind im Geschmack mehr noch als im Urteil von der judeaverachtenden Welt um uns zu tiefetmäjorisiert und nicht "nur im Falle der Namen; Wären derlei jiddische Namen/ die einmal deutsche wären, weiter im arischen Volksgebrauch geblieben^so wären sie auch uns nicht »zum Schreien«. Ich kenne viele. Arier/" denen durch den israelitischen Gebrauch * Miß^ brauch das germanische Siegmund und das griechische Isidor ^um Schreien sind. Ich gestehe sogar^ daßj&B, ein liebes Mädchen mit dem jiddischen Namen Taub e oder S p r fn ze {spanisch: Speranza, die Hoffnung) zu rufen, sehr schön sein muß. p

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