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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 374

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 374 (sequence 20)
Language
German
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374 Abraham SA wadron: Von der Sdiande eurer Namen. IL Fortsetzung von Heft 7.) IL Ein Brief/ den idh erliieit. Ihren Weckruf >Von der Schande eurer Nam eniim »Jerubbaalc, dessen Abonnent mein Bruder ist,_habe ich mit lebhaftem Interesse gelesen. Gestatten Sie mir nun, daß ich einiges dagegen sage. Sie fordern uns auf, uns unserer hebräischen Namen ..nicht zu schämen, sondern uns ihrer zu bedienen. L e a, Rahe 1 etc. wären unserem Wesen mehr angepaßt, als Anna, Marie, und viele andere, Sie Kaben nur vergessen, in Erwägung zü ziehen, daß diese hebräischen' Namen äußerst selten und däfT die an ihre Stelle getretenen jiddischen Vornamen, nichts Weniger als wohlklingend sjnd. Ein Beispiel dafär ist gleich meine Schwestei. Sie heißt Lili. Also auch so, wie wir nicht Jheißen^sollen. Der jüdische Name ist Siße 1 oder S ü ß e l oder ^ie das sonst geschrieben wird. Ist es denkbar, daß ein Mensch sich so nennen läßt? Keinesfalls, denn das ist kein Hebräisch, sondern ein Kauderwelsch. Ebenso ich. Ist Braindl Meiler nicht zum Schreien mißtönend? Ich kann "mich übrigens des Gedankens nicht erwehren, daß alle diese jiddischen Namen aus dem Mittelhochdeutschen, Spanischen usw. stammen und im Laufe der Jahre eine gewisse* Metamorphose mitgemacht Jiaben. Ist - das ganz unmöglich? Schauen Sie, Herr Doktor> ich bin eine überzeugte jüdin und mache nie und unter keinen Umständen ein Hehl daraus, aber das könnte ich nicht, daß ich/statt des einfachen, gerac^'Fr i di ein trommelfellzerkratzeridfes Braindl spräche. Und de'shäla möchte ich für mich Ihre Worte dahin andern, daß iqh sie an die Eltern richte: Gebet euren Kindern keine jiddischen Namen, sondern hebräische, 'dann, brauchen^sie keine deutschen <oder magyarischen öder^französischen) mehr. Ruth, Rachel usw. wird sich jede Jüdin gernejtiepnen, aber Sissel!? Nein, das kann niemand verlangen. . K,, am 2iv Jänner 1919. Fridl Melier. * - \ m ■ f # - " , : "v.;. ' ■ - , III. Meine Antwort Sie haben recht in dem, was Sie schreiben. *~ Aber worin bildet das denn einen Gegensatz zu meinen Ausführungen, wie Sie es hinstellen? Habe ich gefordert, man soll sfatt Fridl *~ Braindl, statt Li Ii *<-~ Sißel heißen? ~ . _~ Ich habe, in der Fußnote zu Seife 251 ausdrücklich bemerkt, daß ich über die jiddischen Namen erst später schreiben will. In jenem meinen ersten Aufsatz habe Ich doch nur verlangt: Die Fridl und die Li 1 i nehmen eine Bibel Tier und jede suche sich den ihr passendsten, ihr am schönsten klingenden' Namen aus und führe ihn überall, »in allen Nennungen, Schreibungen^^erzefc^ nicht gesetzlich o, 3gl. der unveränderte Matrikelname geschrieben werden muß,« lind-wenn es

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