Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 368 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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368 » JsadiarRcifi: Zwerge heraüsspringeh und Schätze zu graben beginnen würden. Siehe, da glänzt etwas im Dunkeln. Idi strecke die Hand aus und greife nach dem glänzenden Gegenstand: Moder. Wir kehrten in die Zelte zurück*. Eingehüllt in Decken lagerten wir uns am Ufer des Baches> dem Plätschern des Wassers und der Musik der- Käfer horchend. Stille. Wir schwiegen. - Ida weiß es selbst nicht, wie länge wir schwiegeil. Ein£ Stünde — vielleidit auch länger. Oft sind Rehe flugs^ an uns vorbeigelaufen. Nur das Plätschert des Wassers und das Knistern der niedergetretenen Zweige war zu hören. Der ganze Himmel funkelte Voll von Sterne. Hie und da fiel ein Stern, einen weiten silbernen Bogen beschreibend. *'■•,--■ . b& m . hhy 1213 "fiwnoä;. . - unterbricht eine-Stimirte die Stille, »So viele Sterne fallen und verschwin* den in der Finsternis und der Himmel glänzt und; funkelt in unvermin* derter Pracht.« . »Es ist gar keine Veränderung währzunehmen.« Schweigen, r? Nach wenigen Minuten ließ ^ich wieder eine Stimme vernehmen; »So viele Tränen Hießen auf der Erde und das Meer der Tränen wird niemals voll und die Träne des Einzelner* verliert sich im Tränenmeere.« >r »Man merkt es nicht einmal«, flüsterte jemand. »Und d^s Blut des ^Einzelnen verliert sich im großen Blutmeere.« ~ „ . Wieviele Milliarden Menschen lebten auf dieser Welt! Jeder vpn ihnen fühlte und dadite, liebte und Haßte, Und nichts ist nach ihnen geblieben. Und ein bodenloser Unsinn wäre dieses Leben, wenn wir .die Kette nicht ausfühlen könnten, die die Jahrhunderte eint, die goldene Kette, die Söhne mit Vätern und Urväter mit-Enkeln verbindet. , . . Wir sind nur Glieder dieser einen Kette. In unseren Adern fließt tausendjähriges Blut, i . . Und sollen wir nicht wie diese Stetne, die herunterfallen" und in der Finsternis verschwinden, vergehen, müssen wir uns in diese; große, große Kette einfügen, müssen.wir die Stetigkeit unserer Geschichte», heraus* fühlen und lebeh~und arbeiten als ob wir ewig leben würden. Dennäuch das kommende Qeschlecht wird ein Glied an dieser Kette bilden* von der auch wir ein Teil sind. Und so ist es in allen Zeiten. . . Es wurde immer kühler. Einer stand auf und begab sich ins Zelt, alle folgten seinem Beispiele. Ob jemand dtese Nacht geschlafen hat, weiß ich/ nicht. Es war vielleicht schon drei Uhr morgens. Ich wälizte mich vqn einer Seite auf die andere, ohne einschlafen zu köhnen. Plötzlich wurde es hell im Zelte. Ich erblickte zuerst nut eine elektrische Lampe, mit der mir jemand ins Gesicht leuchtete, dann * eine Hand und endlich'einen struppigen "Kopf. Es war nicht schwer zu erkennen, daß dieser Kopf, die Hand und die-Lampe Zueinander geboren. . " ".; »Kömm^ bald wird die Sonne aufgehen* komm, gehen wir -sie begrüßen.« ' > .; . *