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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 364

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 364 (sequence 10)
Language
German
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364 Isachar Reiß: für jeden von. uns zu schäffen. Und vielleicht ist eben deswegen das Eis sö -schnelbgebrochen, weil idi eine Saite berührte, die tm~ Herzen eines jeden jungen Menschen zittert, weil ich, bemüht war,, mir in der Kwuzah - einen , Sammelfreund zu schaffen. Auf einem lustigen, heiteren Ausflüge der ganzen Organisation näherten wir uns zutn' ersten Male einander. Für sie war dies der. erste Äu^fliig, sie fühlten sich einsam. Und ich? Das Rauschen und Brausen um midk steigerte mein Verlangen nach stiller, aber herzlicher Freude, Verlangennach innerer Zufriedenheit, die ich finden könnte im Kreise mir geistig nähe - stehender Personen. Das Lied vereinigte uns; Wir saßen zusammen und sangen hübsche Lieder, vom Zauber> vom Glanz des Frühlings geblendet. An Worten fehltej es uns nöch. Meine sehnsüchtigen Gefühle und Gedanken nahmen konkrete Formen an- Ich dachte an eine künftige Kwuzah. Einen Monat später Säßen wir zusammen bei der ersten Besprechung; Ich sprach davon, was mir schon lange' am Herzen lag :, von der Freund* schaft. . * . . *, ' * , " Nach einemv Jahre ungefähr, erzählten mir ineine Kameraden, welchen Bindruck meine ersten Worte auf sie gemacht haben. Etw'as begann in ihnen zu kochen, zu sieden und zu fermentieren, irgend ein wunderliches Sehnen, ein sehnsüchtiges Verlangen begann in ihren Herzen sich zu regen. Starke und edle Regungen wurden in ihnen wach,- Regungen,] die gewiß eine Zeit , lang, zumindest aber einen einzigen Frühling lang, xlas Herz eines jeden jungen Menschen erfüllen. - * Die Sehnsucht steigerte sich von Tag zu Tag und mit ihr die Bitternis und die Unzufriedenheit über das unjugendliche Leben, das die Schule und das Haus" erzeugt. Unsere Sehnsucht mußtet ins Ungeheure steigen/ da "sie uns eine neue Welt erschließen sollte: die jugendliche Welt in der , wuzahi . _ Es ist wunderbär/ wie mit der Sehnsucht nach, einem Freunde, diesich in den Herzen zu regen begann, mit demVerlangen in der JKwuzah als; einer Einheit einen Freund zu. finden, sich auch andere edle Gefühle' unserer bemächtigten. Das Fühlen wurde immer subtiler/ edler die Art des Denkens. ' Der Unterschied zwischen gut und böse, schön und häßlich ward immer krasser. Das Ideal eines Menschen begann in unseren Äugen immer schönere Formen anzunehmen undallmählich, doch tief, begann die natio* nale Idee in Unserem Herzen Wurzel zu fassen. Das Freundsjiiafrsgefühl, das sich in unserem Innern zu fegen begann, mußte alle anderen jugendU liehen Gefühle wecken, denn übermächtig tont die Saite der Freundschaft und angeschlagen entgegnet sie mit lautem, vollem Widerhall. Denn was anderes heißt jung sein als lieben, als mit aller Glut jugendlichen Herzens, die Natur, seinen Nächsten, sein Volk und sein.* Land lieben? Denn* was anderes heißt jung sein, als mit voller Innigkeit lieben, was schön und gut ist, sich .mit dem ganzem Enthusiasmus dem Lebensideal widmen? AH dies zittert unbewußt in unserem Herzen und eine einzige Saite nur muß berührt werden,-um die ganze Harfe ertönen zu* lassen.

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