Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die Qesdiidite der Sdiomrim*Kwüzäh Lilith. 368 An den Ufern der Donau wurde über Liebe und Leben, Freude und Schmerz, xiber Helden' und Götter^-über alles Menschliche und Göttliche^ Ewige und Zeitliche, über alles, was 3eh jungen Menschen bewegt, gesprochen. . Nichts gesprochen, gelebt! . Hpdi schlug däs Herz, breit weitete sich die jugendliche Brust, die erachten Sinner lechzfön nach Schönheit, die' erwachte Seele verlangte nach Harmonie und Verinnerlichung. Das Leben ynd die Welt offenbarten sich in ihren prangenden, satten und lichten Farben. Man Begann den Menschen und seine Welt heiß und sehnsuchtsvoll zu lieben. Von diesem Leben durftejman sägen: »Bcce vitä!« «Lilith« hat dfr Schömerjugend^neue Welten gezeigt, neue Gärten und Paradiese erschlossen. Sie hat das*zum Bewußtsein gebracht, was in der Tiefe dieser Jugend schlummerte. * Das war die große Tat dieser Gemeinschaft. Erst sie gab der bis dahin« so völlig mißverstandenen Kwüzah ihren eigentlichen Inhalt, Sie hat dem Schomer den Neubruch geschlagen, der der ganzen Bewegung <-*• mittelbar öder unmittelhär — neue Wege gewiesen hat. % ' •■ . Jehudah Wa tt enb er g. « 4 ■ . x» I. Fermente. - Wenn ich so zurückdenkt und mir klarmache, auf welche Weise meine Kw:uzah enstanden ist, finde ich, daß sie in meiner Phantasie sAion lange * vorher vgelebt hat und daß ich lange, lange mich nach ihr sehnte, bevor diese Sehnsucht schöpferisch. würde und meine Träume zur Wirklichkeit ^mächte. . ~ . Ich gläube, daß das Herz eines jeden jungen Menschen voll Sehnsucht ist nach irgend einem Lebensideal, näch allem Schönen, Guten und Edlen, - nach etwas, dem, er sich ganz, mit vollem Enthusiasmus und mit der ganzen Glut ^seines jugendlichen Herzens-hingehen könnte. Ich glaube, daß es für - jeden von uns Hunderte von Fragen und Problemen gibt, Fragezeichen und Zweifel, die in unserem Herzen Sehnsucht nach einem Kreise uns verwandter Menschen erwecken, deren Herz den gleichen Rhythmus schlägt und deffen Blut gleich heiß in den Adern pulst. Ich glaube, daß es schwer ist, im elterlichen Hause vollste Zufriedenheit zu finden und noch schwerer in der Schule, die unsere Ideale und Träume, Freuden und Schmerzen, unsere kameradschaftlichen und freundschaftlichen Beziehungen, mit einem Worte -xmser ganzes Leben, sich unterordnet und es unter ihr Stigma stellt. Die Unzufriedenheit aber, die uns umgibt^ der Schmerz und die Bitternis, die sich in unser Herz fressen, erregt in Uns den Wunsch nadi einem anderen Leben, nach einemidealen, vollen, jugendlichen Leben, in eigener ' Gemeinschaft, , \ Afc ich dies meinen Kameraden bei der ersten Zusammenkunft erzählte, als ich ihnen sagte, daß ich mit Liebe und Sehnsucht eine Kwuzah führen möchte, denn ich sehnte mich nach ihr und liebte, sie, noch^bevor ich sie geschaffen Jiätte, empfanden wir alle, daß es uns gelingen werde, einen Mittelpunkt unseres Lebens, ein geistiges Zentrum, eine jugendliche. Welt