Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 10-11 (Jänner Februar 1919)
- Date
- 1919-01-01
- Page
- Seite 362 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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362 Isa&ar R ciB: in die Jugend Galiziens einen neuen,, gärenden Stoff, der sie zürn tiefen 'Nachdenken über sich selbst nötigte und ihr neue Wege andeutete.. Schomer und Zeirei^Zion standen sjch fremd, unwillig, ja feindlich gegenüber, Jedes für sicheiji unvollkommenes/ gebrechliches Gebilde. Au$ ihrer 'Vermählung konnte der Jugend großes Heil crwachsenr Es bedurfte nur des. äußeren Anstoßes, um dieses schöpferische Inein* anderaufgehen zu ermöglichen. Das brachte der Krieg. In Wien, wie schon erwähnt, fanden sich die beiden Organisationen. Seitens der einsichtsvolleren Führer wurde an ein gemeinsames Zusammen* gehen und -arbeiten gedacht und dieses auch schnell ins Werk „gesetzt. Schotner und Zeirci*Zion schmolzen zu einer gemeinsamen Organisa* tieri — unter dem Namen »Schomer«; — zusammen. .- \ Wie war das Antlitz dieser beiden Organisationen vor der Verschmel* zung, und wie gestaltete sich die Frucht dieses Einswerdens? Die Einheit des »Schomer« war die Kwuzah, im Sinne einer. »Patrouille*/ einer stark militärisch angehauchten Erziehungsgruppe/ die der.Zeirei* Ziori, der Kurs. „ . Durch die Verbindung der beiden Organisationen ""ergab sich folgender Zustand: Die Kwuzah^Patroüille begann sich mit jüdischem Wissen zu beschäftigen, der Kurs begann Ausflöget zu machen, Pfädfinderei zü pflegen. Diesem Gebilde einer schöpferisch noch nicht verarbeiteten Mischung von militärischer Kwuzah und schulmeisterlichem Kurs, haftete etwas Starres, Fremdes, Unnatürliches an. Und vor "allem': Hier war noch nicht die Möglichkeit geschaffen, das romantische Leben der Pubertätsjähre zum vollen lind wahren Ausdruck zu bringen, hier war hoch nicht der Ort/ die Stätte geschaffen, wo der junge Mensch nach seinen Bedürfnissen, Wünschen und Notwendigkeiten träumen, leben und weben konnte, kurz, es war noch nicht _ die Jugendgemeinschaft geschaffen. — \ Diesen folgenschweren und bedeutungsvollen Schritt zur Jugendgenjein* schaft hat Isachar Reißr durch sein Schaffen in seiner Kwuzah *) »Lilith«, getan. * ' . . »Lilith« War ein Schrei *fer romantisch fühlenden Jugepdy die mit voll& Brust, ganzem^ Herzen, gespannten Sinnen ihre Sdiohheit, Reinheit und Liebe erleben und genießen wollte. Sie hat die Saiten def inbrünstigen Sehnsucht, des verzehrenden Verlangens nach Liebe und Fretindschaft; Gemeinschaft und Zusammenleben mächtig angeschlagen und ihnen wunder* schöne Melodien entlockt, die durch ihren Zauber aTies Leben im^Sdhonfier in ihren Bann geschlagen haben. * x y In ausgestirnten iNachten lagerte »Lilith« unter Zelten und l>ei der hell leuchtenden Löhe des lodernden Feuers ließ sie romantische Lieder er* schallen, die die jugendlichen Seelen fest zusammenschmiedeten und sie das Ewige in seinem grandiosen Schauer und seiner berauschenden Majestät erleben ließen. r •> Audi nach dem Verschmelzen beider Organisationen wurde die Erziehurigsertiheit Kwuzah genannt. " x