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Jerubbaal · 1919-01-01 · 10-11 (Jänner Februar 1919) · p. Seite 361

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
10-11 (Jänner Februar 1919)
Date
1919-01-01
Page
Seite 361 (sequence 7)
Language
German
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Die Geschichte der S"cfiomrim*Kwuzafi Lilith. 361 ihr gemäße und entsprechende Formen zu zeugen. Aber in der Tiefe dieser Jugend waren latente Kräfte Tegsam, die ihrer Erlösung harrten. Diese Erlösung kam, nicht von^öir selbst, sondern von außen« In die" polnische Jugend zog ein neuer Geist. Die englische Böy^Scout> Bewegung/eroberte sich ihre Herzen. Massenhaft wüchsen und verbreitetet sich die polnischen Scoutverbände, um die sich ein großer Teil der polnischen Jugend scharte. Die Erscheinung einer Jugendbewegung, die ihre Jugendlichkeit in viel^ t&gigen Ausflügen; im Feldlagern, Geländespielen und anderen verschiedenartigen* körperliehen Übungen zum Ausdruck brachte, diese Erscheinung wirkte wie eine Offenbarung auf "manche Teile der galizischen Jugend. Die vom schwülen, drückenden Geiste der Pilpülistik gebeugte Jugend warf sich mit der ganzen Inbrunst ihrer Seele auf diese neue Form des Jugendlebens. Sit* wollte die* Bücher über den Haufen werfen, "ins Freie ziehen> um auf scoutsche Weise ihren Körper und Charakter zu jstählen üncTzu stärken, . und ihrem Verlangen nach Ausleben freien Spielraum zu bieten. „; Bei diesem -ihrem neuen ernsten Wollen verlor sie Maß und Gewicht. Aus dem^tlnwillen gegen die jinjugendliche Lebensaft der Zeirei^Ziori fiet.sie in ein anderes Extrem, in .das der stramm en und straffen militärischen Org a n 1 s a t i o n, die sieh entschieden vom Lernen - abwendete, und in, der Bildung des Charakters und der Persönlichkeit durcii militäris.che Diszip 1 in, strengen, unbedingten Gehorsam, ihre Aufgabe sah. * Daß dieser »Schpmer«, eine schlechte und falsche Übersetzung des englischen Boy-Scoüt, sein Ziel verfehlen mußte% und keine guten Früchte zeitigen konnte,/wolle in ^einigen kurzen Strichen aufgezeigt werden. Das englische Bürgertum, v welches/ wie aüdi das übrige europäische Bürgertum/ die Schule in den Dienst der staatlichen, patriotischen, völki^ sehen Tägesfragen und der konservativen Machtpolitik stellte, fand noch ein neues, viel passenderes Mittel, die Jugend zu guten »Bürgern« zu erziehen. Nämlich ein Erziehungswesen, welches im jugendlichen Fühlen und Wollen seinen Ausgangspunkt nahm-, um nur desto sicherer diese Jugend ihren Zwecken und Wünschen dienstbar zu machen: JBin Brziehungs^ wesen> welches die 'Jügend durch seine äußere, schillernde Form für sieb zu gewinnen vermochte,, aber im letzten Grunde auf die Staatsinteressen eingestellt war. Dieser an sich gesunden Form fehlt aber gerade das, was eine Jugendbewegung ausmacht: Das große, göttliche, erschütternde Bild des Meeschen, welches im -Mittelpunkte jeder wahren Jugendbewegung stehen muß> und ohne welches auch die jüdische Jugend sieb niebt als Jugendbewegung behaupten kann. Diese, also englische, Erziehungsfprm atif das jüdische Milieu — wo uns Macht, Staat und Boden fehlt ~ anwenden zu wollen, bedeutet schon vorweg puren Unsinn. Aber in unserem Falle, wo der Schomer- Scout, vor allem als Protest gegen die alte, unnatürliche Zeiret-Zion, als "scharfe Ablehnung ihrer vermoderten und morschen Formell und Methoden galt, war "er von großer, befruchtender Bedeutung. Er brachte

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