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Jerubbaal · 1918-11-01 · 8-9 (Nov. Dez. 1918) · p. Seite 351

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
8-9 (Nov. Dez. 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 351 (sequence 69)
Language
German
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Rundschau. 351 deutsamkeit des »2. November«, wo* mit den Jugendlichen die politischen Vorgänge der letzten zwei Jahre in einer ihrem Fassungsvermögen entspre* chenden Art vorgetragen werden. Eine ständige Rubrik bildet ein Kapitel zur »Land* und Volkskunde Palästinas«, das eine Mal wird (nicht im langwei* ligen Ton eines Geographiebuches) vom Jordan, das andere Mal vom Toten Meer erzählt. Feuilletons, Buchkritiken und, was sonst noch in den Kreis des Jugendinteresses gehört, fehlt nicht; auch die Beigabe von aktuellen, mit Brläu^ terungen versehenen Illustrationen tragen dazu bei, nicht nur die jungen Leser mit Liebe an ihr Blatt zu fesseln, son* dern auch uns dafür zu erwärmen; Professor Weizmanns Porträt wird gezeigt, ferner die Szene, wie General Allenby eine Ansprache an die vereinigte jü* dische Gemeinde in Jerusalem hält <unter Bezeichnung der einzelnen Personen der sichtbaren Gruppe), eine Photographie der jüdischen Truppen in Palästina, vor dem Abgehen des Zuges von ihren Bekannten Abschied nehmend, und schließlich ein Bild, das unsere Lust und unseren Neid erweckt: »Die Schüler der hebräischen Schulen erwarten mit ihren (vielen, schönen, kostbar gestickten und von einander charakteristisch unter* schiedlichen) Fahnen die Ankunft der Palästinakommission zur Grundstein* (egung der Universität«. Warum wir so ausführlich geworden sind? Weil das Vorbild der holländi* sehen Zeitschrift zeigen kann, wie unsere »Blätter aus der jüdischen Jugendbewe* gung« zweckmäßig ausgestaltet werden sollen. Denn für die Jugend darf es, da ihr der Zugang zu den Quellen der Forschung und Erkenntnis aus Gründen des Alters und der Zeiteinteilung nicht zu leicht offen steht, nicht allein heißen: nur von sich aus Forderungen zu stellen und Vorschläge zu machen, daß die Wünsche ohne Widerstand erfüllt werden, ansonsten über Sachen zu reden, zu deren Schätzung oder Ver* werfung doch etwas mehr Reife und Erfahrung gehört, als man sie ge* meiniglich im zweiten Jahrzehnt des Lebens haben kann, sondern auch an* dächtig hören und manchmal fern von aller »Gemeinschaft« still, bescheiden und einsam etwas zu lernen, sich be* reichern zu lassen, um nicht über den Dingen leben zu wollen, sondern in ihnen zu leben und durch sie zu wachsen. Norbert Weldler, Rundschau. Büdier zur Gescfiledhterfrage.* Es hat sich als unnötig erwiesen, die ganze Unmenge geschlechtlicher Aufklä* rungsschriften einer Prüfung zu untere ziehen, geschweige denn sie hier vor* zuführen. Wir können dieses ganze Schrifttum, soweit wir uns nicht gegen seine Verbreitung einsetzen, einfach über* gehen: Die Fragestellung, von der diese Autoren ausgehen, ist die einer über* wundenen Generation und so können ihre Antworten uns nicht helfen, sondern uns allenfalls verwirren. * Aus: Die Jugend und die Geschlechts^ frage, Freideutsche Schriften. Adolf Saal, Verlag. Hamburg, 1919. Wie bei jenen Reichstagsreden, wo würdige alte Herren von der Pflicht der Jugend, ihre Triebe zu beherrschen, reden, während man genau weiß, wie diese Herren es in ihrer Jugend gehalten haben oder jetzt noch halten, so hat man auch bei all jenen »Ratgebern« und so weiter das Gefühl der großen Lüge. Denn überall da, wo nicht etwa gute Ratschläge zur Bewerkstelligung »vor* ehelichen« Geschlechtsverkehrs gegeben werden <das ist noch das aufrichtigere Verfahren), lesen wir von »gutem Willen«, »Idealen«, »sittlicher Stärke« als »Mittel zur Lösung des Problems«. Nun: diese Ideale, diesen^ guten Willen, diese sittliche Stärke haben wir, darin liegt gerade der Gegensatz,- im 25*

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