Mannheim
Compact Memory

Jerubbaal · 1918-11-01 · 8-9 (Nov. Dez. 1918) · p. Seite 350

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
8-9 (Nov. Dez. 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 350 (sequence 68)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3776398-6437699-6437761--397-3776785
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

350 Vom Leben der Jugend. und der Wünsche der jüdischen Jugend* vereine zur Überzeugung gekommen ist, daß bei ihnen das Verlangen be* steht, miteinander durch die Hilfe einer Jugendbewegung in Verbindung zu treten, wurden die weiteren Organi* sierungsaufgaben einem provisorischen Vorstand übergeben, der als zentrale Körperschaft aus den Jugendver* einigungen mit einem Sekretariat in Haarlem <Adresse: J. Reyzer, Velger* straat, 14 rood> gebildet wurde. Als nächsten Plan, um die Wünsche der Jugend kennen zu lernen, wurde ein Kongreß der jüdischen Jugend Hollands in Aussicht genommen. —1dl— Tikwath Zion. »DeHoop vanlsrael,« Monatsschrift für die jüdisdie Jugend, redigiert von Dr. D. Cohen, Lehrer am Nederlandsch Ly> ceum im Haag. Administration: Sehe* veningen, 13 Haagschestraat. Bezugs* preis jährlich Frs. 2'—. Zwei Hefte wurden uns zur Bespre* chung eingesandt. Fast zu wenig, um über den Geist der holländischen Ju* gendzeitschrift, die jetzt im zweiten Jahrgang steht, ein sicheres Urteil ab* geben zu können. Sie erinnert in ihrem Inhalt an die vier Jahre lang <von 1904—'1908) in Wien erschienene Monatsschrift »Unsere Hoffnung«, deren Ziele darin be* standen, einesteils den heranreifenden jüdischen, vor allem zionistischen, aber mit jüdischem Wissen ziemlich un* beschwerten Mittelschülern in einer Weise, die ihrem Verständnis angepaßt war, Kenntnisse zu vermitteln und ihnen Anregung zu geben, selbst tiefer zu schürfen, zum zweiten Mitteilungen aus den Jugendzirkeln zu bringen und sie durch ein gemeinsames Organ zu ge* meinsamen Aufgaben einander näher zu bringen. »Unsere Hoffnung« hatte zeit ihres Bestandes <ähnlich scheint es dem holländischen Blatt zu ergehen, wie aus einer »dringenden* Bitte um Abonne* ments, Spenden und Inserate hervor* geht) mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, bis ihr wirklich einmal der Atem * ausging. Und doch hat uns »Unsere Hoffnung« nicht betrogen. Sie hat ihrem kleinen Leserkreis so viel auch an Gemütswerten vermittelt, daß aus ihm eine erkleckliche Anzahl von jetzt schon im Berufsleben stehenden und in der zionistischen Organisation rege tätigen Männern hervorgegangen ist, die ohne weiters zugeben werden, daß zu ihrer Entwicklung, zu ihrer Festigung, zu ihrer Treue für das jü* disdhe Volk die Eindrücke, die ihnen »Unsere Hoffnung« verschafft, wesent* lieh beigetragen haben. Diese Ausführungen stehen wohl im Zusammenhang mit der Bespre* chung der holländischen Zeitschrift, denn in Holland scheint uns die Jugendbewegung noch in dem Sta* dium zu stehen, wie es einstens bei uns vor mehr als zehn Jahren war, wo man um die ersten Seelen der jungen Menschen werben mußte, um aus ihnen einen Stamm von brauchbarem Nach* wuchs zu schaffen. Allerdings wird sie schnellere Fortschritte machen, da das Tempo und der umfassende Wille, der die jüdische Jugendbewegung bei den Mittelmächten kennzeichnet, nicht vor den Landesgrenzen des Nachbarstaates halt macht. Audi das ist ein Schluß, den wir nur aus einzelnen Artikeln und Notizen des Hauptblattes des Nieder* ländischen Zionistenbundes »De Jood* sehe Wächter« wie aus einem Aufruf zur Sammlung aller Gleichstrebenden in der »Tikwath Zion« machen können. Um ein Bild von dem Inhalt der holländischen Jugendzeitschrift zu geben, seien die Titel einiger Beiträge genannt. Die erste Nummer enthält an der Spitze eine Betrachtung zu »Herzls vierzehntem Todestag«, eine kurze literar* historische, in ihren Konklusionen sich unaufdringlich an das Pflichtgefühl der jüdischen Jugend wendende Abhand* lung »zum neunten Ab«, den Schluß einer Aufsatzreihe »Die Bibel und Ägypten«; die andere Nummer einen Leitartikel »Palästina und das jüdische Volk« und eine Darlegung der Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.