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Jerubbaal · 1918-11-01 · 8-9 (Nov. Dez. 1918) · p. Seite 349

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
8-9 (Nov. Dez. 1918)
Date
1918-11-01
Page
Seite 349 (sequence 67)
Language
German
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Vom Leben der Jugend. 349 zukfären, aufzuregen. Wie immer man den Inhalt und die Folgen jener wenigen Hefte beurteilen mag, eines ist sicher, der Anfang war wirklich der Anfang einer großen und tiefen Bewegung in der deutschen Jugend und über sie hinausgreifend in der gesamten Erzieher* schaft: den Lehrern, Eltern und Be* hörden. Er war fruchtbar und wirksam, auch dort, wo man leugnet, von ihm gelernt zu haben, von ihm beeinflußt zu sein. Wer heute rückschauend sich die Stimmung, die Lage, die Ideen der Jugend von 1913/14 vergegenwärtigt: trotz allem Unzulänglichen, Falschen und Verwirrten, das vielleicht in ihr ge* wesen sein mag — jener August 1914 hat einen Keim vernichtet, der gewiß Früchte von niegeahnter Bedeutung für das deutsche Volk, für die europäische Erziehung entfaltet hätte. Nun der entsetzlichste aller Kriege, äußerlich wenigstens, ein Ende gefunden hat, bringt der Anfang des Jahres 1919 wieder das erste Heft des neuen «Anfang«. Es ist noch etwas mager und einseitig. Aber es spricht von einer Jugendangelegenheit, die trotz »Auf* bruch«, »Freie Schulgemeinde«, »Frei* deutsche Jugend« und den zahllosen Zeitschriften, des Wandervogel durch viereinhalb Jahre ganz vergessen schien: von der Schule. Wir hoffen, daß dem neuen »Anfang« nicht mindere Frucht* barkeit beschieden sein wird als dem früheren. Und die jüdische Jugend wird bereit sein, hinzuhorchen, was in ihren deutschen Brüdern lebt, bereit von ihnen zu lernen, eingedenk ihrer besonderen Art und ihrer besonderen Aufgabe! Bernfeld. Von der jüdischen Jugendbe^ wegung in Amerika. Die jüdische Jugendorganisation der Vereinigten Staaten Amerikas »Jung Judäa« hielt, wie die holländische Jugendzeitschrift »Tikwath Zion« berichtet, vor etwa drei Monaten ihre Jahresver^ Sammlung ab. Nach dem dort erstatteten Rechenschaftsbericht umfaßt sie gegen 12.000 Mitglieder, die in 146 Städten über 35 Staaten verbreitet sind. Zwei^ hundert Delegierte und mehrere hundert Gäste wohnten der Tagung bei. Sie gaben wiederholt ihren Willen kund, tätigen Anteil am Wiederaufbau Pa* lästinas zu nehmen. Die erste Sitzung wurde mit einer Begrüßungsrede des Vorsitzenden der amerikanischen Mis* rachiföderation, Rabbiner Wolf Gold, eröffnet. Der darauf verlesene Rechen^ schaftsbericht konnte feststellen, daß die Organisation im abgelaufenen Jahre große Fortschritte gemacht hatte und einen sehr günstigen Einfluß auf die jüdische Jugend Nordamerikas ausübt. Im Verlaufe der Tagung wurden folgende Resolutionen angenommen: 1. Einen großen Kinderfonds für die Wiedererschließung Palästinas zu sam^ mein,- 2. besondere Mädchengruppen zu bilden, die sich mit der Anfertigung von Kleidungsstücken für die in Kriegs^ not geratenen Palästinenser beschäftigen sollen / 3. eine kräftige Propaganda zur Verbreitung der Palästinakunde einzu^ leiten und endlich die Idee einer he^ bräischen Universität in Jerusalem da^ durch zu verwirklichen zu helfen, daß die Mitgliedergruppen der Organisation für sie Bücher, seltene Handschriften und Kunstwerke zu sammeln beginnen, die den Instituten der Jerusalemer Hoch^ schule als Geschenke übergeben werden sollen. Von welchem Ernst die jüdische Jugendbewegung der Union erfüllt ist, ergibt sich aus der Tarsache, daß auf der Tagung viele Reden in hebräischer Sprache gehalten und in den Debatten hebräisch beantwortet wurden. Den Schluß der Sitzungen bildete die Vor^ lesung einer Adresse, die »Jung Judäa« an das amerikanische Parlament zum Zwecke der Errichtung einer jüdisch* nationalen Schule richtete. —1dl*-- Übergreifen der jüdischen Jugend^ bewegung auf Holland. Nachdem eine im Juni eingesetzte Kommission zum Studium der Lage 25

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