Jerubbaal
- Journal
- Jerubbaal
- Volume
- 1 (1918-1919)
- Issue
- 7 (10.1918)
- Date
- 1918-10-01
- Page
- Seite 270 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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270' Albert Baer: ersten Ergebnis: »Die Rente steigt dauend«, ein zweites: »sie steigt durch die Arbeit der Gesamtheit und muß deshalb dieser zu gute kommen«. Dies geschieht aber in den Ländern mit privatem Eigentum nicht. Vielmehr hat die steigende Rente sogar Folgen, die der Gemeinschaft schädlich sind, nämlich die Spekulation, die Latifundienwirtschaft/ den Anreiz zum Verkauf, die Herabdrüdkung des Arbeitslohnes und die Verteuerung der Wohnstätten. Spekulation bedeutet Ankauf von Boden, der zur Zeit noch nicht* in Benutzung genommen ist, zum Wert der Ankaufszeit, um ihn später, wenn er dringend gebraucht wird, zu dem dann gestiegenen Wert zu verkaufen. Hierbei wird aber infolge der Macht des privaten Eigentums der Boden vielfach zurückgehalten, zu einer Zeit, in der er schon benutzt werden soll, lediglich zu dem Zwecke, um einen noch höheren Preis zu erzielen. Dieser muß ja schließlich infolge der Notwendigkeit, diesen Boden zu gebrauchen (zum Beispiel eine Straße zu legen, ein öffentliches Gebäude zu errichten usw.), bezaht werden. Dies Zurückhalten von Boden und das Herauftreiben des Preises durch den privaten Eigentümer zum Schaden der Gesamtheit ist das Verwerfliche an der Spekulation. Von ihr hat Alfred Weber gesagt: »Wer in Grundstücken spekuliert, sollte nicht die allgemeine Achtung genießen«. Die Spekulation ist auch schon im neuen Palästina bekannt,- beim Bau und der Erweiterung von Teil Awiw ist sie in die Erscheinung getreten und hat die Bodenpreise schnell auf das Drei* bis Vierfache steigen lassen <Nawratzki S. 387). Es ist klar, daß Spekulation im größeren Umfang durch das Hinauftreiben der Preise die Ausbreitung unserer Kolonisation in stärkstem Maße schädigen kann und wir müssen ihr von vornherein entgegentreten: Der Böden des heiligen Landes darf keine Ware sein, auch nicht als solche für Spekulationszwecke <wie in Trietschs Handbuch, S. 305) empfohlen werden. Die andauernd steigende Rente reizt zum Ankauf von Boden,- umsomehr dann, wenn von vornherein eine Menge landloser Proletarier als Landarbeiter mit Minimallohn vorhanden ist. Das private Großgrundeigentum hat die Tendenz zu billigster Bezahlung seiner Arbeitskräfte,- es vertreibt daher die qualifizierten Arbeiter, die eine höhere Lebenshaltung haben, vom Land in die Stadt, und hilft dadurch ein städtisches Proletariat schaffen. Zudem wird vielfach durch Latifundienwirtschaft die Produktion gehemmt und durch Mangel an kaufkräftiger Landbevölkerung" auch die Ansiedlung anderer Elemente <Lehrer, Handwerker usw.) gehindert. Großgrundeigentum wird danach streben, den billigen arabischen Arbeiter zu beschäftigen,- in diesem Zusammenhang muß diese Andeutung genügen. Latifundien Wirtschaft führt überall zum verfall,- darum gilt die Mahnung unseres Propheten: »Wehe denen, die Haus an Haus reihen, Feld an Feld rücken, bis kein Platz mehr bleibt und es dahin gebracht ist, daß ihr allein im Lande wohnt« <}esaja 5, 8> noch heute. Großgrundeigentum im neuen Palästina ist der Todeskeim der Ansiedlung, denn Großgrund^ eigentum entvölkert das Land, bringt es dahin, daß nur »die Großen allein im Lande wohnen«, heute wie damals. Boden im Privatbesitz ^nit steigendem Wert reizt zum Verkauf,- und