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Jerubbaal · 1918-10-01 · 7 (10.1918) · p. Seite 269

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Journal
Jerubbaal
Volume
1 (1918-1919)
Issue
7 (10.1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 269 (sequence 31)
Language
German
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Die Bedeutung der Bodenreform für das neue Palästina. 269 gesetz von Angebot und Nachfrage. Es ist daher unter allen Umständen gültig und es bleibt audi gültig — darauf sei gleich hingewiesen — wenn der Boden im Gemeineigentum steht/ nur seine Wirkungen sind dann andere. Die Rente steigt also durch verstärkte Nachfrage und diese wiederum ergibt sich aus dem Wachstum der Bevölkerung, das zumeist Besserung des Verkehrs und des Milieus zur Folge hat, die wieder ihrerseits ein Steigen der Rente bewirken. Es kann aber noch hinzugefügt werden, daß die Steigerung der Rente nicht etwa wett gemacht wird durch die infolge der wachsenden Bevölkerung von dieser vermehrt produzierten Gütermenge, denn Bodenwert steigt — wie sich ergeben hat — stärker als der Anteil an der Verteilung der Produktion wächst. Verbesserung des Verkehrs ermöglicht eine bessere Ausnutzung des Ertrages und steigert daher den Wert des Landes,- bedeutet zugleich Arbeit- 'und Zeitersparnis, macht also Kräfte für eine neue Produktion frei. Die neue Produktion braucht wieder Grund und Boden und verstärkt die Nachfrage, läßt also die Rente steigen. Besserung des Milieus schließlich bedeutet: Wachsen der Zivilisation und Kultur. Wer in der Wildnis allein wohnt, muß zur nächsten größeren Ansiedlung, um sein Gerät reparieren, seine Kinder unterrichten zu lassen. Gesellt sich ihm ein neuer Ansiedler hinzu, ein zweiter, dritter, und entwickelt sich die Siedlung zum Dorfe, so wird sich dort ein Schmied oder ein Lehrer niederlassen, und so hat der erste Ansiedler die Möglich^ keit, alle Bedürfnisse des Körpers und des Geistes in der Siedlung zu befriedigen,- er braucht von seinem Ertrag für die Reparatur der Geräte, für den Unterricht der Kinder nicht mehr soviel aufzuwenden wie vorher und so wird sein Boden wertvoller. Dies dauernde Steigen der Rente wird kaum noch bestritten,- es ist in allen Ländern beobachtet,- besonders aber in Ländern rasch aufblühender Siedlung,- es ist besonders für Palästina bei einsetzender Massenkolonisation zu erwarten,- ist dort übrigens schon vorher in die Erscheinung getreten. Der Boden von Pethach Tikwah ist in vierundzwanzig Jahren auf das zwanzigfache gestiegen,- außerhalb der Mauern von Jerusalem kostet der Boden das Hundertfache wie vor fünfundzwanzig Jahren. (Trietsch, Palästinahandbuch S. 303.) Natürlich steigt der Wert des Bodens auch dadurch, daß der Eigentümer Arbeit auf ihn verwendet und ihn verbessert. Aber dies steht in keinem Verhältnis zu den oben aufgezeigten Wirkungen, die bei weitem überwiegen und wonach die Rente wächst durch die Allgemeinheit. Jedoch, obwohl dies geschieht, kommt sie dem privaten Eigentum zu gute, das diese Steigerung nicht geschaffen hat. Das ist ungerecht. Die Rente muß vielmehr der Allgemeinheit gesichert sein, denn durch die Gemeinschaft ist sie entstanden. Für Palästina wird dies in besonderem Maße gelten, weil hier von vornherein die jüdische Gemeinschaft eine Reihe von Organisationen schaffen wird, die den Verkehr und das Milieu verbessern, weif hier mehr als sonst — auch dem Siedler in der Wüste sein Leben erst durch die Gemeinschaft ermöglicht werden wird. So kommt zii dem

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